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Von Sackgassen, Irrwegen und Auswegen

In seinem neuen Buch distanziert sich Michael Diener von Teilen der evangelikalen und pietistischen Bewegung. Ihnen wirft er eine „toxische Haltung“ vor, die aus einem falschen Schriftverständnis resultiere. Zu Recht? Eine Rezension.
Von Nicolai Franz
Michael Diener

Foto: pro/Nicolai Franz

Michael Diener war bis September vorigen Jahres Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes

Zu sagen, dass Michael Diener ein neues Buch geschrieben hat, wäre eine Untertreibung. „Raus aus der Sackgasse“ ist viel mehr als das: Bekenntnis, Geständnis, Kampfschrift, Biografie, Weckruf. Der Mann, der einst Pietisten und Evangelikale repräsentierte, geht mit Teilen seiner Glaubensgeschwister so hart ins Gericht, dass sein Buch selbst für den streitbaren Diener ein Novum darstellt.

Von „toxischen“ Überzeugungen und Haltungen innerhalb der pietistischen und evangelikalen Christenheit schreibt der Theologe. Von Gift also, das manche Fromme in besten Absichten mit ihrem Glauben versprühten, das letztendlich jedoch Schaden anrichte – sowohl in der eigenen Community als auch in der Außenwahrnehmung der Frommen. Stark geht es dabei um den Umgang mit homosexuellen Christen, aber auch um Mission, Umgang mit Flüchtlingen oder Genderfragen.

Dass er das Buch „Raus aus der Sackgasse“ nun schreiben kann und schreibt, liegt an zwei Gründen:

  1. Michael Diener hat sich aus beiden Spitzenämtern in der Szene verabschiedet.

Der Theologe hat den Vorsitz der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) und den des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes abgegeben. Er kann damit befreit sprechen, ohne Rücksicht auf Verbände zu nehmen, mit denen er sich öffentlich solidarisch verhalten soll. Freilich hat Diener in seiner aktiven Zeit wie kaum ein anderer auch intern ausgeteilt. Doch so deutlich wie jetzt hat er sich bisher noch nicht geäußert.

Diener schreibt:

„So unwahrscheinlich es ist, dass ein Vegetarier als Vorsitzender der Fleischerinnung lange tragbar wäre, so wenig verständlich wäre es gewesen, hätte ich mich als Vorsitzender der EAD von dem Begriff ‚evangelikal‘ distanziert.“

Tatsächlich war schon zu Beginn seiner Allianz-Amtszeit deutlich wahrnehmbar, dass Diener so seine Probleme mit dem Label „evangelikal“ hat. Im Buch schreibt er immer wieder von „Schubladisierungen“.

Damals hielt er unter der Überschrift „So evangelisch wie möglich, so evangelikal wie nötig“ Vorträge über die Evangelische Allianz. Dabei betonte er, dass es ja nicht die „evangelikale Allianz“ sei. Später rang er sich dazu durch, sich als evangelikal bezeichnen zu können, solange dies bedeute „evangelisch im Sinne der Reformation“. Mittlerweile ist er „Pietist, aber nicht evangelikal“.

Es gibt mehrere Definitionen davon, was einen Evangelikalen kennzeichnet. Die wichtigsten Aspekte sind die persönliche Beziehung zu Jesus Christus, eine Bekehrungserfahrung und die Betonung der Autorität der Bibel und der Mission. So gesehen sind wohl sehr viele Christen evangelikal. Gleichzeitig distanzieren sich viele von ihnen von dem Begriff, um sich von bestimmten Tendenzen abzugrenzen.

  1. Diener berichtet, wie sich seine eigene Theologie in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt hat.

Und in letzterem, der Theologie, spezieller: einer bestimmten Hermeneutik, hat Diener den Schuldigen ausgemacht, der zu dem geführt hat, was er als zerstörerisch, lebensfeindlich, rationalistisch und kulturunsensibel empfindet.

Konkret schreibt Diener von „Biblizismus“ und „Fundamentalismus“. Dieser kennzeichne sich durch eine Haltung, „die von der absoluten und umfassenden Fehler- und Irrtumslosigkeit der Bibel ausgeht und deshalb deren Aussagen ungebrochen auf die heutige Zeit überträgt“. Der Theologe kritisiert (übrigens durchweg mit Gendersternchen), dass solche Schriftverständnisse den kulturellen Rahmen, in dem die Texte entstanden seien, ignorierten:

„Es tut dem Wort Gottes Gewalt an, wenn deren erste Adressaten nicht ernstgenommen, wenn deren kulturelle Gegebenheiten nicht beachtet werden, sondern vorschnell so getan wird, als sei der vorliegende Text ungebrochen das Wort Gottes für mich in meiner Zeit.“

Wer ist hier mit „Fundamentalist“ gemeint?

An dieser Stelle wird ein erstes ernstes Problem deutlich, das sich durch „Raus aus der Sackgasse“ zieht: Wer ist denn nun damit gemeint?

Denn zwar gibt es mit der Chicago-Erklärung immerhin ein Dokument, das die Bibel als „fehler- und irrtumslos“ bezeichnet. Meint Diener Vertreter dieser Erklärung?

