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Mit Warp-Antrieb und Gottes Hilfe

Der Glaube spielt im Star Trek-Universum eine wichtige Rolle. Dabei kommt die Religion mal gut und mal schlecht weg. Wovon das abhängt, haben Experten bei einer Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung erklärt.
Von Anna Lutz
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Foto: Derek Springer | CC BY-SA 3.0 Unported

Captain Picard ist einer der Helden von Star Trek. Er glaubt vor allem an die Werte der Föderation.

Hat der Glaube eine Zukunft oder steht uns ein Zeitalter der Religionslosigkeit bevor? Nicht ganz so ernst gemeint hat sich am Donnerstag die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung das Thema vorgenommen. Im Rahmen der Reihe „Star Trek und die Politik“ sprachen Theologen und Autoren über das Thema Religion in der Science-Fiction-Kultreihe.

In Star Trek sei „unheimlich viel“ Religion zu entdecken, erklärte Christian Schwarke, systematischer Theologe in Dresden. Die Föderation, eine interstellare Allianz, der auch die Menschen angehören, sei an sich zwar säkularisiert. Völker wie etwa die Klingonen hingegen seien zutiefst religiös geprägt. Im echten Leben wie in der Kultserie gebe es kaum Individuen, die ganz ohne Religion auskämen, sagte Schwarke.

Kultfiguren im Star-Trek-Universum: (v.l.) Mr. Spock, Captain James T. Kirk und Bord-Arzt Pille.

Jeder glaube an etwas, auch wenn das nicht immer Götter sein müssten. Als Beispiel nannte er die Utopie des Star-Trek-Universums eine Form des religiösen Glaubens. Autorin Anika Klüver ergänzte: Statt durch den Glauben an einen Gott werde die Föderation durch das Streben nach Verbesserung zusammengehalten. Diese Utopie gehe so weit, dass es nicht einmal mehr Geld und Bezahlung gebe.

Drehbuchautor Gene Roddenberry, der Star-Trek-Erfinder, positioniere sich mit seinen Geschichten zu Beginn eher kritisch gegenüber Religion. Die Handlungen seien etwa davon geprägt, dass Hauptfiguren wie Captain James T. Kirk von der Enterprise weniger weit entwickelte Gesellschaften darüber aufkläre, dass ihre mutmaßlichen Götter in Wahrheit Illusionen seien oder ihnen gar Böses wollten. Dabei aber bleibe es nicht. „Je weiter die Serie fortschreitet, desto differenzierter geht sie mit Religion um“, ist etwa Schwarke überzeugt.

Glaube ja, Mission nein

Als Beispiel für die spätere positive Besetzung von Religion bei Star Trek nannte Klüver das Volk der Bajoraner, das maßgeblich in der Serie „Star Trek: Deep Space Nine“ vorkommt. Die Hauptfigur Kira Nerys ist zutiefst religiös, aber eben auch fortschrittlich und gebildet. Ihr Glaube an Propheten und religiöse Symbole gehe Hand in Hand mit Wissen und Durchsetzungskraft. Stehe Religion zu Beginn von Star Trek eher für Rückschrittlichkeit, so plädiere die Serie später eher für ein Nebeneinander von Wissen und Glauben.

Eines sei aber ebenfalls charakteristisch: Die religiösen Star-Trek-Figuren sind nicht missionarisch. Ein Charakter wie Chakotay, ein Mensch mit indigener amerikanischer Herkunft in der Serie „Star Trek: Voyager“, sei zwar immer wieder beim Gebet in seinen Privaträumen zu sehen. Er trete damit aber nie an die Öffentlichkeit oder versuche gar, andere davon zu überzeugen.

Star Trek, so fasste es Schriftsteller und Übersetzer Christian Humberg zusammen, biete der Religion durchaus ihren positiv konnotierten Platz. Aber unter einer Voraussetzung: Der Wissenschaft dürfe sie nicht widersprechen.

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