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ZDF-„SOKO Stuttgart“ und die Klischee-Freikirche

In der Folge 14 von Staffel 10 der ZDF-Serie „SOKO Stuttgart“ ermittelte das Team in einer evangelikalen Freikirche. Darin bekam man eher eine pseudo-christliche Sekte zu sehen, für die viele Klischees von Freikirchen herhalten mussten.
Von Jörn Schumacher
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In der ZDF-Serie „SOKO Stuttgart“ wird in der Folge „Im Namen Gottes“ in einer seltsamen Freikirche ermittelt

„Im Namen Gottes“ heißt die Folge 14 der ZDF-Serie „SOKO Stuttgart“, die am 1. Juli ausgestrahlt wurde und seitdem in der Mediathek zu sehen ist. Die Ermittler müssen im Umfeld einer obskuren christlichen Sekte einen Mord aufklären. Das ZDF spricht in der Sendungsankündigung von einer „evangelikalen Freikirche“.

Ein junger Mann namens David Poth wurde tot in seiner Badewanne aufgefunden. Er gehörte der Freikirche namens „Solvention“ an. Diese sei ursprünglich aus den USA gekommen, klären die Ermittler auf, und sie habe „ein striktes Regelwerk, also: Kein Alkohol, keine Evolutionslehre, kein sexueller Verkehr vor der Ehe“. Die Nachbarin des Ermordeten spricht lieber von „Christenspinnern“.

Der ertränkte junge Mann wurde offenbar vor seinem Tod mit einem Gürtel ausgepeitscht. Offenbar war er schwul und löste damit einige Probleme in der Gemeinde aus. Ein anderer Mann, den die Kriminalpolizei befragt, hatte ein Verhältnis zu dem Ermordeten. Er sagt aus, dass er selbst früher Mitglied der Gemeinde war, und selbst irgendwann glaubte, „falsch“ zu sein. „Mit Hilfe von Freunden habe ich den Ausstieg geschafft“, sagt er. Er selbst wurde vom Pastor der Gemeinde (Niklas) mit einer brennenden Zigarrette traktiert. „Niklas glaubt, dass Schwulsein eine Krankheit ist. Eine Austreibung hat er an mir vorgenommen.“

Die Serienfolge stellt die Christen der erfundenen Gemeinde mit vielen Stereotypen in Sachen Freikirchen dar, allerdings sehr überzogen. Die Gläubigen kommen verstockt und unglücklich daher, sie alle tragen einheitliche Kleidung: weißes Hemd und schwarze Hose. Das Gemeindehaus ist ein nicht sehr einladender nüchterner, moderner Betonbau. Und in den Aussagen der Gläubigen geht es viel um den Teufel.

Abgesehen von der eher mittelmäßigen schauspielerischen Darbietung bietet der Film eine äußerst klischeehafte Darstellung von Christen, so dass eine Verbindung zu einer echten „evangelikalen Freikirche“, wie in der Sendungsankündigung behauptet, kaum hergestellt werden kann. Die holzschnittartige Darstellung von Christen und die Reduzierung auf das Thema Homosexualität stoßen eher ab.

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55 Antworten

  1. Ist ja fast wie zu DDR-Zeiten. Da hat man dem Volke auch eine gewissen Vorstellung über ‘Christen’, ‘Kirchen/ Gemeinden’ und ‘Christsein’ vermitteln wollen.

  2. Guck ich mir nicht an, aber die Schilderung ist ja sehr aussagekräftig !
    Jetzt fallen mir halt schon wieder Stereotypen wie “Staatsfernsehen” und “Gehirnwäsche” ein.
    Ein “prophetisches Wort” , auf diese Weise wird die Verfolgung der Christen eingeläutet und wen wunderts, dass die Homo-Thematik, Auslöser und Aufhänger ist.

    1. Aber es ist doch gerade die Homo-Thematik, die in freikirchlichen Kreisen zum Lackmustest für “wahres Christsein” erhoben wurde. Siehe die Entstehung und das Selbstverständnis von Bibel&Bekenntnis oder die Causa Olaf Latzel.
      Das ist doch nur natürlich, dass man mit einem Blick von außen auf die Freikirchen diese Thematik anspricht.
      Das hat NICHTS mit Christenverfolgung oder Staatsfernsehen oder gar Gehirnwäsche zu tun.
      Lesen Sie einmal Biographien von homosexuell empfindenden Christen (die, wie die allermeisten und wie zu erwarten, NICHT heterosexuell wurden, so sehr sie sich auch bemühten) oder hören Sie sich ihre Geschichten an, ihre Erfahrungen in freikirchlichen Gemeinden. Die Begegnung mit diesen Menschen und ihren Geschichten hat mich jedenfalls erschaudern lassen über die lieblosen, menschenverachtenden und zerstörerischen Zustände in Freikirchen und all das hat mich dazu bewegt, die freikirchlichen Bibelauslegungstraditionen zu hinterfragen und stattdessen gründlich die Schrift zu erforschen – mit erstaunlich freimachenden, liebevollen und jesus-mäßigen Erkenntnissen.

