Das christliche Medienmagazin

„Soziale Medien erleichtern Vermittlung von Glaubensthemen“

Die Bedeutung der Kirchen nimmt ab – und damit auch das mediale Interesse an ihnen. Christliche Themen lassen sich aber über Soziale Medien gut vermitteln, erklärte die Journalistin Miriam Hollstein.
Von PRO
Miriam Hollstein, chriscommunity

Foto: Andreas Dippel

Miriam Hollstein, Chefreporterin Politik bei der Nachrichtenplattform T-Online, sprach bei der Tagung des chriscommunity-Netzwerks

Die Politikjournalistin Miriam Hollstein hat Christen dazu aufgerufen, in den Medien aktiv und selbstbewusst zu ihrem Glauben zu stehen. „Angesichts der stetigen Erosion von Kirchenbindung und einer schwindenden Kenntnis von Glaubensinhalten ist es heute nötiger denn je, dass wir im Alltag von unserem Glauben reden“, sagte Hollstein auf der Jahrestagung von chriscommunity, dem Netzwerk christlicher Kommunikationsprofis, am Freitag in Frankfurt am Main. 

Hollstein arbeitete von 2001 bis 2020 in verschiedenen Ressorts bei der Welt am Sonntag, der Tageszeitung Die Welt und Bild am Sonntag. Ende 2020 wurde sie Chefreporterin Politik der Funke-Zentralredaktion Berlin, seit Februar 2022 ist sie Chefreporterin für Politik im Hauptstadtbüro von T-Online. In ihrem Vortrag widmete sich Miriam Hollstein der Frage, wie christliche Themen aus ihrer Sicht in den Medien wahrgenommen werden. 

„Die Dynamik des Rückgangs der Kirchen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten beschleunigt. Im Jahr 1990 waren noch 72 Prozent der Deutschen evangelisch oder katholisch, heute sind 40 Prozent konfessionslos“, so Miriam Hollstein. „Für christliche Themen in den Medien bedeutet das: sie werden immer weniger relevant, weil sich immer weniger Menschen für Themen aus Kirche und Glaube interessieren. Das wird durch einen Trend beschleunigt: Print wird immer stärker von Online verdrängt. In den Online-Medien zählen die Klickzahlen der User. Das größte Interesse rufen Beiträge hervor, die emotionalisieren und aufregen.“ 

Persönlicher Zugang durch soziale Medien

Dies sei ein Merkmal der Entwicklung in der Medienwelt, „in der die klassischen Leitmedien ihre Bindekraft verlieren. Soziale Netzwerke haben die Hirarchie des Sender-Empfänger-Prinzips aufgelöst, sie machen eine individualisierte und personalisierte Form der Kommunikation möglich. Das aber ist ein großer Vorteil für die Vermittlung von christlichen Themen“, ist Hollstein überzeugt. So gebe es zahlreiche positive Beispiele von Christen, die Twitter, Instagram und Co. aktiv für die Kommunikation über ihren Glauben nutzen. „Soziale Medien erleichtern die Vermittlung von Glaubensthemen durch einen persönlichen Zugang“, so Hollstein. 

Das Netzwerk chriscommunity widmete sich auf seiner Jahrestagung am 24. Juni in Frankfurt am Main dem Schwerpunktthema transparente Kommunikation und Aufarbeitung bei christlichen Organisationen. Weiterer Hauptreferent war der langjährige weltliche Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Klaus Andersen, der in den vergangenen Jahren die Aufklärung der Missbrauchsfälle der 50er-, 60er- und 70er-Jahre in den Kinderheimen der Brüdergemeinde vorangetrieben und damit große Aufmerksamkeit erlangt hat. In seinem Vortrag berichtete Andersen sehr persönlich über seine Erfahrungen der wichtigen Aufarbeitung und über die Herausforderungen, transparent zu kommunizieren. 

Die Jahrestagung ist die jährliche zentrale Veranstaltung des Netzwerkes, das vor rund zwölf Jahren unter dem Dach der Christlichen Medienakademie gegründet wurde. Mitglieder des Netzwerkes sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Presse- und Kommunikationsbereichen christlicher Organisationen. Neben der Tagung finden regelmäßig regionale Veranstaltungen statt. Veranstalter der Jahrestagung ist die Christliche Medienakademie, ein Arbeitsbereich der Christlichen Medieninitiative pro, die auch das Christliche Medienmagazin PRO herausgibt. 

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3 Antworten

  1. Ich gehe zu einem Autohändler und will mich beraten lassen.
    Er sagt zu mir: Da Sie schon mal den Weg zu mir gefunden haben, sage ich ihnen jetzt folgendes:
    Ich mache ihnen ein so super Angebot, dass Sie nichts besseres auf dem ganzen Automarkt finden werden. Aber für den Fall, dass Sie das Angebot nicht annehmen, wird das Auto, das Sie jetzt fahren von meinen Leuten zerstört.
    So geht die Bibel mit Himmel und Hölle um.
    Die Gläubigen müssen lernen, dass es wirklich eine freies Angebot ist und dass man den Mut haben muss, sich gegen Texte der Bibel zu stellen, die in gewisser Weise unfair oder untragbar oder unlogisch sind.
    Der Weg, die Bibel in Teilen für ungültig oder unrelevant zu bezeichnen ist allerdings äusserst schwer zu gehen. Evangelikale Leitungs-Personen fürchten z.B. um ihre “Macht”.
    Meine Erfahrung bei sozialen Netzwerken: Die Leute lassen sich nicht erreichen. Jeder will seine Meinung kundtun, aber andere Meinungen nicht annehmen.

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  2. “[…]
    Meine Erfahrung bei sozialen Netzwerken: Die Leute lassen sich nicht erreichen. Jeder will seine Meinung kundtun, aber andere Meinungen nicht annehmen.
    […]”

    Danke Joachim Schug.

    Dazu fällt mir ein:

    “[…]
    Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist. (Eph 4,15.16)

    Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung lebt und leben möchte.

    Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.
    […]”

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