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Weniger als 20 Millionen: Evangelische Kirche verliert weiter Mitglieder

Der Mitgliederschwund innerhalb der Evangelischen Kirche hält weiter an. Nun hat die Kirche einen Schuldigen ausgemacht.
Von Martin Schlorke
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Leere Kirchenbänke
Die Kirchensteuer ist für viele Protestanten ein Grund für den Austritt

19.725.000 Menschen waren zum Stichtag am 31. Dezember 2021 Mitglied in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 2021 lag die Zahl der Mitglieder mit 20,2 Millionen noch knapp über der 20-Millionen-Marke. Die Zahlen gehen aus der Mitgliederstatistik hervor, die die EKD am Mittwoch in Hannover veröffentlicht hat.

Als einen Hauptgrund für den Verlust macht die EKD die im Corona-Jahr erhöhten Sterbefälle von Mitgliedern aus. Diese betrugen 360.000. Zusätzlich haben weitere 280.000 Menschen die Kirche verlassen. Vor der Corona-Pandemie bezifferte die EKD die Zahl der Verstorbenen auf rund 340.000 (2019).

Die Zahl der Taufen habe sich zwar mit 115.000 gegenüber dem Vorjahr (81.000) „deutlich“ erhöht, liege aber unter dem Niveau vor der Pandemie (160.000 im Jahr 2019). Die Zahl der weiteren Eintritte sei mit rund 18.000 auf Vorjahresniveau.

Mit Taufinitiativen gegen Mitgliederschwund

Mit Blick auf die neuesten Zahlen erklärte die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, dass „wir die hohen Austrittszahlen nicht als gottgegeben hinnehmen.“ Dort wo es möglich ist, wolle die EKD gegensteuern.

Dazu beitragen sollen „gezielte Taufinitiativen“. Mit zahlreichen Aktionen der Landeskirchen sollen in diesem Jahr besondere Taufangebote unterbreitet werden, um Familien, die während des Lockdowns keine Taufe feiern konnten, Gelegenheit zu geben, diese nachzuholen.

„Bei der Taufe eines Kindes erfahren wir unmittelbar, wie die Kraft des Evangeliums Menschen berührt und stärkt“, sagte Kurschus. „Der Segen begleitet die Getauften ein Leben lang. Diese Zusage ist gerade in unsicheren Zeiten verheißungsvoll und heilsam zugleich.“

Studie: Mehrzahl tritt ohne konkreten Grund aus

Mit Hilfe einer qualitativen Teil-Studie und einer repräsentativen Umfrage unter ehemaligen Mitgliedern der beiden großen Kirchen hat das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD (SI) nach Gründen für die Zahl der Kirchenaustrittszahlen seit 2018 gesucht. Dabei gaben 24 Prozent der vormaligen Protestanten und 37 Prozent der vormaligen Katholiken an, aufgrund eines konkreten Anlasses die Kirche verlassen zu haben.

Es sei zwar davon auszugehen, dass Skandale, insbesondere in der Katholischen Kirche, zur Austrittsspitze 2019 geführt haben, erklärte die Soziologin Petra-Angela Ahrens. In erster Linie vollziehe sich der Austritt jedoch als Prozess, der häufig schon mit einer fehlenden religiösen Sozialisation beginne. Ein Faktor für den Austritt sei zudem eine empfundene „persönliche Irrelevanz“ von Religion und Kirche.

Für ausgetretene Protestanten spiele insbesondere eine Kosten-Nutzen-Abwägung eine Rolle. 71 Prozent gaben an, dass die Kirchensteuer der Grund für den Austritt ist.

Die Katholische Kirche will ihre Mitgliederstatistik im Sommer veröffentlichen. Hält der bisherige Trend des Mitgliederrückgangs in der Katholischen Kirche auch an, könnte erstmals der Anteil der evangelischen und katholischen Christen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland unter die 50-Prozent-Marke sinken.

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15 Antworten

  1. Die evangelischen Landeskirchen in Deutschland sind nicht für sich selbst da. Wenn sie Jesus Christus als ihren Herrn und Meister, ja als ihren Bräutigam, erkennen und ihm nachfolgen, wenn sie ihren Auftrag, Menschen zu Jesus zu führen, annehmen und umsetzen, wenn sie Zeugen des Evangeliums in dieser Welt werden oder bleiben, dann, so meine ich, können sie wieder sehr fruchtbares Land werden. Die Landeskirchen sollten vielleicht einmal näher auf die Ortsgemeinden blicken, die voll und lebendig sind. Gemeinden, in denen es auch Bekenntnistaufen und nicht nur sogenannte Baby”taufen” gibt. Gemeinden, in denen also Menschen “von außen” dazu kommen, weil sie zu Jesus gefunden haben. Dieser Blick könnte deutlich machen, worauf es eigentlich ankommt. Und dann müsste sich wohl sehr viel verändern. Wie wären Landeskrichen, die danach fragen, was Jesus möchte? Das könnte doch etwas werden!

