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„Letzte Generation“ für Schulterschluss mit EKD

In Magdeburg tagt die EKD-Synode. Die Sprecherin der „Letzten Generation“ hat vor dem Kirchenparlament als Rechtfertigung für zivilen Ungehorsam auf Jesus verwiesen.
Von Martin Schlorke
Aimée van Baalen

Foto: EKD/Screenshot PRO

Die Sprecherin der „Letzten Generation“ Aimée van Baalen sprach vrom Kirchenparlament über Jesus

Die Klimaaktivistin Aimée van Baalen hat vor der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg die umstrittenen Proteste der „Letzten Generation“ verteidigt. Die Klimaaktivisten
stehen wegen Straßenblockaden und Attacken auf Kunstwerke in Museen in der Kritik. Weil „alle anderen Protestformen erschöpft wurden“, müsse nun zu zivilem Ungehorsam gegriffen werden. Für diesen Widerstand würden die Aktivisten ihre körperliche Unversehrtheit aufs Spiel setzen. Man greife zu diesen Protestformen, weil „wir Zuversicht und Nächstenliebe im Herzen tragen“, sagte van Baalen, die auch Sprecherin der „Letzten Generation“ ist.

Die 23-Jährige rief zudem die EKD dazu auf, die „Letzte Generation“ und deren Ziele zu unterstützen. „Wir brauchen die evangelische Kirche an unserer Seite.“ Die Kirche müsse ihre Stimme für den globalen Süden erheben, an die Politik appellieren und selbst klimaneutral werden.

Auch Jesus sei Widerständler gewesen, sagte Baalen vor der EKD-Synode. Er habe sich gesellschaftlichen Regeln und Normen entgegengesetzt, wenn es seine moralische Pflicht verlangt habe. Und er habe sich immer für unterprivilegierte Menschen eingesetzt und dafür letztendlich den Tod riskiert.

Am Ende ihres rund 15-minütigen Vortrags erhielt van Baalen von Teilen des Kirchenparlaments stehend Beifall.

Die Präses der EKD, Anna-Nicole Heinrich, verteidigte am Dienstag die „Letzte Generation“.  Vor der Synode sprach sie von einer Unverhältnismäßigkeit, mit der die Aktivisten behandelt würden. Straßenblockaden seien „in unseren Augen berechtigter gewaltloser ziviler Ungehorsam, denn er greift nicht die freiheitliche Grundordnung an. Und in diesem Rahmen ist er akzeptierbar.“

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11 Antworten

  1. Traurig ist, dass weder die EKD noch die “letzte Generation”, einen Zusammenhang zwischen der Gottlosigkeit der Menschen und dem Zorn und Grimm Gottes herstellen können. Der Sohn Gottes starb für die Sünden aller Menschen, damit alle gerettet werden können, die daran glauben.
    Die Bibel ist das Kursbuch – auch für das Klima.
    Lieber Gruß

    Martin Dobat

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  2. So unterschiedlich ist das. Ein Querdenker hätte niemals dort sprechen dürfen und dort die Querdenker-Proteste verteidigen dürfen. Von “Widerstand” durften sie auch nicht sprechen.
    Die selbsternannten “Klima-Aktivisten” hingegen bekommen erstaunlich oft eine Bühne geboten, sei es in Talkshows oder hier auf einer kirchlichen Veranstaltung. Und trotz dieser maximaler Hofierung darf sich diese Dame natürlich trotzdem “im Widerstand” wähnen.

    “Vor der Synode sprach sie von einer Unverhältnismäßigkeit, mit der die Aktivisten behandelt würden”

    Sehe ich auch so. Warum werden sie nicht genauso wie die Querdenker behandelt?

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  3. Das eigentliche Problem der “Letzten Generation” wieder einmal nicht erkannt.

    Mit ihrer Blockade der Verkehrswege werden im Wesentlichen Pendler im Berufsverkehr genervt, die ja nicht “aus Spaß” im Stau stehen wollen.
    Dazu kommt die Gefährdung der Notversorgung, indem eben auch Feuerwehr und Krankenwagen ausgebremst werden.