Es war der junge Thomas Schirrmacher, heute Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, der die Chicago-Erklärung schon früh auf Deutsch herausgab und bis heute dahintersteht. Zwar gibt es berechtigte Anfragen an das Dokument, allerdings schließt es wissenschaftliches Arbeiten am biblischen Text explizit ein – inklusive der Berücksichtigung von Textgattungen und des kulturellen Rahmens. Schirrmacher wird mehrfach positiv von Diener zitiert, auch indirekt, beispielsweise wenn es um das ÖRK-Dokument „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ geht.

Schirrmacher ist quasi ein lebender Beweis dafür, dass ein sehr konservatives Schriftverständnis und interreligiöser Dialog und Weltoffenheit gut miteinander vereinbar sind. Doch wenn exponierte konservativ-evangelikale Theologen nicht mit Dieners Fundamentalismus- und Biblizismus-Kritik gemeint sind, wer dann?

Es gab Hass – von einer lauten Minderheit

Fakt ist: Es gibt nicht eine einzige Ausbildungsstätte in Deutschland, in der ein solches, von Diener „grob“ skizziertes Schriftverständnis gelehrt wird, die den kulturellen Rahmen eines Textes in der Exegese ignoriert. Allerdings gibt es trotzdem weiterhin Theologen, die trotz Berücksichtigung des kulturellen Rahmens der Bibel zu einer konservativen Haltung kommen. Dass Diener das wissen dürfte, macht die Sache nicht besser. Es bleibt daher oft diffus, wer eigentlich die Gesprächspartner und Adressaten dieses Buches sind.

Diener bezeichnet sie als „Fundamentalisten“ und „Biblizisten“ – beide Ausdrücke sind heutzutage abwertende Fremdbezeichnungen, die die Betroffenen so nur in den seltensten Fällen für sich selber akzeptieren würden. Und selbst wenn, wäre die Gruppe der sich mit Stolz so nennenden „Fundamentalisten“ und „Biblizisten“ so klein, dass es nicht lohnen würde, über sie ein Buch zu schreiben.

Präses Steffen Kern (Mitte), Christoph Morgner (li.), Michael Diener Foto: PRO/Christoph Irion
Der aktuelle Gnadauer Präses Steffen Kern (Mitte), sein Vorvorgänger Christoph Morgner (li.) und Michael Diener, der vor Morgner das Amt innehatte

Es drängt sich bisweilen der Eindruck auf, dass Diener mit seiner Kritik vor allem auf zürnende Berufsfacebooker und eher Laien zielt, mit denen er sich häufig und manchmal etwas dünnhäutig in öffentliche Diskussionen begeben hat. Diesen Christen genügt ein aus dem Zusammenhang gerissenes Bibelzitat, um eine beliebige, als „liberal“ geschmähte Position pseudotheologisch zu widerlegen, von Homosexualität über soziale Gerechtigkeit bis hin zur Seenotrettung.

Dazu kommen hasserfüllte Briefeschreiber, von denen Diener berichtet, die sich im fragwürdigen geistlichen Auftrag wähnen, alles, was ihren geistlichen Vorstellungen widerspricht, mit dem Anathema, also dem Vorwurf der Häresie, zu belegen. Keine Frage: Was Michael Diener an unsachlicher, beißender, unfairer, hasserfüllter, ganz und gar unchristlicher, womöglich justiziabler Kritik in den vergangenen Jahren abbekommen hat, hätte an jedem Menschen genagt.

Die Frage ist allerdings, ob – gerade im Fall von Facebook – diesen Stimmen nicht eine zu hohe Bedeutung beigemessen wird. Und ob wirklich ein bestimmtes Schriftverständnis der Grund für verurteilendes Verhalten ist, statt schwieriger Persönlichkeitsprägungen, die es unter Menschen nun mal gibt.

Von einer „lauten Minderheit“ sprach Diener selbst noch vor Jahren, und er hatte Recht. Die große Mehrheit auch derjenigen, die ein sehr konservatives Schriftverständnis vertreten, spricht und handelt wohl nicht so.

Vieles bleibt anekdotenhaft

Allerdings ist die Frage, wie relevant welche Äußerungen sind und wen sie eigentlich repräsentieren, bei kaum einer anderen Gruppe so schwierig zu beantworten wie bei den Evangelikalen und Pietisten. Katholiken und Protestanten gibt es zigmillionenfach, Evangelikale und Pietisten dagegen sind die Ausnahme. Sie haben oft keine festen Mitgliedschaften, weil es schließlich in erster Linie um eine innere Haltung geht, die man in vielen Kirchen leben kann. Dazu kommt, dass die Gemeinten sich nicht immer so einsortieren würden, vor allem nicht als „evangelikal“. Da trifft Diener voll ins Schwarze: Nicht erst seit Bolsonaro und Trump ist die „Schubladisierung“ „evangelikal“ dermaßen verbrannt, dass nur die Wenigsten frei von Schamesröte gegenüber Nicht-Insidern angeben würden, sie seien, nun ja, evangelikal. Eine echte Sackgasse.