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    1. Ja aber wie die Bibel schon sagt bleiben die echten Nachfolger in der Minderheit.
      Ich sehe tatsächlich vom Schriftbefund her gar kein Problem in diesen sinkenden zahlen. Ich finde es ist ein gesund schrumpfen.

      Organisatorische finanziell ein Desaster, auch weil der Visionsauftrag tatsächlich meistens vernachlässigt wird und man sich eher selbst für Predigt und vertritt, aber vom Evangelium her kein Problem

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      1. Da erkennt man doch das eigentliche Problem direkt:
        “Ein gesundschrumpfen” also quasi: weniger ist mehr. Aber:
        Finanziell wird es dann so schwierig. Wir brauchen die “ungläubigen Mitglieder” als Zahlemann für unseren Spaß – für nichts anderes.
        Und genau das ist die Haltung der EVK … Zahle wenn Du gläubig bist. Oder mach was Du willst aber bitte – Zahle !
        Ich bin 2010 ausgetreten, nachdem ich sehr unverschämt lautende Aufforderungen zum Spenden bekommen habe (Evangelische Kirche Oldenburg / Kreyenbrück). Man hat sich sogar schon die Mühe gemacht einen Überweisungsträger vorauszufüllen – indem man mein einkommen berechnet hat.
        Das es dafür keine Pflicht gab – hat mir die Stadt Oldenburg damals (im Geheimen) verraten.
        Anschließend mit Wilhelmshaven das Selbe. Bis ich ausgetreten bin.
        UND ERST DANN … habe ich das aller erste mal Post von einer Pastorin bekommen … die mich vollgejammert hat – das mein GELD nun fehlen würde.
        Ob ich da irgendeine “Glaubensfrage” event. mit ihr persönlich besprechen wollen würde – wurde nicht mal angeboten.
        Stattdessen sollte ich eine Familiensitzung (bitte auch mit Urgroßeltern und Onkel und Tanten (das volle Programm)) abhalten um meine Schritte mit der Familie zu besprechen.
        Dabei ging es nicht um mein Seelenheil – sondern das die alten Kirchenveteranen mich von was anderem Überzeugen sollten.
        Das war der Moment – wo ich wusste das der Austritt vollkommen richtig war !
        Die EVK hat überhaupt kein Interesse an den Menschen – sie möchte das Geld haben. Und macht nichtmal ein Geheimnis draus.

        Nun sehe ich Ihren Kommentar … und da geht ja das selbe draus hervor.
        Sie können mit den gehenden Mitgliedern gut leben, Stichwort “Gesundschrumpfen”.
        Nur benötigen sie auch nur das Geld.

        Wenigstens sind Sie ehrlich.

        Und das ist der Grund warum mein Sohn die Kirche bisher nicht von Innen gesehen hat.
        Er kann sich später selber entscheiden. Ich weiss nur nicht wodurch er überzeugt werden soll, Nächstenliebe kann es ja nicht sein. Die scheinen sie nicht zu praktizieren.
        Ich verstehe den Bedarf an “Geld” zumindest nicht als Nächstenliebe.
        Da gibt es ein Wort für und das lautet “Gier”.

        Vielen Dank
        Mit freundlichem Gruß
        Christian Meyer

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    2. Das klingt ja sehr nach: “Die da müssten …” Wir sind Christen, wir sind Kirche = Ekklesia = Die Herausgerufenen. Alle Institutionen erleben z.Z. Austrittswellen und Mitgliederschwund, weil zwar alle etwas (jeder ganz Unterschiedliches) von “Ihrer Institution” (Staat, Kirche, Organisation …) erwarten, aber nur noch Wenige bereit sind sich für diese Gemeinschaft einzusetzen. Aber wie Sie schon recht erkannt haben, es gibt vor Ort in den christlichen Gemeinden viele Aktive. Dazu zähle ich auch die Paten und Eltern, die ihre getauften “Baby”s mit unserem Vater im Himmel und Seinem Wort und Willen vertraut machen und ihnen unseren christlichen Glauben (=Vertrauen zu Gott, sich an Ihn hängen und sich Ihm anvertrauen) vorleben und sie als ältere Geschwister im Glauben begleiten. Ich könnte das nicht so abwerten!

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  2. Preußentalar mit Bartschutz (Beffchen), in welchem Jahrhundert lebt denn die Kirche?
    Die Liturgie erinnert mich an das Abfragen in der Schule und wer will sich beherrschen lassen?

    Nicht jeder, der ein geistliches Amt ausübt, ist von Jesus Christus berufen.
    Manch einer wollte Medizin, Jura usw. studieren und hat keinen Studienplatz bekommen und dann Theologie studiert.
    Bei anderen war das Motiv, dass man als Pfarrer ja nicht einer Aufsicht und den Anforderungen wie in einem Wirtschaftsunternehmen unterliegt…
    Andere wollten ein sicheres Einkommen und nichts für ihre Altersvorsorge einzahlen.

