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Hassparaden weltweit

Mit dem Al-Quds-Tag hat der Iran einen antisemitischen, internationalen Tag des Protests gegen Israels Existenz etabliert. In Berlin fällt dieser nun zum dritten Mal in Folge aus. Künftig könnte er verboten werden.
Von PRO
Al-Quds-Tag in Berlin 2014

Foto: Montecruz Foto, flickr | CC BY-SA 2.0 Generic

Al-Quds-Tag in Berlin 2014

Am 7. August 1979, noch im ersten Jahr der Islamischen Revolution, rief der iranische oberste Führer Ajatollah Ruhollah Chomeini den „Internationalen Jerusalemtag“ aus. Der „Al-Quds-Tag“, benannt nach der arabischen Bezeichnung für Jerusalem, findet immer am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan statt.

Inszenierung im Iran

Die Veranstaltungen zählen zu den größten staatlich organisierten Massendemonstrationen im Iran. Hunderttausende Menschen werden buchstäblich dazu verpflichtet. Schulen und Unis sind geschlossen, da der Freitag in islamischen Ländern der freie Wochentag ist. Dennoch werden Schüler und Studenten dorthin bestellt, um unter Aufsicht ihrer Lehrer zu den Veranstaltungen zu gehen.

Ganze Berufsgruppen rücken gemeinsam zum großen Aufmarsch an. Busladungen voll Menschen karrt die Regierung aus dem Umland in die großen Städte. Hunderttausende „Demonstranten“ skandieren „Tod Israel! Tod Amerika!“. Keiner von ihnen wurde nach seiner Meinung gefragt.

Internationale Verbreitung

Der Iran brüstet sich damit, dass Chomeini mit dem Al-Quds-Tag ein Event geschaffen hat, das Muslime weltweit in ihrer Solidarität mit den Palästinensern beziehungsweise ihrem Hass auf Israel verbindet. 1988 beschloss die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, den Al-Quds-Tag offiziell auch in anderen islamischen Ländern abzuhalten. Fast alle Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung gehören der Organisation an. Die Hisbollah im Libanon hält an dem Tag Militärparaden ab. Die Terror-Organisation gilt als verlängerter Arm des Iran.

Aber auch in westlichen Ländern wie den USA, Kanada, Österreich und Großbritannien erfreut sich der Al-Quds-Tag zunehmender Beliebtheit, und das nicht nur unter Muslimen. Diese bilden zwar die Mehrheit bei den Demonstrationen, werden aber häufig begleitet von Israelhassern aus einem sehr großen politischen und religiösen Spektrum.

Der Ramadan, der Fastenmonat innerhalb des islamischen Mondkalenders, wandert rückwärts durch den gregorianischen Kalender. In den kommenden Jahren wird er in Europa immer in der kälteren Jahreshälfte liegen. Da der Freitag ein Arbeitstag ist, finden die Demonstrationen in der Regel am darauffolgenden Samstag statt.

Berlin

Auch in Berlin gab es seit 1996 immer wieder große Aufmärsche. Ableger staatlicher Organisationen des Iran und der Hisbollah in Deutschland wie das Islamische Zentrum Hamburg gehören zu den Organisatoren. In den vergangen beiden Jahren sind die Al-Quds-Märsche in Berlin pandemiebedingt ausgefallen oder haben digital stattgefunden. Die für den 30. April 2022 geplante Demonstration haben die Veranstalter abgesagt und sind damit womöglich einem Verbot zuvorgekommen.

Es ist zu erwarten, dass die Israelhasser auf andere Städte wie Frankfurt ausweichen oder ihre Demonstrationen an anderen Tagen „spontan“ abhalten, wie in Berlin bereits geschehen.

Der Al-Quds-Tag ist antisemitisch

Der Al-Quds-Tag ist von seinen Ursprüngen bis hin zu sämtlichen Veranstaltungen heute als antisemitisch zu betrachten. Mitnichten ist er Ausdruck „legitimer Israelkritik“. Denn die Forderungen zielen durchweg auf die Vernichtung des jüdischen Staates ab. Verfassungsfeindliche Symbole verschiedener Terrorgruppen bis hin zum Hitlergruß und antisemitische Parolen begleiten die Demonstrationen. Deswegen wäre ein deutschlandweites Verbot dringend erforderlich.

Von: Carmen Shamsianpur

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Eine Antwort

  1. Bleibt die Frage, warum wir Ausländer, die “Verfassungsfeindliche Symbole verschiedener Terrorgruppen bis hin zum Hitlergruß und antisemitische Parolen” verbreiten wollen überhaupt in Deutschland dulden müssen?

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