      1. Danke, Kaja, für diesen Beitrag. Da gebe ich dir vollkommen Recht.
        Freikirchen sind allerdings sehr vielfältig, und ihre Mitglieder noch viel mehr. Es gibt ja auch so viele unterschiedliche Gruppierungen unter ihnen, so dass man das Bild, das in der Öffentlichkeit vermittelt wird, korrigieren sollte.
        Dein Kommentar – “die lieblosen, menschenverachtenden und zerstörerischen Zustände in Freikirchen” und “die freikirchlichen Bibelauslegungstraditionen” – ist an dieser Stelle leider nicht genügend differenziert. Es gibt nicht DIE Freikirchen. In “einigen”, “manchen”, von mir aus auch “vielen”, wenn das passt, wäre hier besser.

        1. @ Fred Eick,
          in den vergangenen 8 Jahren habe ich mich intensiv mit dem Thema Homosexualität befasst und habe mir die Geschichten von Betroffenen aus verschiedensten Freikirchen angesehen/ angehört. Darunter war keine einzige Freikirche, die WIRKLICH liebevoll, annehmend und barmherzig mit homosexuell Empfindenden umgegangen ist. Weil ALLE diese Freikirchen letztlich die Grundhaltung haben, Homosexualität sei Sünde (und wenn es nur das “Ausleben” ist). Nach vielen Recherchen, Bibellesen, Übersetzen denke ich mittlerweile, das dies eine fundamentale Fehlhaltung und Fehlauslegung der biblischen Texte ist.
          Sicher, so krass, wie in dem Film dargestellt, war es nirgends. Dafür mit viel subtilem Psychodruck. Und ganz viel Heuchelei. Schlimme Schmerzen kann man Menschen eben nicht nur körperlich zufügen. Aus meiner Sicht sind die brennenden Zigaretten im Film ein gutes Symbol für die psychischen, unterschwelligen Formen des Traktierens mit “gut gemeinten” frommen Phrasen durch Pastoren und Gemeindemitglieder. Oder Familienmitglieder, die ihre Kinder samt Partner nicht mehr in ihr Haus lassen, weil die Kinder ja “in Sünde leben” und so irgendwie ihr Haus “beschmutzen”… Es ist wirklich zum Weinen.

          1. @Kaja
            Selbstverständlich ist es schwierig persönliche Erfahrungen zu bewerten. Einige ihrer Ausführungen (nicht alle!) klingen allerdings so, als würden sie glauben liebevoller Umgang = völlige Annahme und Akzeptanz. Überheblicher Umgang und Psychodruck = Homosexualität als gegen den Willen Gottes ansehen und ansprechen. Ich möchte ihnen aber nichts unterstellen!

            Dann würden wir natürlich auch Psychodruck auf einen Ehebrecher ausüben, dem wir sagen, dass sein Verhalten Sünde ist. Oder auf den Unversöhnlichen (ja, das tun wir tatsächlich, auch wenn immer wieder gesagt wird, wir würden nur homosexuelle Sünden ansprechen), dem wir ganz offen sagen, dass Unversöhnlichkeit ein Zeichen ist, den Glauben nicht wirklich zu verstanden zu haben. Wollen wir als Christen wirklich anfangen, Sünde nicht mehr anzusprechen, weil sich Menschen dadurch Druck ausgesetzt fühlen? Oder trifft das nur auf bestimmte Themen zu. Natürlich sehen sie das nicht so, weil sie Homosexualität nicht mehr als Sünde ansehen.

            Ganz ehrlich, die revisionistischen Auslegungen der Bibel zum Thema Homosexualität überzeugen nicht. Da ist einfach der Wunsch zu sehr Vater des Gedankens. Ich empfehle jedem, den das Thema interessiert, das kleine Buch “Ist Gott homophob” von Sam Allberry. Seit seiner Jugend empfindet er gleichgeschlechtliche Anziehung. Da er aber sieht, dass Gottes Wort Ehe ausschließlich als zwischen Mann und Frau versteht, lebt er enthaltsam.