    Wie viele Pfarrer glauben überhaupt an die wesentlichen Aussagen der Bibel?
    Es ist eben sehr bequem, den Glauben nur ein bisschen zu verwalten. Aber laue Christen wird Jesus aus Seinem Mund ausspucken (Offenbarung 3,14-22)

    Haben Sie sich mal über Mobbing in der Kirche Informiert?

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    1. Haben Sie sich mal über Mobbing der Pfarrer informiert? Lesen Sie ihren eigenen Artikel, dann haben Sie ein gutes Beispiel vor Augen.

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      1. Nein, Matthias, den Beitrag von Claus F. Dieterle empfinde ich nicht als „Mobbing“. Leider erlebe ich in .unserer Gemeinde genau das, was er beschreibt. Die „Predigten“ erinnern mehr an Referate, als an biblische Textauslegung; und „bekennend“ von Jesus zu sprechen, ist eher „peinlich“.

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  3. Die evangelische. Kirche sollte sich nicht immer wieder stark in gesellschaftliche, politische Angelegenheiten öffentlich einmischen und damit zur politischen Stimme werden.
    Sie hat aber eine einzigartige rettende Botschaft zur Rettung des einzelnen Menschen selbstverständlich auch öffentlich zu verkünden.
    Die Botschaft vom Retter und Erlöser Jesu Christi ist ihr eigentlicher Auftrag!
    Nur in dieser Botschaft werden gesellschaftliche und politische Themen zu einer Lösung gebracht werden.
    Die Bibel ist allein in ihrer Botschaft die Grundlage für ein gelingendes und für ein erfülltes Leben.
    Ihre Botschaft von der Liebe Gottes eröffnet für alle Probleme eine ungeahnte Kraftquelle für alle Probleme unserer so friedlosen und zerrissenen Welt.
    Diese Botschaft sollte unsere evangelische Kirche frei und offen jeden Tag unverdrossen in aller Öffentkichkeit verkündigen!

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    1. Hiezu müsste der “Glaube” an Jesus mit Vollmacht verkündet werden! Wie macht man das nur??
      Ohne Glaube kann man Gott nicht gefallen – dies uvam – wird den glaubhaft Suchenden nicht vermittelt.
      Ohne Hilfe von oben – dem Hl.Geist – ist die Predigt meist kraftlos. Den Hl.Geist muss man durch Gebet des
      Glaubens erbitten.

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  4. Naja, ob bei der Kindertaufe unmittelbar Kräfte des Himmels freigesetzt werden wage ich zu bezweifeln.
    Oder fehlt es mir da nur an Vorstellungskraft?
    Markanter als die schiere Zahl der Mitglieder ist ohnehin die Zahl der Gottesdienstbesucher.
    Man geht nur noch von 5 Prozent aus, eine wahrlich traurige Bilanz !
    Ich deute das als sichtbares Zeichen für einen tiefgreifenden Glaubensverlust.
    Das ist nicht gut für unser Land und wird Auswirkungen haben in alle Lebensbereiche.
    Deutschland ist reif für eine “Neu-Evangelisation” nur wer soll dies leisten ?

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  5. So ist es! Evangelisation ist nötig ! Wir haben alle Möglichkeiten; Religionsfreiheit ,u.u. Jedoch fehlen den Kirchen die charismatischen Glaubensleute, die den Glauben an Jesus Christus überzeugt nach der Bibel leben und nicht das Hauptaugenmerk auf: ” was sagt die Welt” richten.

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  6. Wer soll denn an Angaben der Bibel glauben??
    Alter der Erde?
    6000 Jahre.
    Haha
    Zeugung von Christus durch heiligen Geist?
    Haha
    Körperliche Auferstehung?
    Wunder verschiedenster Art?
    Haha
    Geldgierige Kirchenvertreter, die Humanismus predigen aber Jugendliche missbrauchen??
    Darauf können wir verzichten – je früher umso besser!

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    1. Oh man, Sie reden ja wie ein Blinder von der Farbe. Aber bei so viel Desinformationen die über den “Glauben” kursieren ist das kein Wunder. Lesen Sie aber ruhig weiter PRO, dann werden Sie vielleicht auch ein Christ, vom Heiligen Geist gezeugt – ich bete um dieses Wunder, damit Sie dann das ewige Leben haben, ab diesem Zeitpunkt und in alle Ewigkeit. Der Ewige, unser Vater im Himmel – und ich übrigens auch – würden uns über einen Bruder/eine Schwester mehr im Himmelreich (= Bereich Gottes hier und ewig-überall) freuen.

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      1. Vielen Dank , Matthias ! Das ist mutig und authentisch ! Kein herabwürdigendes , besserwisserisches Geschwätz !
        Wäre klasse, wenn es als Wirkung Früchte trüge !

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