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Landeskirche kritisiert sächsische Corona-Verordnung

Demos mit vielen Teilnehmern bleiben erlaubt, Beerdigungen und Seelsorge-Leistungen schränkt die neue Corona-Notfallverordnung in Sachsen jedoch deutlich ein. Die sächsische Landeskirche hält das für inakzeptabel.
Kerzen und Blumen sind Symbole des Trauerns
Für Beerdigungen und Seelsorge gelten deutliche Einschränken, für Demonstrationen aber nicht: Die Kirche hält die neuen sächsischen Corona-Regeln für unverhältnismäßig

Die evangelische Landeskirche in Sachsen hat deutliche Kritik an der Landes-Notfallverordnung zu Corona geübt, die am Freitag in Kraft tritt. Hintergrund sind unter anderem die Zugangsregeln zur Inanspruchnahme von Seelsorge. Dafür soll auch weiterhin ein 3G-Nachweis unabdingbar sein, obwohl die Landeskirche schon im Vorfeld einen Verzicht auf eine solche Beschränkung gefordert habe. „Wenn Menschen in seelischer Not die seelsorgerliche Begleitung im Einzelfall verweigert wird, weil sie keinen Nachweis erbringen können, ist eine Grenze überschritten“, erklärte Landesbischof Tobias Bilz am Donnerstag in Dresden.

Bilz verwies darauf, dass Seelsorge in Notfallsituationen nicht planbar sei. Oft sei es das Begleiten von Menschen in einer unvorhergesehenen Not- und Krisensituation, zum Beispiel nach einem schweren Verkehrsunfall. „Diese Hilfe und Unterstützung darf nicht an Bedingungen geknüpft sein“, mahnte der sächsische Landesbischof.

Bilz kritisierte außerdem die vorgesehene Personen-Obergrenze für Beerdigungen. Diese sei nach den bisherigen Erfahrungen in der Corona-Pandemie nicht angemessen. Menschen die Möglichkeit des Abschiednehmens und Getröstet-Werdens zu nehmen, sei nicht zu rechtfertigen. Impfungen und Tests, Abstand und Masken könnten das Risiko einer Ansteckung mindern. „Wenn sich 1.000 Teilnehmende zu einer Demonstration versammeln können, gibt es keinen Grund für eine 20-Personen-Grenze für Beerdigungen“, kritisierte der Bischof.

epd
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5 Antworten

  1. Es ist meines Erachtens überfällig, dass sich Kirchen zur Corona-Politik kritisch zu Wort melden! Sonst müssten die Kirchen die Jahreslosung ändern, in der es ja heißt:
    “Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.”
    Der Vergleich mit 1.000 Demonstranten gefällt mir allerdings nicht. Wo 1.000 Leute spazieren gehen, da ist auch schnell eine Hundertschaft vermummter Polizisten. Und das wünsche ich mir für eine Beerdigung nicht!

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  2. @Uwe Schütz: Kirche und kritisch? Etwa noch kritisch gegenüber dem Staat? Das wäre ja was ganz neues. Kirche als Institution war und ist schon immer Mitläufer gewesen.

    Nachdem 2021 das erste Weihnachten meines Lebens gewesen ist, da wir nicht zu Gottesdiensten in die Kirche durften – ich zeige aus Prinzip keine Zugangsberechtigung an der Kirchentüre – werden wir demnächst aus der Kirche austreten. Was zuviel ist, ist zuviel.

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  3. Auch ich bin der Meinung, wenn die christliche Kirche überleben will, muss sie dringend AUFWACHEN!!!
    So eine kritische Wortbetrachtung ist schon lange überfällig!

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  4. Die Demonstration ist genauso ein Grundrecht wie das Ausüben einer Religion. Hierbei darf auch 1 Recht nicht vor oder über das andere gestellt werden. Jetzt muß die Kirche trotz biblischen Aussagen zur Obrigkeit (Röm 13 und Tit. 3) auf Ihr Recht so lange pochen, bis der Kirchenzutritt wieder hergestellt ist und zu allen wichtigen Uhr -und Gottesdienstzeiten müssen demonstrativ die Glocken noch lauter läuten wie sonst !

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  5. Bei 2G würde ich die Aufregung verstehen, aber bei 3G?? Das 3. G heißt doch “Getestet”, also entweder ein Nachweis vom Testzentrum um die Ecke (eigener Mehraufwand) oder direkt vor Ort (bspw. im Pfarrhaus, Mehraufwand für die Gemeinde) testen, was ja in den Gemeinden sicher angeboten und nirgends gespeichert wird. Damit können eigentlich alle am Gottesdienst teilnehmen, außer denen, die auch das Testen verweigern. Einen richtigen Grund für die Testverweigerung konnte ich bisher von niemanden erfahren, nur vom Hörensagen sehen das einige in unseren Kreisen als ein weiteres Ding vom Teufel (der manchmal Bill Gates genannt wird). Was macht man nun? 3G durchziehen und die verprellen, die sich nicht testen lassen wollen oder auf 3G pfeifen oder die Gottesdienste und Gemeindekreise komplett absagen, bis 1-2-3G vielleicht im späten Frühjahr wieder aus den Corona-Schutzverordnungen gestrichen werden?

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