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Meta zu 390 Millionen Euro Strafe verurteilt

Der Facebook-Mutterkonzern Meta muss wohl eine hohe Strafe bezahlen. Aufgrund von Verstößen gegen den Datenschutz hat die irische Regulierungsbehörde 390 Millionen Euro Strafe verhängt. Der Konzern will gegen das Urteil juristisch vorgehen.
Von Johannes Blöcher-Weil
Handy mit Social-Media-Kanälen auf dem Bildschirm

Foto: Jeremy Bezanger on Unsplash

Der Internetkonzern Meta, mit seinen Angeboten Facebook, WhatsApp und Instagram, steht wieder in der Kritik, sich nicht an Datenschutzbestimmungen gehalten zu haben

Dem Internetkonzern Meta drohen 390 Millionen Euro Strafe, weil er gegen die Datenschutzregeln der EU verstoßen haben soll. Die irische Datenschutz-Kommission kritisierte vor allem Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung bei Werbung auf den Meta-Angeboten Facebook und Instagram. Die irischen Behörden sind für den Fall zuständig, weil Meta seinen Europasitz in Dublin hat.

Demnach hat Meta Nutzerdaten für personalisierte Werbung bei Facebook und Instagram widerrechtlich genutzt. Der österreichische Datenschutz-Aktivist Max Schrems und die von ihm gegründete Organisation „noyb“ werfen Meta vor, „keine explizite Zustimmung zur Datennutzung einzuholen, sondern diese in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu verlagern“, zitiert ihn Welt Online. Damit habe der Konzern seine Verpflichtung zur Transparenz verletzt.

In Zukunft soll Meta eine „Ja/Nein“-Option für personalisierte Werbung einholen müssen. Im Falle des Facebook-Verstoßes sind 210 Millionen Euro Strafe fällig, bei Instagram wären es 180 Millionen Euro. Über die Plattform WhatsApp soll gesondert entschieden werden. Meta selbst reagierte „enttäuscht“ und kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen.

Meta musste bereits im vergangenen Jahr horrende Summen bezahlen. Im November waren 265 Millionen Euro wegen gehackter Nutzerdaten fällig. Im September musste der Konzern sogar 405 Millionen Euro bezahlen, weil er gegen die Datenschutzregeln für Kinder auf Instagram verstoßen hatte.

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Eine Antwort

  1. Auch, wenn es für manche ermüdend ist.
    Wir haben das Thema bereits schon mind. dreimal diskutiert:

    https://www.pro-medienmagazin.de/soziale-medien-erleichtern-die-vermittlung-von-glaubensthemen/#comment-11693

    https://www.pro-medienmagazin.de/ekd-praeses-christen-sollen-im-netz-persoenliche-beziehungen-aufbauen/#comment-10984

    https://www.pro-medienmagazin.de/ekd-praeses-kirche-muss-digital-noch-viel-praesenter-werden/#comment-11686

    Zudem gibt es eine neuere Masterstudie von Benjamin Altpeter (TU Braunschweig):
    https://benjamin-altpeter.de/doc/thesis-consent-dialogs.pdf
    Zitat daraus:
    “[…]
    In dieser Arbeit untersuchen wir Zustimmungsdialoge auf Android und iOS auf automatisierte und dynamische Weise und analysierten 4.388 populäre Apps von beiden Plattformen.
    […]
    Gleichzeitig ist das Tracking nicht nur im Web, sondern auch auf dem Handy verbreiteter denn je, da sowohl
    Android- und iOS-Apps regelmäßig automatisch Telemetriedaten übertragen über Gerätedetails (wie Modell, Einstellungen, Batteriestatus usw.), Sensordaten, Ereignisse (welche Ansichten werden geöffnet und welche Schaltflächen angeklickt?) oder sogar die Geolocation und welche Daten in der App eingegeben werden.
    […]
    Wir fanden insgesamt bei 77,34 % der untersuchten Apps einen Dialog, der […] damit gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen. Angesichts der Art unseres Ansatzes sind diese Zahlen nur eine untere Grenze und es gibt wahrscheinlich noch mehr Verstöße.
    […]”

    Lesetipp:

    https://www.kirchenrecht-ekd.de/document/32147

    https://www.kirchenrecht-ekd.de/document/32149

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