„Auch die Frommen sind kein englischer Rasen, auf dem jeder zu lange Grashalm mit der Nagelschere abgeschnitten wird.“

Solange es dazu keine belastbaren Zahlen und Erhebungen gibt, bleiben viele Äußerungen anekdotenhaft und leider nicht repräsentativ. Gerade deshalb wäre es neben den sicher blutdrucktreibenden Zitaten einiger Glaubensgeschwister wünschenswert gewesen, wenn Diener sich mit den Ansätzen und Theologen beschäftigt hätte, die real in nennenswerter Zahl unter Pietisten und Evangelikalen gelehrt, vertreten und diskutiert werden. Zu Recht schreibt Diener bei der Kirche oft von einer wertzuschätzenden „Frühlingswiese“ – ja, auch die Frommen sind kein englischer Rasen, auf dem jeder zu lange Grashalm mit der Nagelschere abgeschnitten wird. Stattdessen blüht und wuchert es überall. Und natürlich wächst dort auch Unkraut.

Das Unkraut, also im Duktus des Buches ein falsches Bibelverständnis, hat aus Dieners Sicht zu einer starken Polarisierung geführt, die die eigene Position als die einzig wahre angibt. Namentlich erwähnt er das „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ um den Evangelisten Ulrich Parzany, das sich 2015 nach Dieners öffentlichen Äußerungen in einem Welt-Artikel zu einer Öffnung beim Thema Homosexualität gegründet hatte. Diener kritisiert, dass die „alten, wütenden oder besorgten Männer“ (Diener selbst wird kommendes Jahr 60) „Polarisierungen vorantreiben und Geschwister gegeneinander aufbringen“. Darüber hinaus erklärt Diener im selben Zusammenhang, warum er sein Abo der christlichen Wochenzeitschrift idea gekündigt hat und er das Heft auch nicht mehr liest (wohl aber im Buch zitiert).

Rechthaberei oder respektvoller Streit?

Egal wie man inhaltlich zu einigen Fragen stehen mag, muss man doch feststellen, dass Diener selbst zu dieser Polarisierung erheblich beigetragen hat. Warum sollte er sonst ein Buch schreiben, mit dem er seine Glaubensgeschwister („Fundamentalisten“, „Biblizisten“ und „Bekenntniskonservative“) dazu aufruft, erst ihre Hermeneutik und dann ihre Ethik zu ändern? Im Sinne biblischer, reformatorischer und aufklärerischer Ideale ist doch die „Disputatio“, das gemeinsame, auch mal harte Ringen um das rechte Verständnis des Wortes Gottes, nicht verboten, sondern geradezu geboten!

Wichtiger ist, ob bei diesen Diskussionen Stil, Respekt, Anstand – und ja: Liebe – dominieren oder ob es am Ende um Rechthaberei geht. Da hat Diener durchaus schmerzhafte Erfahrungen machen müssen, in denen sich theologisch konservative Christen nicht mit Ruhm bekleckert haben. Wohlgemerkt bezieht er diese Äußerungen nicht auf alle Evangelikale und Pietisten, sondern wird nicht müde zu betonen, dass es jeweils um einen Teil der Frommen geht. Namentlich nennt er den Bremer Pastor Olaf Latzel, der wegen abfälliger Äußerungen über Homosexuelle erstinstanzlich wegen Volksverhetzung verurteilt wurde.

Michael Diener

Michael Diener, 1962 geboren, stammt aus Pirmasens. Von 2009 bis 2020 stand er als Präses dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband vor. Von 2012 bis Ende 2016 war er Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland. Seit 2015 ist er Mitglied im EKD-Rat, einem der wichtigsten Gremien der Evangelischen Kirche.

Kategorisch lehnt Diener es ab, Positionen als nicht verhandelbar darzustellen. Niemand dürfe meinen, er habe die einzig gültige Wahrheit gefunden. Etwas widersprüchlich gerät dabei, dass Diener dann eben doch Grenzen des christlichen Glaubens definiert:

„Keine Frage – die unaufgebbare Grundsubstanz des christlichen Glaubens liegt in der Liebesgeschichte Gottes mit seiner ganzen Schöpfung. Sie liegt darin, dass Gott in Jesus Christus für uns gestorben und auferstanden ist, dass er als Richter und Herr der ganzen Welt wiederkommt.“

Mit Verstand glauben

Sicher ist das ein ganz klassisches Verständnis der christlichen Lehre – die aber je nach Deutung der zentralen Begriffe in theologisch liberalen Kreisen längst in Frage gestellt wird und in evangelikalen Kreisen ebenfalls zunehmend verschwimmt (War Jesus Gott? Musste er für die Menschen sterben? Ist er wahrhaftig auferstanden?). Hier finden sich verblüffenderweise Schnittmengen zum „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“. In dessen aktueller Erklärung geht es nämlich gar nicht mehr um sexualethische Fragen, sondern um genau das Grundsätzliche, das auch Diener anspricht. Ob sich die Antipoden vielleicht doch näher sind, als sie meinen?

