Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wünscht sich von den Kirchen, dass sie sich auch zukünftig in die gesellschaftliche Debatte einmischen
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wünscht sich von den Kirchen, dass sie sich auch zukünftig in die gesellschaftliche Debatte einmischen

„Kirchen, mischt Euch weiter ein!“

Kritik von der Kirche schmerzt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) „ein bisschen mehr“ als diejenige aus den Reihen der Arbeitgeberverbände oder der Gewerkschaften. Das sagte Nahles am Montag in Berlin.

Andrea Nahles hat dort auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und dem Caritas-Präsidenten Peter Neher über das im Februar veröffentlichte Sozialwort der beiden Kirchen diskutiert. Darin fordern die beiden Kirchen Konsequenzen aus der Finanzmarkt-Krise und der Globalisierung der Weltwirtschaft.

Mehr Pointierungen gewünscht

Eine Forderung in dem Papier lautet, dass das Wirtschaftswachstum den Menschen dienen müsse. Eine Konsequenz aus der Finanzmarktkrise sei die Erneuerung der ethischen Maßstäbe für die Wirtschaft. Nahles sagte, dass sie vor allem die geforderte höhere Wertschätzung von Arbeit in dem Papier begrüße. An einigen Stellen hätte sie sich aber „mehr Pointierungen“ gewünscht, zitiert die Katholische Nachrichtenagentur KNA die Ministerin.

Die Katholikin forderte die Kirchen auf, sich weiter in politische Diskussionen einzumischen. Gerade bei der Frage der Langzeitarbeitslosen sei sie für einen Impuls der Kirchen dankbar, berichtet der Evangelische Pressedienst epd. Hier werde häufig eine „immer noch sehr unehrliche Diskussion geführt“, sagte Nahles. Kirchliche Stellungnahmen unterschieden sich von denjenigen von Verbänden, weil sie aus dem üblichen Rahmen herausfielen, ergänzte die Sozialdemokratin. Sie selbst schaue sich die Kritik der Kirchen zwei- oder dreimal an.

Mehr Selbstkritik

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, hätte sich von dem Sozialwort der Kirchen mehr Selbstkritik gewünscht, etwa wenn es um Finanzfragen oder um Arbeitsverhältnisse gehe. An dieser Stelle mehr Transparenz einzuführen, hätte der Glaubwürdigkeit gedient, schreibt die Katholische Nachrichtenagentur.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, räumte Mängel in dem Papier ein. Das Schreiben solle aber eine Debatte anstoßen und nicht im Off verschwinden, mahnte Schneider, der eine abschließende Stellungnahme der Kirchen in Aussicht stellte. (pro)

Von: jw

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