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Beerdigt im Pilz-Sarg: Ökologisch bis in den Tod

Der Bericht über einen Sarg aus Pilzgeflecht bringt Sabine Langenbach ins Nachdenken über Beerdigung und ihren ökologischen Fußabdruck.
Von Sabine Langenbach
Sabine Langenbach, Das find ich gut

Foto: Sabine Langenbach

Beerdigt im Pilz-Sarg: Ökologisch bis in den Tod

Samstagvormittag war Bügeln bei mir angesagt. Den Fernseher dazu anzuschalten, ist ein Ritual. Im Ersten bin ich beim Wissenschaftsmagazin Quarks hängen geblieben. Thema: Wie Pilze unsere Welt retten können. Beim Beitrag „Tod im lebenden Sarg“ musste ich aufpassen, dass ich keine Brandlöcher in meiner Bluse hinterließ. Ich war fasziniert. 

Der junge Industriedesigner Bob Hendrikx aus den Niederlanden ist eher zufällig auf einen Pilz gestoßen, aus dem man einen Sarg wachsen lassen kann. In nur sieben Tagen entsteht das Pilzgeflecht in Sargform, das genauso robust ist wie Holz, aber um einiges umweltfreundlicher. Auf Metallbeschläge und Lacke, die das Grundwasser belasten, kann komplett verzichtet werden. Die organische Hülle sorgt dafür, dass alles innerhalb von zwei bis drei Jahren zersetzt ist und am Ende hinterlässt der Pilzsarg sogar noch wertvollen Kompost.  

Reingegrätscht Foto: René Graf
Reingegrätscht
Beerdigt im Pilz-Sarg: Ökologisch bis in den Tod
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Es klang für mich schlüssig, dass ein Sarg aus Pilzgeflecht besser für die Umwelt ist als alle anderen Bestattungsarten. Zwischen T-Shirt- und Hemdbügeln stellte ich mir die Frage: Wäre das nicht auch was für mich? 

„Alte Beerdigungskultur mit neuer Nachhaltigkeit. Das find ich gut.“

Natürlich gibt es schönere Themen, mit denen ich mich am Samstagvormittag beschäftigen könnte, als über mein eigenes Ende nachzudenken. Aber es ist nun mal so: Nichts ist so sicher wie der Tod. 

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“, steht schon in der Bibel in Psalm 90. Klug im Sinne der Bibel ist derjenige, der Gott, den Schöpfer von Himmel und Erde, ernst nimmt und ihm vertraut. 

Als Christin weiß ich, dass das Leben hier nur ein kleiner Teil ist von dem, was noch folgt, in der Ewigkeit, bei Gott. Was mit meinem irdischen Körper nach meinem Ableben hier passiert, spielt dort keine Rolle mehr. 

Trotzdem finde ich es weise, wenn ich mir Gedanken darüber mache, wie ich beerdigt werden möchte und wie die Trauerfeier ablaufen soll. Das mache ich aus Liebe zu meiner Familie. Ich möchte nicht, dass sie sich dann auch noch darum kümmern müssen. Außerdem ist es für mich schon jetzt tröstlich, dass am Tage X alles genauso laufen wird, wie ich es mir gewünscht habe. 

Dass ich dann in einem „lebenden Sarg“ aus Pilzgeflecht liegen würde, wäre eigentlich konsequent. Ich bemühe mich, meinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Zum Beispiel kaufe ich bewusst ein oder nehme, wenn es geht, die Bahn, anstatt das Auto. Wenn meine äußere Hülle samt Sarg nach meinem Tod Nährstoffe für gute Erde liefert, auf der Pflanzen gedeihen können, würde sich der Kreis schließen. 

Alte Beerdigungskultur mit neuer Nachhaltigkeit. Das find ich gut.

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3 Antworten

  1. “Denn, wenn im ersten Buch Mose von „allen lebenden Wesen“ die Rede ist, dann sind die Tiere gemeint, die zur Zeit des Alten Testamentes im Nahen Osten bekannt waren.”

    Kannte Gott denn nur den Nahen Osten? Wer hat dann die Eisbären erschaffen?

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  2. Es ist das ZWEITE Buch Mose Kap. 4 (nicht das erste … – “Kain u Abel”)

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