Wirklich stark sind die Abschnitte in „Raus aus der Sackgasse“, in denen es um Apologetik und den Dialog mit Wissenschaften und Gesellschaft geht. Hier hat Diener auch durch seine Tätigkeit im Rat der EKD Erhebliches für die evangelikale und pietistische Bewegung geleistet. Er wirbt dafür, dass Verstand und Glaube einander nicht bekämpfen, sondern ergänzen sollen. Eine Trennung von Kopf und Herz lehnt er ab, stattdessen gebe es auch gute Gründe, zu glauben. Ein plattes „Das musst du eben glauben, weil es in der Bibel steht“ lasse sich daher nur schwer mit der Tatsache vereinbaren, dass Gott den Menschen mit einem Verstand ausgerüstet hat.

Sehr inspirierende Gedanken finden sich auch zum Thema Mission. Höllenpredigten führten niemanden zu Gott, stattdessen sollten Christen das teilen, was sie bewege: die Liebe Gottes zum Menschen. Überzeugend argumentiert Diener auch auf Grundlage von EKD-Texten (an denen er teils selbst mitwirkte), warum Offenheit und Respekt für und Dialog mit anderen Religionen und ein selbstbewusstes Christuszeugnis einander nicht ausschließen müssen.

Wandel beim Thema Homosexualität

Schließlich beschreibt der Theologe nach langem Anlauf seinen persönlichen Meinungsumschwung in Bezug auf Homosexualität. In früheren Texten hatte er noch eine konservative Haltung vertreten, bis sich zaghaft Betroffene an ihn wendeten: erst deren Bekannte, Freunde und Eltern, dann homosexuelle Menschen selbst. Sie berichteten von einem ernsthaften Ringen, von Therapieversuchen und vielen Gebeten, von einem Schattendasein und Diskriminierungen in Gemeinden.

Diener hat das tief getroffen – und wohl jedem Menschen mit einem Gewissen würde es so gehen. Er fand sich wieder in einer theologischen Sackgasse, in der er beim besten Willen eine konservative ethische Haltung nicht mit der sichtbaren Realität in Einklang bringen konnte, in der Menschen trotz bestem Willen in ihrer Situation großen Schmerz erleiden. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen und Akzeptanz homosexueller Beziehungen finden sich sicher viele Evangelikale in diesem Unbehagen wieder.

Erst langsam veränderte sich Dieners Haltung, sie lässt sich teils an seinen öffentlichen Äußerungen dazu nachvollziehen, zumindest zwischen den Zeilen. Jetzt schreibt er erstmals offen über diese Entwicklung.

2013 war er zusammengebrochen. Er macht auch seine innerliche Zerrissenheit bei einigen theologischen Themen dafür verantwortlich. Heute folgt er einer theologischen Perspektive auf Homosexualität, die immer mehr Anhänger findet: Die Bibel und die antike Welt kennten nur homosexuelle Beziehungen mit klarem Machtgefälle bis hin zu Missbrauch. Zu respektvollen, auf Vertrauen basierenden homosexuellen Beziehungen auf Augenhöhe schweige die Bibel. Unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen der Gegenwart seien verantwortliche homosexuelle Beziehungen also nicht nur mit Gottes Willen vereinbar. Sie entsprächen ihm sogar, schreibt er in „Raus aus der Sackgasse“.

Natürlich gibt es gegen diese Ansicht auch Gegenargumente, insbesondere in Bezug auf die sogenannte Schöpfungsordnung. Was Dieners Grundanliegen angeht, ist aber etwas anderes interessanter: Denn diese progressive Herangehensweise bewegt sich absolut im Rahmen konservativer Schriftverständnisse, die angeblich die Wurzel von so viel Übel ist. Die von Diener vorgeschlagene Auslegung nimmt die Texte ernst, interpretiert sie im kulturellen Kontext und überträgt sie in die heutige Zeit.

Es bräuchte dazu nicht einmal den Ansatz von Thorsten Dietz und Tobias Faix aus ihrer „Ethik zum Selberdenken“, für den Michael Diener wirbt, auch nicht die sogenannte „fortschreitende Offenbarung“, um zu einer progressiven Haltung zu kommen. Das gilt noch viel stärker für den Einsatz für Flüchtlinge, um den es in einem weiteren Abschnitt geht, und sollte ohnehin selbstverständlich sein, wenn es um die Ablehnung von Verschwörungsdenken, Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus geht.

„Raus aus der Sackgasse“: Ethik muss sich an der Wirklichkeit messen lassen

Schwieriger ist es, ob es gelingt, dass konservative und progressive Haltungen im Gemeindealltag nebeneinander existieren können, wenn es um Homosexualität geht. Diener kämpft erklärtermaßen für eine Öffnung. Eine wichtige Mahnung richtet er an die, die es anders sehen: „Ich finde es wichtig, dass bekenntniskonservative Geschwister sich diesen Fragen so stellen, als beträfe es ihre eigenen Kinder. In nicht wenigen Fällen ist das ja auch genauso.“

Dabei bleibt Diener allerdings nicht stehen, sondern plädiert für eine grundsätzliche Liberalisierung der Sexualethik. Dabei versichert er, natürlich nicht für ein „anything goes“ zu plädieren. Stattdessen fordert er eine Sexualethik, die auf „Liebe, Freiheit und Gerechtigkeit“ fußt. Den konkreten Rahmen dafür definiert er aber nicht. Man ahnt: Jeder Rahmen, den der Autor hier nennen würde und der über die Gleichberechtigung der Sexualpartner hinausgeht, könnte von denen als weitere Sackgasse aufgefasst werden, die das anders sehen: Dauerhafte Beziehungen? Treue? Warum sollte es genau dieser Rahmen sein? Und warum soll er für alle gelten?

