Richard Dawkins hält es für moralisch richtig, Kinder mit Down-Syndrom abzutreiben
Richard Dawkins hält es für moralisch richtig, Kinder mit Down-Syndrom abzutreiben

Dawkins rät zu Abtreibung

Der Begründer des sogenannten „Neuen Atheismus“, Richard Dawkins, hat via Twitter zur Abtreibung von Kindern mit Down-Syndrom geraten. Einige Leser reagierten empört, andere teilten seine Meinung.

Mit seinem Tweet reagierte Dawkins auf die Bemerkung einer Twitter-Nutzerin. Sie schrieb: „Ich weiß wirklich nicht, was ich tun würde, wenn ich schwanger mit einem Kind mit Down-Syndrom wäre. Ein wahres ethisches Dilemma.“ Darauf antwortete Dawkins mit den Worten: „Treib es ab und versuch es noch einmal. Es wäre unmoralisch, es zur Welt zu bringen, wenn du ein Wahl hast.“ Den Dialog hatte Dawkins selbst ausgelöst, indem er sich kritisch zum Abtreibungsverbot in Irland äußerte.

Ein Teil der Leser reagierte empört und nannte diese Sicht unmoralisch. Eine Frau fragte, was denn geschehe, wenn die Abtreibende dann stattdessen einen Diktator wie Adolf Hitler zur Welt bringe. Andere nannten Dawkins‘ Haltung logisch und nachvollziehbar.

„Menschenverachtend und zynisch“

Als Reaktion auf die vielen Tweets wiederholte Dawkins seine Aussage: Er selbst würde abtreiben, wäre er eine Frau. Das sei allerdings eines jeden eigene Entscheidung. Abzutreiben sei das Recht jeder Frau, die das wolle. Und das Down-Syndrom sei ein guter und sehr gängiger Grund dafür. Entschuldigen werde er sich für seine Aussage nicht, schließlich habe er nur logisch argumentiert. „Es gibt einen Platz für Emotionen und dieser hier ist es nicht“, sagte er mit Bezug auf den Kurznachrichtendienst Twitter.

Gegenüber pro hat sich die Organisation „Projekt 1.000+“ empört über die Äußerung des Buchautors Dawkins geäußert. „Projekt 1.000+“ setzt sich für eine stärkere Schwangerschaftskonfliktberatung zur Vermeidung von Abtreibungen ein. „Jedes Kind, ob mit oder ohne Handicap, ist absolut lebens- und liebenswert“, erklärte Projektleiter Kristijan Aufiero. Das Leben von kranken Kindern als weniger lebens- und schützenswert zu betrachten, halte er für zutiefst zynisch und menschenverachtend. (pro)

Von: al

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