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Zwei von drei Deutschen gegen Kirchensteuer

Eine Mehrheit der Bundesbürger lehnt die Kirchensteuer ab. Stattdessen solle ein Teil des Einkommens einem guten Zweck zugutekommen.
Von Martin Schlorke
Geldscheine

Foto: Lena Balk

Die Kirchensteuer wird in Deutschland von den Finanzämtern eingezogen

67 Prozent der Deutschen sind einer repräsentativen INSA-Umfrage zufolge für die Abschaffung der Kirchensteuer. Unter den befragten Protestanten sind es 65 Prozent, bei den Katholiken 68 Prozent.

Von Konfessionslosen, die in der von der Bild-Zeitung in Auftrag gegebenen Umfrage ebenfalls befragt wurden, haben sich 71 Prozent gegen die Kirchensteuer ausgesprochen.

Im Jahr 2021 hatte die katholische Kirche etwa 6,7 Milliarden Euro an Steuern eingenommen, die evangelischen Landeskirchen rund 6 Milliarden Euro.

Die Kirchensteuer wird von Kirchenmitgliedern als Zuschlag zur Einkommens-, Lohn- und Kapitalertragsteuer gezahlt. Gegen eine Aufwandsentschädigung wird sie von den Finanzämtern der jeweiligen Bundesländer eingezogen.

Gegenüber Bild forderte der Eichstätter Bischof Gregor Hanke ein Umdenken: „Die Kirche ist gut beraten, nach Wegen alternativer Finanzierung zu suchen, da das deutsche Kirchensteuersystem kein Zukunftsmodell sein dürfte.“ Allerdings sei ein „abrupter Ausstieg“ aus dem System nicht möglich.

Steuer für den guten Zweck

Ein Modell, das auch ohne die beiden großen Kirchen auskommen kann, fand in der Umfrage ebenfalls eine Mehrheit. Demnach sprachen sich 55 Prozent der Befragten für ein System aus, in dem jeder Steuerzahler einen Teil seines Einkommens für einen guten Zweck gibt. Zu Auswahl stünden beispielsweise Kirchen, Hilfsorganisationen oder Umweltverbände.

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Eine Antwort

  1. Und jährlich grüßt die BILD-Umfrage zur Kirchensteuer mit bahnbrechend gleichen Erkenntnissen …

    Leider wird die zitierte Umfrage überall nur wiedergegeben, statt ihre Sinnlosigkeit bloßzustellen. “Zwei Drittel der Frösche sind für die Abschaffung von Störchen.”

    Wenn von den Nicht-Kirchenmitgliedern 71 % gegen die Kirchensteuer sind, was sagt uns das? Genau: Völlig irrelevant, das geht sie überhaupt nichts an.

    Wenn von den Kirchenmitgliedern rund 66 % gegen Kirchensteuer sind, jedoch nur rund 5 % in den Gottesdienst gehen, was sagt uns das? Genau: Die Mehrheit der Kirchenmitglieder sind in der Kirche gar nicht aktiv, gleichzeitig aber auch noch nicht ausgetreten, um die Kirchensteuer zu sparen. Vermutlich müssen die meisten von ihnen auch kaum Kirchensteuer zahlen:

    Die Kirchensteuer beträgt bekanntlich 8-9 % der Einkommensteuer. Wer kein oder wenig Einkommen hat, so wie die meisten Kinder, Jugendlichen, Studenten, Senioren, Hausfrauen, Arbeitslose, …, zahlt gar nichts. Es gilt prinzipbedingt dieselbe Progression wie bei der normalen Steuer (Freigrenze rund 10.000 Euro pro Jahr und Steuerpflichtigem).

    Laut EKD lag das durchschnittliche jährliche Kirchensteueraufkommen bei rund 270 Euro pro Kirchenmitglied, was gleichzeitig einer durchschnittlichen jährlichen Einkommensteuerpflicht von rund 3.200 Euro entspricht. http://www.ekd.de/statistik-kirchensteuer-44297.htm

    Ein Hochzeitsrecht auf Sylt und irgendwann mal ein stilvolles Begräbnis ist vielleicht manchen den durchschnittlichen Aufpreis von 270 Euro wert, der wiederum im Folgejahr steuerlich als Sonderausgabe teilweise abgesetzt werden kann, worüber interessanterweise niemand spricht:

    Einen Teil der Kirchensteuer bezahlt – wie bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen auch – de facto der Staat durch entgangene Steuern. Das hat aber nichts mit den pöhsen Kirchen zu tun, sondern mit dem Gemeinnützigkeits- und Einkommensteuerrecht.

    Was aus geistlich-biblischer Sicht gegen die Kirchensteuer spricht, und wie die Finanzierung der Kirchen/Gemeinden mit welchen Vor- und Nachteilen alternativ geregelt werden könnte, wäre für die Kirchenmitglieder das eigentliche Thema, aber dazu ist ja auch schon längst alles gesagt.

    Freikirchliche Christen, die ihren “Zehnten” von ihrem Einkommen spenden, geben in der Regel deutlich mehr als nur 10 % ihrer Einkommensteuer.

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