Jede Ethik, so gut begründet sie sein mag, muss sich auch an der Wirklichkeit messen lassen, das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus diesem Buch. In diesem Sinne könnte „Raus aus der Sackgasse“ eine wichtige Debatte weiter vorantreiben. Homosexuelle Christen brauchen konstruktive Lösungen für ihr Leben. Um die Sackgassen, die Diener an vielen Stellen des Buches zutreffend beschreibt, sollten sich Evangelikale und Pietisten weiterhin kümmern. Dazu braucht es in erster Linie einen respektvollen Dialog der unterschiedlichen Strömungen.

Michael Diener: „Raus aus der Sackgasse! Wie die pietistische und evangelikale Bewegung neu an Glaubwürdigkeit gewinnt“, adeo, 240 Seiten, 20 Euro

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26 Antworten

  1. Raus aus der Sackgasse ! Eine ,, Selbstreflektion,, von Herrn Diener . Wie passend dieser Titel ist.

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  2. Mit ist die Position von Herr Diener klar.
    Jede Entwicklung hat ihre Gründe. Insofern kann ich ihn gut verstehen.
    Und trotzdem möchte ich mich etwas ganz anderem zuwenden, nämlich dem Missionsbefehl Jesu Christi, wie er uns im Matthäus-Evangelium überliefert ist: Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
    Mt.28,18-20
    Das ist’s, was uns aufgetragen wurde – und wir brauchen nicht mal nach Übersee oder Afrika zu gehen. Die Welt ist zu uns gekommen. Und last but not least braucht unser eigenes Volk das Evangelium ganz dringend. Die religiöse Dimension scheint immer mehr abhanden gekommen zu sein. Die Frage nach Gott wurde von der Frage nach dem diesseitigen Leben ersetzt. Lasst uns zum Wesentlichen zurückkehren – ehe es zu spät ist! Mit lieben Grüßen!

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  3. Ich finde es SEHR RICHTIG und WICHTIG, dass dem Einfluss des “Bibelfundamentalismus” wiederstanden wird. Wir glauben an den dreieinigen Gott – die Bibel ist da nicht Objekt des Glaubens, sondern “nur” der diesseitige Hinweisgeber! Ein wichtiger / der wichtigste Hinweisgeber, aber DIESseitig. Alle Ansätze, die der Bibel “an sich” göttliche Eigenschaften zuweisen (so als habe man mit der Bibel auch Gott in der Hand), enden m.E. in einer bibelgläubigen Ideologie, die aus christlicher Sicht an Götzendienst grenzt…

    Letztlich geht es beim Glauben an Gott um ein Vertrauensverhältnis zu Gott, nicht um das Akzeptieren einer wie auch immer gearteten frommen Ideologie …

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    1. Sehr gut gesehen.
      Man kann auf das Buch nur gespannt sein. Sicher werden auch die Widersprüche, die man in der Schrift auszumachen scheint und deren Beantwortung man so gern hätte, thematisiert.
      So ein Buch war längst überfällig. Es wird wohltuend entkrampfend wirken.

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    2. Wenn die Bibel für Christen jetzt nicht mehr gilt dann verkommt der Glaube zur holen Hülle einer selbstgbastelten Ideologie. Da alle Glaubenszeugnisse; Wunder; Gebote; Sünden; usw. welche in der Bibel stehen zur Disposition stehen letztlich führt das zu einem Glauben zu einem undefineirbaren nebulösen Gott. In der Bibel stehen Wunder über Wunder angefangen im NT durch die Jungfrauengeburt.

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      1. @Frank
        Wer sagt denn, dass die Bibel für Christen nicht mehr gilt??
        Ich glaube, Sie haben die vorigen Kommentare nicht richtig gelesen… (Oder bei Ihnen schrillen schon Alarmglocken, nur weil jemand sagt, dass die Bibel nicht mit Gott gleichzusetzen ist)
        Die Bibel ist ein BUCH, Gott ist kein Buch.
        Gott hat sich in Jesus offenbart. Das bezeugen die biblischen Schriften. Aber die biblischen Schriften sind weder Jesus noch Gott noch die Offenbarung Gottes. Denn die Offenbarung Gottes ist Jesus; er hat gesagt, dass ER die Wahrheit ist, und nicht, dass die Thora die Wahrheit ist. Jesus hat gesagt: Wer MICH sieht, der sieht den Vater. Und nicht: Wer die Bibel sieht, der sieht den Vater.
        Die Bibel ist Papier, Gott ist nicht Papier. Gott ist lebendig. Die Beziehung zu Gott ist lebendig. Die Beziehung zu einem Buch ist nicht lebendig. Die Erhöhung eines Buches zu einem Gott ist nichts anderes als Götzendienst.
        Und deshalb entsteht aus Biblizismus, dem Bibel-Fetisch, auch nichts Gutes. Da kommen keine Früchte des Geistes heraus, weil es ihm nicht um den Geist geht, der DURCH die Bibel sprechen kann (und der, wie es in der Bibel steht, weht, wo ER will, und nicht, wo ihn Menschen festnageln wollen!!) , sondern um das reine gedruckte Wort, mit dem man anderen Menschen “beweisen” kann, dass man selbst die Wahrheit, also Gott, besitzt.