    Deshalb ist das eigentliche Problem dieser Aktionen der “letzten Generation” doch, dass sie ihr eigenes Anliegen (Klimaschutz) in den Augen vieler Bürger wegen dieser Rücksichtslosigkeit immer schärfer ins Misskredit bringt.
    (siehe hier: “Klare Mehrheit hält Proteste der „Letzten Generation“ für kontraproduktiv”
    https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/umfrage-mehrheit-gegen-proteste-der-letzten-generation-fuer-kontraproduktiv-18444805.html :

    “86 Prozent der Befragten fanden, dass die Aktivisten mit ihren Aktionen wie Straßenblockaden dem Anliegen des Klimaschutzes schaden, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ ergab. Nur sieben Prozent glauben demnach, dass die Aktionen dem Klimaschutz nutzen, weitere sieben Prozent waren unentschlossen.”

    “Zuvor hatte die „Letzte Generation“ auf ihrer Webseite eine Solidaritätserklärung mit der Überschrift „Klima schützen ist kein Verbrechen“ veröffentlicht. Als deren erste Unterzeichnerin von Dutzenden Unterstützer-Organisationen wird die Interventionistische Linke genannt, die der Verfassungsschutz als Beobachtungsobjekt führt.”

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  4. Ein unmöglicher Vorgang. Schon dass die “Last Generation” (woher weiß sie das eigentlich?) vor dem Kirchenparlament reden darf… die Kunstobjekt-Beschmierer… und dafür von Teilen der Synode noch stehenden Beifall erhält. Es ist wirklich ein Skandal. Die EKD will die “Last Generation” bei ihren Aktivitäten unterstützen… Das ist der weitere Abstieg (in die Bedeutungslosigkeit) der EKD. Nicht nur dass dem “Kerngeschäft”, der Glaubensvermittlung, nicht mehr nachgegangen wird (von Mission ganz zu schweigen), jetzt gehen wir (die EKD) als Widerständler auf die Straße – und in die Museen???

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  5. Die EKD ist hier ganz klar auf dem Holzweg, denn so geht es nur darum um Aufmerksamkeit zu erregen um jeden Preis und so werden Straftaten gutgeheissen, was mit dem Glauben unvereinbar ist. Wichtiger wie die CO2 Produktion durch unnötige Staus durch diese Aktionen wären zum Beispiel:
    – Demos gegen den Ukraine Krieg. Der Krieg selbst und vor allem der Wiederaufbau setzt soviel CO2 frei, was zu verhindern wäre
    – Geld zu sammeln für die armen Länder, sie jetzt schon Probleme haben
    – Es gibt noch soviel technische Fragen, die Richtung Umwelt noch zu lösen sind. Darum Leute nicht stagnieren und sich festlegen, sondern rein in die Forschung und die Betriebe. Es gibt viel zu tun!!!!

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  6. “Die Sprecherin der „Letzten Generation“ hat vor dem Kirchenparlament als Rechtfertigung für zivilen Ungehorsam auf Jesus verwiesen. ”

    Hmm – “Ziviler Ungehorsam” – “Auf Jesus verwiesen”:

    Basis der Grundwerte der Ev.-Luth. Kirchen:

    1. Grundlage der Evangelischen Kirche in Deutschland ist

    das Evangelium von Jesus Christus,

    wie es uns in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments gegeben ist.

    2. Für das Verständnis der Heiligen Schrift wie auch der

    altkirchlichen Bekenntnisse

    sind in den lutherischen, reformierten und unierten
    Gliedkirchen und Gemeinden die für sie geltenden

    Bekenntnisse der Reformation

    maßgebend.

    3. a) Mit ihren Gliedkirchen bejaht die Evangelische Kirche in
    Deutschland die von der

    ersten Bekenntnissynode in Barmen

    getroffenen Entscheidungen.

    b) Sie weiß sich verpflichtet,

    als bekennende Kirche

    die Erkenntnisse des Kirchenkampfes über Wesen, Auftrag und Ordnung der Kirche zur
    Auswirkung zu bringen.

    c) Sie ruft die Gliedkirchen

    zum Hören auf das Zeugnis der Brüder und Schwestern.

    d) Sie hilft ihnen, wo es gefordert wird,

    zur gemeinsamen Abwehr kirchenzerstörender Irrlehre.

