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CDU muss Werbespot(t) ertragen

Die SPD kritisiert den CDU-Mann Nathanael Liminski als Beispiel für „erzkonservative Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“. Kritiker sind empört.
Von Johannes Blöcher-Weil
Nathanael Liminski
Steht im Kreuzfeuer eines SPD-Werbespots zur Bundestagswahl: der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei Nathanael Liminski

Die SPD hat für die Bundestagswahl ein Video produziert, das die Gemüter erhitzt. Darin verunglimpft sie nicht nur den politischen Herausforderer, sondern auch dessen religiöse Ansichten. Das Video ist nur 40 Sekunden lang. Darin werden unterschiedliche CDU-Politiker genannt und welche Nachteile es gäbe, wenn man sein Kreuz bei der Union macht.

Die Aussage über den Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski, sorgt für Schlagzeilen. Der Christdemokrat wird zu „erzkatholischen Laschet-Vertrauten“ gezählt, „für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“. Dafür wurde der Politiker in den sozialen Netzwerken bepöbelt und moralisch verurteilt.

„Menschen nicht aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit angreifen“

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz twitterte, dass es unterirdisch sei, „Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit anzugreifen“. Liminski soll als junger Mann einmal gesagt haben, dass Sex vor der Ehe für ihn nicht infrage komme.

Nathanael Liminski ist der Sohn des Journalisten Jürgen Liminski, der auch der katholischen Gemeinschaft „Opus Dei“ angehörte. Seit 2017 ist Nathanael Liminski Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei und organisiert die Regierungsgeschäfte von Ministerpräsident Armin Laschet.

Konservativen Meinungen mehr Gehör verschaffen

Vom Besuch des damaligen Papstes Benedikt XVI. auf dem Weltjugendtag in Köln war er so begeistert, dass er die Initiative „Generation Benedikt“ gründete, das konservativen Überzeugungen unter Jugendlichen mehr Gehör verschaffen wollte. Als Vertreter der Gruppe war er damals häufiger in Fernsehsendungen zu Gast und vertrat dabei die Meinungen, die ihm heute vorgeworfen werden.

Der 35-Jährige hatte in der Vergangenheit betont, dass er Abtreibungen ethisch nicht für vertretbar halte und dass der Staat die natürliche Form der Ehe und Familie fördern soll. Während seines Geschichts-Studiums in Bonn schrieb er mehrere Texte für die rechtskonservative Internetseite freiewelt.net, deren Herausgeber Sven von Storch, der Ehemann der heutigen AfD-Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch, ist.

Nach seinem Studium war er unter anderem Redenschreiber des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Danach wechselte er zu Karl-Theodor zu Guttenberg ins Verteidigungsministerium. 2014 folgte er dem Ruf Armin Laschets, um Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion zu werden. Mit dem Wahlsieg Laschets wurde er dann Chef der Staatskanzlei. Dort gilt er als gewissenhafter und fleißiger Zuarbeiter für seinen Chef. In den letzten Jahren hat sich Liminski mit öffentlichen Wortmeldungen zu seinem Glauben und seinen Überzeugungen zurückgehalten.

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Eine Antwort

  1. Immerhin ein guter Grund für Laschet zu stimmen: Er hat in seinem Umfeld Persönlichkeiten, die Ehe und Familie nicht dem Zeitgeist anheim stellen.

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