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      2. Auch Sie lesen die Bibel selektiv, Sie reflektieren das aber nicht, sondern halten Ihre Lektüre für die biblische Wahrheit selbst…
        Frage:
        Gehen Sie gelegentlich nach dem Sonntagsgottesdienst mit den Ältesten zum Steinigen widerspenstiger Söhne? Oder gibt es solche in Ihrer Gemeinde nicht?
        Wenn Sie diese Praxis ablehnen, brauchen Sie eine hermeneutische Begründung, also lesen Sie selektiv, entlang impliziter hermeneutscher Urteile!
        Eine Lektüre, die glaubt, den wörtlichen Sinn und die göttliche Autorität vollumfänglich in der Tasche zu haben, ist selbst hochgradig ideologisch.

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    3. “zu welchen Gottes Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden“ Joh 10,35
      Jesu Verständnis zur Schrift ist doch ziemlich eindeutig, es gäbe noch reichlich Textstellen die man anführen könnte.
      Zeigt er da Defizite unser Heiland, oder hat er was falsch verstanden ?
      Sorry aber die Argumente der ” Bibelkritiker” sind dürftig und nicht zu Ende gedacht, wo sie doch immer ihre Klugheit betonen. Der hl Geist ist der “Ghostwriter” der Bibel, da hätten wir schon zwei der Dreieinigkeit ! Aber regt euch ab, glaubt was ihr wollt, ich befürchte nur wer der Schrift misstraut zu dem spricht sie auch nicht !

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      1. @Stammtischbruder
        Ihre wirren, zusammenhanglosen Aussagen und Bibelvers-Schleudereien zeigen, dass Sie nicht verstanden haben, was die Argumente Ihrer Vorkommentatoren waren.
        Nur, weil man die Bibel nicht mit Gott gleichsetzt, heißt das nicht, dass man nicht glaubt, dass Gott durch die Bibel spricht, dass der heilige Geist durch sie handelt und dass sie Gottes Wort (nämlich das Evangelium von Jesus) transportiert.

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      2. Ich würde einfach empfehlen, das Johannesevangelium einmal ganz zu lesen und sich geographische und chronologische Notizen zu machen… Und dann anschließend dasselbe mit den Synoptikern… und das lege man dann nebeneinander…
        Also den Menschen, die sich ernsthaft mit Bibelwissenschaften beschäftigen, zu unterstellen, ihre Argumente wären dürftig und nicht zuende gedacht, dokumentiert einmal mehr vollumfängliche Ignoranz!

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  4. Sehr geehrter Herr Franz, da ich sowohl die Diksussion um Michael Diener als auch “Bibel und Bekenntnis” medial verfolge, kann ich nicht feststellen, dass diese sich näher wären, als es scheinen mag. Wenn man die wirklich haarsträubende Bibliolatrie, die ein Herr Latzel betreibt (er identifiziert unwidersprochen den Logos aus Joh 1 mit der Bibel!) oder die Aufforderung zur inquisitorischen Bespitzelung “bibeltreuer” Ausbildungsstätten von Herrn Dr. Schwark sich zu Gemüte führt, weiß man, wes Geistes Kind dort sein Wesen treibt!
    Auch ist Prof. Dr. (mult.) Schirrmacher, der immer wieder ganz uneitel seine Titel wie eine Monstranz “ausführt”, keine Beleg für einen wissenschaftlich redlichen Umgang mit der Bibel. Die Chicagoer Erklärung, die Schirrmacher mit einigen Klimmzügen zu retten versucht, stellt von vornherein fest, was hinten rauskommen muss. Ein Aussagensystem, das nicht fallibel ist, weil es “a priori” Ergebnisse festlegt, ist per se nicht wissenschaftlich! Der Bibel-Fundamentalismus ist intellektuell nicht zu retten, er ist ein modernes Phänomen und er ist hochgradig ideologisch. Und er ist ganz sicherlich nicht biblisch und nicht reformatorisch.
    Herr Dr. Diener nötigt mir den größten Respekt ab!
    Die Buchkritik finde ich wenig inspirierend und gerade deshalb werde ich das Buch auf jeden Fall lesen! Also zielführend in gewisser Hinsicht!
    MfG

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  5. Wahnsinn. Haben wir wirklich keine größeren Probleme, als einander die Bibel oder die “Wahrheit” oder unsere Meinungen darüber um die Ohren zu dreschen? An der Liebe untereinander werden sie euch erkennen. Oder eben auch nicht. Ein Trauerspiel.