    (Quelle: Grundordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 13.
    Juli 1948)

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  7. Jesus hat nur einmal etwas Unfriedliches gemacht, und das war bei der Reinigung des Tempels (Johannes 2). Dazu hatte er allerdings auch jedes Recht, denn der Tempel war das Haus seines Vaters und daher auch sein Haus. Ansonsten waren seine Äußerungen über die Staatsgewalt und weltliche Autoritäten äußerst wenig revolutionär: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Matthäus 22,21) oder „Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei.“ (Matthäus 5,41), was sich auf die Soldaten der damaligen römischen Besatzungsmacht bezog. Im Gegenteil wies Jesus immer wieder darauf hin, dass es ihm nicht primär darum ginge, die politischen Verhältnisse dieser Welt zu ändern, sondern das Grundproblem des Menschen (die Trennung von Gott durch unsere Sünde) zu lösen, indem er für unsere Schuld am Kreuz starb. Sich wider allen Gesetzes auf Straßen festzukleben und damit Menschenleben bewusst in Kauf zu nehmen lässt sich biblisch überhaupt nicht rechtfertigen. Ein Blick in die Bibel und auf Jesus kann aber helfen, die Prioritäten richtig zu ordnen. Da gilt es zunächst, die Beziehung zu Gott wiederherzustellen. Dies ist viel, viel wichtiger und bedeutender als aller sonstiger „Aktivismus“ und wird sich als wahrhaft segensreich erweisen – auch für die Umwelt.

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    1. Aus dem Beispiel mit der Tempelreinigung wird ersichtlich, dass Gott eben nicht “der (nur) liebe Gott ist”, wie ihn die “Allerwelts-Christenheit” immer beschreibt. Jesus Christus hat von sich gesagt “wer mich sieht, der sieht den Vater, ich und der Vater sind eins”. Also ist Gott nicht nur lieb, wie viele ganz naiv glauben, sondern auch zornig. Gott wird am besten beschrieben mit “gerecht”. Es ist immer groß Geschrei in unserer Gesellschaft, wenn etwas passiert, wo man fragt: “Wie kann der liebe Gott denn so etwas zulassen?” Gegenfrage: Warum sollte Gott immer alles Weltliche zum Guten wenden, wenn ihn doch viele hassen bzw. nicht an ihn glauben, seine Hilfe zu ihrer Rettung in Jesus Christus nicht annehmen? Heißt es nicht im Galaterbrief: Was der Mensch sät, das wird er ernten, irret euch nicht! Wenn Gott straft, warum überrascht uns das?

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  8. Guten Tag Herr Weber, auf zwei Aussagen von Ihnen möchte ich kurz eingehen.
    1. Jeschua hat nicht den Tempel gereinigt, sondern er hielt sich auf dem Tempelvorplatz auf. Im Tempel gab es nichts zu “reinigen”.
    2. Der Jude Jeschua, der die Torah lehrte hätte niemals von sich gesagt: ” ICH und der Vater sind eins”. ER hätte sich, wie kein Jude auf der Welt, vor G”tt genannt.
    Das Weitere Ihrer Ausführungen kann ich unterschreiben.
    Shalom

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    1. Die Bibel sieht es anders als Sie! Die Bibel spricht eben nicht vom Tempelvorplatz, sondern vom Tempel.
      Keine Wortklauberei betreiben! Mit 2. liegen Sie auch falsch.

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  9. Nächstenliebe? Durch Zerstörung der Arbeit anderer, durch Rauben von Zeit anderer, durch Ärgern anderer? Und sich dann noch auf Jesus berufen! Welchen Jesus? Gottes Sohn, der sie von ihren Sünden retten will?
    Diese selbsternannten Weltretter wollen sein wie Gott: Die Welt retten wollen, aber ohne ihn. Sie haben kein Recht dazu, Gott ins Handwerk zu pfuschen. Es ist seine Erde, nicht ihre. Deshalb sollten sie ihre Nase in die Bibel stecken und mit Gott reden, ihn bitten, ihnen eine Beziehung zu ihm zu schenken, um zu erfahren, was er mit seiner Erde vorhat. Und dann mit Freuden das tun, was er ihnen gebietet. So würden sie Segen und Freude erleben und müssten sich nicht so verkniffen auf die Straße setzen, um sich eine Blasenentzündung zu holen.

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