Foto: PRO

Das christliche Medienmagazin

„Christliche Werte müssen online kommuniziert werden“

Christlichen Werken und Gemeinden konkrete Tipps an die Hand geben, um die Sozialen Medien für sich und die christliche Botschaft zu nutzen: Das will der „Social Media Guide“ der Jugendpastoren Sem Dietterle und Patrick Senner. Unter den Autoren sind bekannte Namen wie YouTuber und Pastor Gunnar Engel, ERF-Medien-Chef Jörg Dechert oder Alex von den O’Bros.
Von Swanhild Zacharias
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Foto: Social Media Guide
Der „Social Media Guide“ beschäftigt sich auch mit Tipps zum Thema TikTok

PRO: Wie entstand die Idee zum „Social Media Guide“?

Patrick Senner: Kennengelernt haben wir uns über die „Social Media Night“, die wir im Januar 2020 zusammen mit Tobias schöll geleitet haben. Wir haben dann versucht, ein „Little Instabook“ rauszubringen. Also ein How-To auf Instagram mit Best-Practice-Beispielen auf zwölf Seiten. Wir haben das selbst gedruckt und verschenkt und das kam sehr gut an. Dann dachten wir: Das ist eigentlich zu wenig. Nachdem wir uns jetzt ein Jahr in dem Bereich professionalisiert haben, wollten wir mal so einen richtigen „Brühwürfel“ raushauen und haben mit 20 Mit-Autorinnen und -Autoren so ein Ding geschrieben. Wir dachten, das könnten Kirchen und Gemeinden gebrauchen: Eine Starthilfe für Social Media, damit sie das, was sie tun, besser machen oder erstmal anfangen können.

Sem Dietterle: Es war Bedarf da. Viele aus unserem Umkreis haben gefragt, wie sie das anpacken können, und wir haben auch immer wieder Seminare gegeben. Wir merkten, dass es viele Fragen, Unwissenheit und die Suche nach Hilfe gab. Es ist ein Herzensprojekt geworden.

Es gibt ja bereits viele Guides im Bereich Social Media. Was macht diesen einzigartig?

Sem Dietterle: Ich kenne keinen Guide, der so richtig auf den christlichen Markt zielt. Wir haben uns für einen gedruckten Guide entscheiden, weil es erstens wertig ist, etwas in der Hand zu haben. Zweitens ist es für Menschen, die noch wenig bei Social Media unterwegs sind, eine Chance, über ein Papiermagazin reinzukommen in das Thema. Die Stärke unseres Guides ist, dass wir ganz viel aus der christlichen Szene heraus gedacht haben und wieder hineinsprechen. Wir haben einen Schwerpunkt auf der Frage, wie man als christliche Organisation oder christliches Werk Soziale Medien bespielen kann. Was sind Möglichkeiten, was sind Grenzen, Chancen, mit welchen Erwartungen darf man als Christ oder Kirche herangehen? Wir wollen zum einen mit Erwartungen aufräumen, zum anderen Chancen aufzeigen, wie man sich mit christlichen Inhalten platzieren oder sie verkünden kann.

Patrick Senner: Wir wollten den Guide auf eine Zielgruppe zuschneiden: Menschen aus christlichen Gemeinden und Werken. Wir hatten das Gefühl, unsere Leute brauchen die Infos gut aufgearbeitet. Dadurch, dass ich Landes- und Reisereferent bin und Sem auch hochvernetzt ist, glauben wir, ein Gefühl für die Zielgruppe zu haben. Es gibt viele Guides, aus denen man immer nur Häppchen empfiehlt. Wir wollten alle wichtigen Themen so gesammelt und geordnet haben, dass die Zielgruppe wirklich was davon hat.

Was soll der Guide bewirken?

Patrick Senner: Dass Leute der Zielgruppe es schaffen, ihre verschieden gelebten christlichen Theologien und Werte online besser zu kommunizieren. Dass Leute, die nicht Medienschaffende sind, eine Idee bekommen, wie man anfangen könnte. Wir möchten Wegbegleiter, Türöffner und Vorreiter sein.

Sem Dietterle: Es geht ganz klar um Motivation. Aber auch um Praxis. Der Guide ist sehr praktisch. Zum Beispiel gibt es fünf Schritte zum Podcast. Wir wollten auch die richtige Herangehensweise mitgeben. Auch, was man lieber lassen sollte.

Patrick Senner: Wenn man nicht in der Social-Media-Welt drin ist, ist es schwer, einen Zugang dazu zu bekommen und einzuschätzen, wie wichtig das wirklich ist. Ein Thema im Guide ist deshalb auch, warum Social Media wichtig ist. Ein absoluter Großteil der Generation Z lebt online. Hochvernetzt und trotzdem oft einsam. Dennoch sie sind im Schnitt bis zu 257 Min täglich online laut einer Studie. Wir wollen die Gemeinden aus der Szene, aus der wir kommen, mitnehmen in die digitale Welt.