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    1. Hallo Cus, das ringen um die Wahrheit ist notwendig. Wahrheit ist ein Kern der Liebe. Liebe ohne Wahrheit ist keine Liebe sondern erbarmungslos. 1kor. 13 ff. (Gilt natürlich nur für Fundamendalisten die glauben was in der Bibel steht)

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      1. Nein, das gilt nicht nur für Fundamentalisten. Die Anmaßung, mit der Fundamentalisten beansoruchen allein im Vollbesutz der biblischen Wahrheit zu sein, ist exakt proportional zum Maß an Bildungsverweigerung, sonst müsst eman den eigen Standpunkt kritisch relativieren. Die Bibel gehört nicht den Fundamentalisten, diese missbrauchen sie vielmehr in ideologischer Weise. Übrigens hat die DEA das schon immer so gesehen.
        Vgl. die sehr aufschlussreichen Vorträge von Prof. Thorsten Dietz
        https://wort-und-fleisch.de/fundamentalismus/
        https://wort-und-fleisch.de/der-postevangelikalismus/
        https://wort-und-fleisch.de/die-deutsche-evangelische-allianz/

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        1. Ja ja lieber Carvahlho es gibt die bösen Fundamentalisten die dumm sind und glauben was die Bibel bezeugt. Auf der anderen Seite gibt es gebildete wissende die genau wissen was in jeder Zeit richtig und falsch ist, nämlich solche wie Carvalho, nur diese Gruppe von Menschen hat überhaupt die Möglichkeit durch die persönliche Erleuchtung zu Gott zu finden. Oh oh dann bin ich lieber in Ihren Augen dumm ein Fundamentalist und was auch immer. Jesus hat uns das ja vorausgesagt, dass wir um seinetwillen gehasst werden. Lieber durch Carvalho gehasst in den Himmel als mit einer selbstgebastelten Ideologie von Gott getrennt sein.

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          1. @Gast
            Genau, Jesus sagte, dass seine NachfolgerInnen UM SEINETWILLEN gehasst werden. Fundamentalisten werden aber nicht kritisiert um Jesu Willen, sondern wegen ihrer menschengemachten Ideologie, ihrer Vergötterung eines Buches und ihrem anmaßenden Gebaren, das (wie Sie das hier wieder einwandfrei demonstriert haben) meint, in der Position zu sein, über Wohl und Weh, Himmel und Hölle von Menschen entscheiden zu dürfen. Letztlich werden sie also dafür kritisiert, dass sie sich an Gottes Stelle setzen.
            Und das völlig zu Recht.

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      2. @Gast
        Das Problem ist aber, dass Fundamentalisten “Wahrheit” ganz anders verstehen, als Jesus es tut. Wahrheit ohne Liebe gibt es nicht. Tote Wahrheit aus Buchstaben gibt es nicht. Die Wahrheit ist eine Person, nämlich Jesus. Und nicht bestimmte Dogmen.
        Wahrheit muss sich immer daran messen lassen, ob sie zur Liebe führt. Wahrheit muss sich immer an ihren Taten messen lassen – ob sie gute Früchte hervorbringt oder schlechte.
        Aber bei Fundamentalisten hat die “Wahrheit” mit Liebe oder jesusgemäßem Handeln nichts zu tun. Denn da ist “Wahrheit” einzig und allein der Sachverhalt, dass man meint, man hätte die “richtige” Bibelauslegung, man hätte Gott begriffen und könnte aus göttlicher Perspektive alle Menschen und Dinge dieser Welt beurteilen. Und andere, die die Bibel anders verstehen, als man selbst, sind immer Irrlehrer, Lügner, Wahrheitsverdreher… Denn die eigene Irrtumslosigkeit darf nicht in Frage gestellt werden (Fundamentalisten formulieren zwar, sie glaubten an die Irrtumslosigkeit der Schrift, aber darunter verstehen sie die Irrtumslosigkeit IHRER Schriftauslegung, also ihre eigene Irrtumslosigkeit. Und das ist toxisch. Weil es Hybris ist.).

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        1. Guten Tag Kaja, Jesus ist die Wahrheit. Jesus handeln und Aussagen werden in der Bibel bezeugt. Glauben Sie an die Wunder die Jesus passiert sind (Geburt) und die Taten die er getan hat (Wunder). Glauben Sie daran das, dass was Jesus gesagt ist und durch die Bibel bezeugt ist stimmt?

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          1. @Gast
            Was meinen Sie denn mit dem Wort “stimmt”?
            Und weshalb legen Sie so einen Wert auf den Begriff “Wunder”?

