Joachim Frank ist neuer Vorsitzender der GKP
Joachim Frank ist neuer Vorsitzender der GKP

Neuer Vorsitz bei Katholischen Publizisten

Der katholische Berufsverband der Publizisten hat einen neuen Vorsitzenden. Joachim Frank erklärt gegenüber pro, wo er Anknüpfungspunkte für Glaubensthemen sieht.

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) hat einen neuen Vorsitzenden. Auf ihrer Mitgliederversammlung in Mainz wählten die katholischen Medienschaffenden am Samstag Joachim Frank, Chefkorrespondent der DuMont-Mediengruppe und Autor der Frankfurter Rundschau, zu ihrem Vorsitzenden. Frank tritt die Nachfolge von Michaela Pilters an, die sich nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl stellte. Zur GKP gehören nach eigenen Angaben mehr als 520 Medienschaffende, die in weltlichen und kirchlichen Medien als Fernseh- und Zeitungsredakteure, Pressesprecher, Verleger, Kommunikationswissenschaftler und Volontäre tätig sind. In einer Pressemeldung erklärte der neue Vorsitzende: „Der Verband ist eine wichtige Stimme in Kirche und Gesellschaft. Wir wollen uns auch weiterhin engagiert und konstruktiv als Katholiken in den Medien zu Wort melden.“

Ziel der GKP ist nach Angaben der Vereinswebseite, den Dialog und die Kommunikation unter den Medienschaffenden zu fördern, Kontakte zu schaffen und ein Netz von sozialen, gesellschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu knüpfen.

Sprachstil oft wenig „anschlussfähig“

Auf Anfrage von pro erklärte Frank: „Glaube kann auch heute noch zeitgemäß in den Medien dargestellt und vermittelt werden. Ich glaube, das gelingt immer da am besten, wo Glaube und Leben ineinandergreifen. Wenn der Glaube vom Leben der Menschen so getrennt ist, dass sie keinen Bezug mehr haben, dann ist das entsprechend schwierig. Dann wird Glaube als museal, pitoresk und folkloristisch wahrgenommen und die Relevanz fehlt.“ Dort wo sich Christen aus ihrem Glauben heraus gesellschaftlich engagieren und dies glaubwürdig geschehe, ist nach Meinung von Frank der Glaube nach wie vor hochaktuell. Es gebe immer Menschen, die auf Themen wie Gott, Jesus und Kirche mit Aversion reagierten, erklärt der neue GKP-Vorsitzende. Glaubensthemen anzusprechen, sei nur dann unangemessen, wenn sie nicht in den Kontext passten. „Der Apostel Paulus sagt: ‘Gebt Zeugnis von eurer Hoffnung‘. Das ist für Christen Auftrag. Es muss aber so geschehen, dass die Menschen es auch verstehen“, sagt Frank und erklärt: „In Kreisen, die weitestgehend entkirchlicht sind, empfinden das Menschen unter Umständen als befremdlich. Das liegt auch daran, dass der Sprachstil der Kirchen oft nicht dazu geeignet erscheint, Glaubensfragen, bilblische Inhalte oder das Leben Jesu so zu vermitteln, dass sie damit gesellschaftlich unmittelbar anschlussfähig sind.“

Weder Apologet, noch Feind

Zu den Zielen seiner Organisation erklärt Frank: „Wir sind Journalisten, die sowohl im säkularen Medien als auch im kirchlichen Umfeld tätig sind. Daraus ergeben sich unterschiedliche Ansprüche und Tätigkeitsfelder. Diese möchte die GKP miteinander verbinden, den Mitgliedern Diskussion und Austausch ermöglichen. Das wollen wir fördern und erhalten.“ Frank sieht eine erkennbare Zuspitzung der aktuellen Diskussion über den Weg der katholischen Kirche in die Zukunft. „Der Papst hat diese Debatte angestoßen, und sie nimmt nach meiner Wahrnehmung an Heftigkeit und Aggressiviät zu“, sagt Frank. Die Kirche dürfe durch diese Diskussion aber nicht auseinanderbrechen. Frank will sich dafür einsetzen, dass die Debatte mit Engagement geführt werde, sein Verband sich darin klar abgrenze von Extremismus, von Menschen- und Fremdenfeindlichkeit. „Beim Thema ‘Christen bei Pediga‘ sehe ich einen Verband wie die GKP gefordert zu sagen, dass es in den Zielen und Positionen Unvereinbarkeiten gibt.“

„Ich bin weder Apologet, noch der notorische Kritiker oder gar Feind der Kirche. Differenzierung ist ein Schlüssel, um im Dialog zu bleiben und Interesse zu wecken“, erklärt Frank. Zwei Bibelstellen möchte Frank den GKP Mitgliedern ins Stammbuch schreiben: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“ (1.Petrus 3,15) und „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet“ (1. Thessalonicher 5,21).

Die GKP ist ein konfessioneller Berufsverband. Als Laienorganisation innerhalb der Katholischen Kirche vertritt die GKP nach eigenen Angaben die Interessen ihrer Mitglieder in der kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit und nimmt Stellung zu publizistischen und medienpolitischen Fragen. (pro)

Von: nob

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