Wie ist der inhaltliche Aufbau des Guides und was sind die Highlights?

Sem Dietterle: Der Guide ist klassisch aufgebaut: Erst kommt das Warum, dann eine Übersicht über die Plattformen von YouTube, Instagram, TikTok, Clubhouse, Podcast, zu Messengerdiensten wie WhatsApp. Dann kommen die Chancen und Grenzen. Denn je nach Organisation muss man verschiedene Plattformen bedienen. Dann geht es in die Tiefe: Wie macht man Content, welche Erwartungen kann man haben, wie muss ein Account aufgebaut sein? Am Ende geht es auch um Self-Care: Wie kann man gesund bleiben in diesem Business? Und es gibt einige Infos zu Rechtsfragen, Datenschutz und Barrierefreiheit.

Foto: Social Media Guide
Zu den Autoren des Guides gehören Campus-für-Christus-Leiter Andreas Boppart, ERF-Medien-Chef Jörg Dechert, Pastor Gunnar Engel, Fresh-X-Referentin Katharina Haubold und Mira Weiss vom Instagram-Kanal „Herzstärkend“

Patrick Senner: Ein Highlight sind Design und Layout. Das ist alles von Ehrenamtlichen gemacht. Wir haben einfach bei Instagram gefragt: Wer hilft uns? Fast vierzig Leute haben mitgemacht, auch viele Grafik-Profis. Ein thematisches Highlight ist für mich die Frage: Wie kann ich als Organisation oder Werk Social Media nutzen lernen? Wir haben das Thema beim Schreiben selbst erst richtig entdeckt. Viele Kirchen und Verbände, egal ob EC, CVJM oder andere kranken daran und haben keine Idee dafür. Wir hatten das Gefühl, eine Spur zu entdecken, wie es gehen kann. Ein absolutes Highlight war auch das Podcast-Aufnehmen mit Sem. Wir diskutieren die Themen da nochmal vertiefend. Über QR-Codes im Buch kommt man zu den Podcast-Episoden.

Sem Dietterle: Ein Highlight ist die Vielfalt an Menschen, die wir mit ins Boot holen konnten. Wir haben einen Medienjournalisten dabei, einen 18-jährigen TikToker mit 1,2 Millionen Abonnenten, den wir interviewt haben und der auch Christ ist. (Noel Robinson alias noelgoescrazy, Anm. d. Red.) Wir haben Teams dabei, die YouTube machen, die Podcasts machen. Aus unterschiedlichen Kontexten kommen sie zusammen.

Wie kommt man an den Guide?

Patrick Senner: Man kann den Guide 40 Tage lang auf Startnext vorbestellen. Wir haben uns für eine Crowdfunding-Plattform entschieden, weil wir am Ende nur das drucken wollen, was bestellt wird, damit wir keine Überproduktion haben. Das ist nachhaltig. Die Leute können den Guide noch bis zum 7. Juni vorbestellen. Dann wird eine große Charge gedruckt.

Wie hängt die Aktion „Social-Media-Night“ damit zusammen, an die am Ende ein möglicher Gewinn fließt?

Sem Dietterle: Wir haben den letzten Schubs vom Verein Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation (AGJE) bekommen. Von dort kam letztendlich auch die Anfrage, ob wir so einen Guide nicht möglich machen können. Die erste „Social Media Night“ wurde von der AGJE veranstaltet. Umgesetzt wird das Event von einem Netzwerk von Motivierten. Unser Herz schlägt dafür, dass wir Menschen, die Soziale Medien nutzen, vernetzen. Wir glauben, dass dadurch viele positive Dinge entstehen.

Patrick Senner: Der absolute Gewinn aus dem Guide, der zum Beispiel durch das Sparen von Porto übrigbleiben kann, geht komplett an die „Social Media Night“. Die wird nämlich nur von Spenden getragen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sem Dietterle ist Jugendpastor in der Evangelischen Gemeinschaft München Bogenhausen und im EC München. Außerdem ist er Co-Leitter des Social-Media-Bereichs von JesusHouse des Vereins proChrist. Auf TikTok und Instagram veröffentlicht er regelmäßig biblische Inputs und Social-Media-Tipps.

Patrick Senner ist Jugendreferent und Reisepastor beim EC Niedersachsen. Er ist bei TikTok und Instagram ebenfalls mit christlichen Inputs und Tipps für Social-Media-Strategien unterwegs.

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell