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Evangelische Allianz lehnt Impflicht ab

In einer Stellungnahme positioniert sich die Deutsche Evangelische Allianz gegen eine Impfpflicht. Zudem warnt sie vor „pauschaler Diffamierung“ Ungeimpfter.
Von Martin Schlorke
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„Dass Menschen vor den Küsten Europas jämmerlich ums Leben kommen, das geht gar nicht“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, dem Christlichen Medienmagazin pro (Archivbild)

Foto: pro/Anna Lutz

Die Deutsche Evangelische Allianz lehnt eine Impfpflicht ab

Die Deutsche Evangelische Allianz (EAD) hat sich in einer Stellungnahme am Montag gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. Diese sei „nicht zielführend“, heißt es in der Überschrift. Dennoch wolle die EAD Menschen ermutigen, sich freiwillig zu impfen und so die Pandemie zu bekämpfen.

In dem Schreiben warnt die EAD außerdem vor einer „theologisch-endzeitlichen Erhöhung“ der Impfdebatte. Vielmehr müsse dieser mit einer „geistlichen Nüchternheit“ begegnet werden. Die Impffrage dürfe zu keiner Bekenntnisfrage werden. Wegen ihrer Beziehung zu Jesus seien Menschen Christen, nicht wegen ihres Impfstatus.

Keine pauschale Diffamierung

In dem Schreiben wird außerdem vor einer „pauschalen Diffamierung“ von Nichtgeimpften als „Querdenker, Pandemietreiber oder Verschwörungstheoretiker“ gewarnt. Die Impfentscheidung liege in der Freiheit des Einzelnen. Dazu gehöre auch, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen: Geimpfte müssten mit möglichen Nebenwirkungen, Ungeimpfte mit zusätzlichen Regelungen, zum Beispiel Testpflichten, im Alltag rechnen. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, dürfe jedoch nicht pauschal vom öffentlichen oder kirchlichen Leben ausgeschlossen werden.

Die EAD verurteilt in dem Schreiben Menschen, die die Institutionen des Rechtsstaates grundsätzlich in Frage stellen: „Der Diffamierung unserer Demokratie treten wir entgegen und gewaltbereiten Radikalen widerstehen wir. Beides entspricht nicht dem Wesen Christi“.

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12 Antworten

  1. Vernünftige Stellungnahme, denn wie da gerade Christen streiten und von beiden Seiten es unmögliche öffentliche Stellungnahmen gibt ist für mich unverständlich. Wenn Corona wichtiger ist wie ein klares biblischen Evangelium und man nicht darin sucht zusammenzubleiben weiss ich auch nicht. Die Bibel fordert uns auf, was die Erlösung angeht klar zu sein und in anderen Fragen unterschiedliche Sichten stehenlassen ( ertraget einander in Geduld). Das Aufeinander Rumhacken in dieser und auch vielen anderen Fragen mit keiner heilsnotwendigen Bedeutung ist dem biblischen Glauben unwürdig und gehört dringend beendet. Die entsprechenden Protagonisten sollten sich mal überlegen um was es geht: um Jesus oder Rechthaberei. Sie sollten sich in diesem Sinne treffen und sich am Riemen reissen aber jeder zuerst an dem eigenen.

  2. Zitat: Die Impffrage dürfe zu keiner Bekenntnisfrage werden. Wegen ihrer Beziehung zu Jesus seien Menschen Christen, nicht wegen ihres Impfstatus.
    ————–
    Dies ist ja sehr löblich, leider halten sich Kirchen und Gemeinden vielerorts nicht dran und sperren ungeimpfte Christen die Jesus lieben einfach zu gemeintlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten aus wegen 2G.
    Von daher wird die Impffrage sehr wohl zu einer Bekenntnisfrage, denn wer Jesus wirklich liebt der schliesst keine Menschen aus, auch wenn sie ungeimpft sind.
    Denn die Jahreslosung sagt “Wer zu mir kommt den werde ich nicht abweisen.”

    1. Eine Gemeinde vor Ort muss immer eine Entscheidung treffen können die zu ihr passt. Dann eben in die nächste ohne 2G gehen.

    2. Ich höre diese Argumentation immer wieder und halte Sie für nicht richtig aus folgenden Gründen:

      1. Für Jesus wird der Impfstatus vermutlich keine Rolle spielen. Der Impfstatus wird daher vermutlich auch nichts am Seelenheil der Christen ändern. Egal ob geimpft oder nicht. Ebenso ändert es jedoch auch nichts an Seelenheil und Stellung ggü. Jesus, ob es auf Grund der aktuellen Situation möglich ist an einem Gottesdienst teilzunehmen oder nicht.

      2. Die Jahreslosung ist ein Zitat von Jesus! Nicht vom Pastor, den Gemeindegliedern oder gar den Ordnern einer Gemeinde, die für die Einhaltung von Schutzmaßnahmen eingesetzt sind. Dieser Zuspruch Jesu ändert sich zu keiner Zeit und ist nicht vom Besuch eines Gottesdienstes abhängig. Während der Pandemie wurden zahlreiche gute, alternative, digitale Angebot geschaffen, die genutzt werden können, um Predigten und Gottesdienst zu erleben, unabhängig von Impfstatus oder Abstandsregelungen. Wenn jedoch ein Gottesdienst in Präsenz erlebt werden möchte, dann ist die Einhaltung der gebotenen Hygiene- und Schutzvorschriften aus meiner Sicht richtig und wichtig und gerade die Kirchen und Gemeinden tun gut daran, für sich hier keine Ausnahme einzufordern. Denn nicht explizit die Ausübung der Religion wird eingeschränkt, vielmehr geht es um den Schutz der Bevölkerung in weiten Teilen des öffentlichen Lebens.