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          2. Guten Tag, Gast! Und wieder einmal fordern Sie – wie es in Fundamentlien schlechter Brauch ist -, dass man hinter bestimmte “Markerfragen” einen Haken macht. Wer dies tut und zustimmt, ist rechtgläubig, wer da Anfragen formuliert, ist ein liberaler “Verwässerer”, der nur seinen Wunschvorstellungen nachhängt und seinen “Pipi-Langstrumpf-Glauben” strickt.
            Merken Sie eigentlich nicht, wie primitiv solche Freund-Feind-Linien sind?
            Kann man über das Wunder der Geburt Jesu in biologischen Kategorien sprechen?
            Hier geht es um das Geheimnis der verborgenen Wirklichkeit Gottes in der Welt, das man nicht auf eine biologische Faktenfeststellung herunterbrechen kann… Oder glauben Sie etwa, wenn man eine Haar-Locke von Jesus finden würde, dass sich göttliche DNA extrahieren ließe?
            Ich kann es Ihnen nicht ersparen, aber der Fundamentalismus ist eine primitive, positivistische Ideologie, die dort aussteigt, wo der Glauben zu einem wirklich intellektuellen, existenziellen und grundständig berührenden Wagnis wird…

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          3. Ich glaube an Wunder. Ich glaube daran dass Jesus Christus von einer Jungfrau geboren wurde. Ich erlebe, dass Jesus auch heute noch Wunder tut. Ich glaube an das Wort der Offenbahrung. „Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn ihnen jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.“

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          4. Lieber Gast,
            Es sei Ihnen unbenommen, zu glauben, was Sie glauben möchten. Ich frage mich nur, was ich mit ihrem “Glaubensbekenntnis” nun anfangen soll? Sie haben leider meine Fragen nicht beantwortet (ebenso wie in unserer Diskussion neulich über Homosexualität – falls Sie nicht wieder ein anderer Gast sind). Das erschwert einen sinnvollen Austausch enorm – und es gibt mir einmal mehr den Eindruck, dass Sie an einem solchen gar nicht interessiert sind.

            Welchen Sinn Ihr Zitat aus der Offenbarung für unsere Diskussion haben soll, kann ich nicht erkennen. Es ist doch niemand hier in der Diskussion, der der Johannesoffenbarung irgend etwas hinzufügen oder ihr wegnehmen möchte.

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  6. Herr Carvalho nennt gerne Menschen die an die Irrtumslosigkeit der Bibel glauben, Leute aus Fundamentalien. Wir können uns dort wohlfühlen, auch vor dem Hintergrund des Neuen Testaments. Jesus redet dort unumwunden davon das sich bis in die Familien hinein Spaltungen wegen des Wortes Gottes ergeben werden. Diese müssen wir, wenn auch traurig, hinnehmen. Wenn es Menschen gibt die manchen Bericht der Bibel als nicht historisch sehen kann ich gern entgegen halten das Jesus sich selbst auf diese Bericte bezieht: Matth. 11,23 Sodom,,,,Matth.12,40f Jona,,,,,Matth24,37f Noah. Also darf ich sehr entspannt sein, wenn es Menschen der modernen Theologie, etwa “Worthaus” anders sehen. Die Bibel hat doch recht. Wer innerhalb oder ausserhalb von Fundamentalien lebt ist ein von Gott geliebter Mensch und es ist das Anliegen Gottes das alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

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    1. Dass Jesus die zeitgenössische Sicht auf die Texte der hebräischen Bibel teilte, ist doch nicht weiter erstaunlich; daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen, dass die gesamte Bibel auch in historischer und naturkundlicher Hinsicht irrtumsfrei sei, ist allerdings absurd und eine Ausgeburt des modernen Fundamentalismus.
      Das Gejammer, wir sind Opfer von Spaltung und Ausgrenzung, weil wie am Wort Gottes festhalten, ist langsam ärgerlich und selbstgefälliger Unsinn ist es obendrein… Es kann jeder in Deutschland den absonderlichsten Fundamentalismen anhängen – solange er gesetzeskonform lebt -, aber man darf Absonderlichkeiten auch geistlose Absonderlichkeiten nennen.
      Über die historische Irrtumslosigkeit der Bibel sollten eigentlich nur Menschen diskutieren, die die “Fleißarbeit” auf sich nehmen, einmal das ganze Johannesevangelium mit spitzem Griffel zu lesen und daneben die Synoptiker und zwar zunächst einmal nur mit der Schwerpunkt chronologische und geographische Daten zu markieren… Mehr braucht es nicht! Aber wer dazu nicht in der Lage ist, sollte einfach im Hinblick auf weitreichende (Fehk-)Urteile die Füße flach halten…
      MfG
      PS Ihrem letzten Satz stimme ich ausdrücklich zu, allerdings geht es bei der Wahrheit Gottes sicher nicht um die Einsicht, dass ein Buch in jeder Hinsicht irrtumsfrei sei, denn das ist ein häretischer Unsinn!

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  7. @Redaktion
    Ich würde gerne auf matti’s Kommentar antworten, erhalte jedoch jedes Mal eine Fehlermeldung, wenn ich auf “Kommentar abschicken” klicke. Ich werde dann weitergeleitet auf eine Seite mit der Überschrift “you’re not authorized to view this page”.
    Woran liegt das?

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    1. Hallo Kaja,
      sorry, dass wir uns erst jetzt dazu melden. Wahrscheinlich hängt es noch damit zusammen, dass wir vor kurzem Probleme mit unserer Webseite hatten. Wir leiten das Problem an unsere IT weiter.
      Die PRO-Redaktion

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