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Bischof: Corona könnte Gottesdienstbesuch nachhaltig schädigen

Wie wird es nach Corona mit den Gottesdiensten weitergehen? Ein Bischof sieht die Zukunft skeptisch.
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh beim KcF

Foto: PRO/Martina Blatt

Jochen Cornelius-Bundschuh, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden

Die Einschränkungen des Gottesdienstbesuchs während der Corona-Pandemie könnten sich nach Einschätzung des scheidenden Bischofs der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, nachhaltig auswirken.

Er befürchte, dass manche, „die jetzt zwei Jahre nicht mehr in Gottesdienste gegangen sind, das auch künftig nicht mehr tun“, sagte Cornelius-Bundschuh dem epd. Selbst an Weihnachten könnten Menschen das Gefühl haben, es gehe auch ohne Gottesdienst, vermutet er.

Die Kirche müsse in dieser Situation von ihrer zentralen Botschaft „Fürchte dich nicht!“ reden, unterstrich der Theologe, der am 10. April in den Ruhestand verabschiedet wird. Man solle Menschen zeigen, wie hilfreich der Glaube sei und wie wichtig die Kirche dafür sei, ihn weiterzugeben.

Die jährlichen Leistungen des Staates an die Kirche sollten nach Meinung von Cornelius-Bundschuh bald abgelöst werden. Viele Jahrhunderte hätten sich die Kirchen in erster Linie im Gegenüber zum Staat verstanden. Doch durch die Demokratisierung habe die Zivilgesellschaft an Gewicht gewonnen. Als Kirche kooperiere man mit anderen Akteuren und bringe in dieses Miteinander die christliche Perspektive ein.

Jochen Cornelius-Bundschuh war seit Mitte 2014 Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. Ihm folgt zum 1. April die badische Pfarrerin Heike Springhart. Sie wird am 10. April offiziell in ihr Amt eingesetzt.

epd
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7 Antworten

  1. “Die Kirche müsse in dieser Situation von ihrer zentralen Botschaft „Fürchte dich nicht!“ reden”

    Nachdem man zwei Jahre genau das Gegenteil gemacht hat? Sehr glaubwürdig…

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    1. @Maik: Wo soll sie denn “genau das Gegenteil gemacht” haben? Sie verwechseln “Fürchte dich nicht” wohl mit dem Aufruf zur Unbesonnenheit und Egoismus gegenüber vulnerablen Menschen in der Pandemie…
      Die Kirche, die ich erlebe, hat zahllose neue Formen von Gottesdienst, Andachten, Hausandachten, Segenstüten usw. erfunden, ausprobiert und zu den Menschen gebracht.

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    2. du hast recht,die kirche hat sich vom statt einschüchtern lassen.Peter Hahne hat dazu die Kirche angegriffen und er hat recht.
      Die Menschen wurden alleine gelassen – wegen so einer “Grippe”.
      Die Losung für 2022 m- … kommet zu mir..” total fehl am Platze. Jesus hätte das so nicht gewollt.
      Richtig so ,hoffentlich bleiben die Menschen zuhause!

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  2. Was die Gottesdienstbesuche noch mehr schädigt als Corona ist meist der aus der Zeit gefallene Stil, den nur Langzeitgewöhnte überhaupt ertragen können. Schön, dass es andere Beispiele auch gibt. Aber es wäre schön, wenn auch der (scheinbare) Standard mal im Hier und Jetzt ankäme… Respekt an alle, die sich dafür einsetzen, dass es gottesdienstliche Vielfalt und zeitgemäße Inspiration gibt!

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  3. Nun, die Besucherzahlen in den weit überwiegend toten Gottesdiensten der sogenannten “Volkskirchen” werden weiter zurückgehen, da hat die Pandemie keinen Einfluß. Wer so etwas postuliert, will nur von seinem eigenen Versagen ablenken. Werden die Menschen nun nach der Pandemie auch nicht mehr ausgehen? Werden sie nicht mehr einkaufen? Sie werden vielleicht mehr einkaufen, aber sie werden einkaufen. Ein guter Gottesdienst ist kein Vortrag, den ich mir genausogut zuhause ansehen kann. Eine lebendige (!) Gemeinde gibt eben auch die Gemeinschaft, das Gefühl des Leibes Christi, die Gelegenheit zu gemeinsamen Lobpreis und Gebet. In freien Gemeinden wird man sicher kaum Rückgänge verzeichnen. In meiner Gemeinde kehren jedenfalls nach und nach alle wieder in die Präsenzgottesdienste zurück, auch wenn es nach wie vor einen Livestream gibt. Einige sind sehr vorsichtig, weil sie zu den vulnerablen Personen gehören. Aber sonst füllen sich die Gottesdienste wieder. Hauskreise finden wieder in alter Stärke und Anzahl statt und die Mitglieder des Chores “scharren mit den Hufen”.

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  4. Die Personen aus vulnerablen Gruppen sind zu schützen, aber nicht die freiwillig Ungeimpften. In meiner Gemeinde kommen am Sonntag sowohl morgens und auch abends (weil es sich auf 2 Termine besser verteilen lässt) viele zum Gottesdienst.
    Gruß,
    Peter

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  5. Wenn Menschen den sogenannten Gottesdienst weniger besuchen zugunsten von enger Gemeinschaft der Gläubigen in den Häusern wäre das zu begrüßen. Was wirklicher Gottesdienst ist, ist in Römer 12 und Jakobus 1 definiert. Ich will damit aber nicht sagen, dass größere Versammlungen schlecht sind, aber jede Woche brauche ich das nicht (mehr).

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