  3. Meinen Respekt!!!
    Endlich wagen sich Christen aus der Deckung. Möge der Rest der Herde erkennen, wem sie da nachlaufen.

  4. Nun, bei dem Thema kann man nur verlieren. Ich bin solange in den Gottesdienst gegangen, wie es “3G” gab, die – aus welchen Gründen auch immer (Man denke nur an die Kinder und Schwangere) – ungeimpften Personen mußten eben 30 Minuten früher vor Ort sein, einen Test unter Aufsicht machen, die anderen mußte den Impf- oder Genesenenstatus beim Betreten des Gebäudes nachweisen. Dafür konnte man nebeneinander sitzen und ohne Maske singen. Wegen der neuen Variante ist nun das nicht mehr ausreichend, die ganze Zeit Maskenpflicht, dafür können selbst Leute ohne Test wieder in die Gemeinde, gesessen wird immer mit einem Stuhl Abstand, selbst von Eheleuten. Das geht mir nun wirklich zu weit und ich nehme die Möglichkeit des Livestreamgottesdienstes war, bis der ganze Spuk hoffentlich bald wieder vorbei ist, den uns vor allem schon wieder Hedonisten, also Urlaubsreisende und Feierwütige eingebrockt haben, ganz herzlichen Dank an diese Ignoranten.

  5. Ich empfehle sehr nachdrücklich, die oben verlinkte Stellungsnahme der DEA doch einfach zu lesen. Dann zeigt sich ganz deutlich, dass es sich um ein “politisch-diplomatisches” Papier handelt, das unterschiedlichen Gruppen innerhalb der DEA soweit entgegen kommen will, dass sich niemand entschieden auf die Füße getreten fühlt.
    Jeder der Verbandsarbeit von innen kennt, merkt sofort, hier geht es darum, den Laden zusammen zu halten! Nach den Kontroversen um die Homosexualität möchte man in Allianzkreisen ganz bestimmt keinen zweiten Hotspot! Man hat ihn aber schon und Martin Steeb ist da nur ein besonders prominentes Exempel…
    Es bleibt zu hoffen, dass es den vernünftigen Allianzvertretern, die ja eindeutig für die Impfung plädieren, die eine theologische Überhöhung der Debatte kategorisch zurückweisen und die unmissverständlich an die seriöse Wissenschaft verweisen, wenn es um die Bekämpfung der Pandemie geht, diejenigen, die im Begriff sind, falsch abzubiegen oder dies schon vollzogen haben, im Boot zu behalten.
    Ich habe da so meine Zweifel! Es würde mich freuen, wenn ich mich irren sollte!

  6. Wir sollten vielleicht mal mehr darüber reden, dass nicht nur die gut begründeten Regeln Menschen vom Gottesdienst ausschließen, sondern im mindestens gleichen Maß die laut klagenden „Verweigerer“ manchen von der Teilnahme abhalten. Von daher bin ich froh über alle Gemeindeleitungen, die Rücksicht auf die gesundheitlich Schwachen nehmen und zusätzlich Testmöglichkeiten vor Ort einen Gottesdienstbesuch ermöglichen

  7. Es ist gut, wenn sich Christen, Menschen, die Jesus als ihrem Herrn und Meister folgen, zusammenschließen. Ebenso gut ist es, wenn sich Gemeinden im Rahmen der Evangelischen Allianz verbinden, um gemeinsam zu wachsen und die gute Nachricht von Jesus unter den Menschen auszubreiten. Da gibt es viele gute, wichtige und dringende Aufgaben.
    Mir erschließt sich nicht, aus welchem Grund die Evangelische Allianz oder einzelne Kirchen und Gemeinden zur politischen Frage nach einer Impfpflicht Position beziehen sollten. Sicherlich ein nicht ganz treffendes Beispiel – aber zur “Winterreifenpflicht” bei entsprechenden Wetterverhältnissen äußert sich die Evangeliche Allianz nun ja auch nicht. Und das zu Recht.

    1. Ich denke die EA-Vertreter haben das nicht aus übergriffigem Sendungsbewusstsein gemacht. sondern der Not gehorchend. Denn das Problem ist ja, dass in bestimmten apokalyptischen Errungszentren – z.B. bei den Steinzeitfundis aus Oberursel – aus diesem Thema eine theologische Bekenntnisfrage destilliert werden soll. Und auch Prof. von Wachter geht von dämonischen Kämpfen aus, die sich in solchen politischen Szenarien widerspiegeln. Und da braucht es dann schon Stimmen der Vernunft, die diesen überschäumenden Nonsense zu beruhigen suchen. Ich fürchte nur, das wird nicht gelingen.

  8. Endlich einmal eine positive Information aus Deutschland. Sonst ist es haarsträubend was man vom grossen Kanton liest. Bin so dankbar Schweizer zu sein.

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