            Allberry verscheigt nicht die Schwierigkeiten und inneren Kämpfe. Aber er betont, dass nicht seine sexuellen Empfindungen seine Identität ausmachen. Das ist eine sehr wichtige und praktische Erkenntnis.

            Nochmal. Ich will nicht sagen, dass Christen nicht überheblich sein können oder absolut falsch mit Personen umgehen, die gleichgeschlechtliche Anziehung empfinden. Es gibt unsagbare Lieblosigkeit von Christen! Für Christen kann der Weg nur sein, allen Menschen mit der Liebe und Gnade zu begegnen, die sie selbst unverdient empfangen haben. Der Weg kann aber nicht sein, Gottes Wort zu verdrehen, dem eigenen Empfinden unterzuordnen oder hermeneutisches cruising zu betreiben!

            Liebe Grüße

          2. Lieber Gast,
            tatsächlich verstehe ich unter liebevollem Umgang völlige Annahme und Akzeptanz. So, wie Jesus das gemacht hat.
            Selbstverständlich soll Sünde weiterhin klar und deutlich angesprochen werden. So, wie Jesus das gemacht hat. In homosexuellen Beziehungen genauso wie in heterosexuellen.

            Aber: Ja, ich kann nach 8 Jahren Bibelstudium und ausführlichen Recherchen aus den biblischen Schriften nicht (mehr) ableiten, dass die Form von Homosexualität, wie wir sie HEUTE erleben und wie sie heute (die meisten homosexuell empfindenden) Menschen leben möchten, in den biblischen Schriften als Sünde bezeichnet wird. Dort werden gleichgeschlechtliche Praktiken als Sünde bezeichnet, die ich auch heute noch aufs Schärfste verurteilt wissen möchte. Aber das ist nicht das, wofür homosexuell empfindende Menschen heute sich einsetzen.

            Sicher gibt es auch homosexuelle Christen, die bei dem Urteil “Homosexuelle Beziehung = Sünde” bleiben und so leben, einen Weg gefunden haben, damit klar zu kommen. Wenn das für sie so in Ordnung ist, ist das gut. Sie sollten aber anderen, die beim Bibelstudium zu anderen Schlüssen kommen und daher auch anders leben, das ebenso zugestehen. Und sie nicht als Menschen verurteilen, die “Gottes Wort verdrehen” (Woher wollen Sie denn wissen, dass SIE das Wort Gottes RICHTIG verstehen???) oder “hermeneutisches cruising” zu betreiben.
            Meines Erachtens hat Jesus uns im Umgang mit der Schrift einen Weg vorgelebt, den ich mittlerweile sehr gerne gehe: Erst den Menschen sehen und dann die religiösen Traditionen und Vorschriften. Und gegebenenfalls (siehe Aussätzigenheilungen, Sabbatheilungen, Ährenraufen am Sabbat etc.) werden diese religiösen Traditionen hinterfragt, angepasst oder aufgegeben, weil sie nicht zu echter Barmherzigkeit und Liebe führen (“Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer”)

            Wo wir schon bei Empfehlungen sind: Die Predigt hier war die beste und bewegendste, auch seelsorgerlich, die ich zu diesem Thema gehört habe: https://www.youtube.com/watch?v=fNwqKuAXNOg

            Ich könnte übrigens genauso sagen, dass bei der konservativ-christlichen Haltung zu Homosexualität und ihrer Bibelauslegung zu sehr der Wunsch der Vater der Gedanken ist, eine homosexuell geführte Beziehung sei Sünde. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, das zu erläutern. Da spielt u.a. die jahrhundertelange tradierte christliche Abneigung gegen alles Körperliche/Sexualität eine Rolle und das Bedürfnis, alles in der Norm haben zu wollen. Die Angst vor Fremdem und Ungewohntem etc.

            Vielleicht horchen Sie einmal ehrlich in sich hinein, was Sie denn beim Anblick eines homosexuellen Paares empfinden und weshalb…

          3. Ich möchte noch auf eine Argumentationsweise eingehen, was mir hier und in anderen Diskussionen mehrfach begegnet ist. Nämlich der Vergleich von Homosexuellen bspw. mit Ehebrechern, Alkoholikern, Spielsüchtigen oder manchmal auch mit Pädophilen, Kleptomanen usw.
            Hier sollen verschiedene Sünden gezeigt werden und argumentiert werden, dass es doch gut sei, wenn man entsprechende Personen auf ihre Sünde aufmerksam macht und versucht, sie davon “frei” zu machen. Nun ist es mit der Sünde ja so, dass Sünde in der Bibel als Beziehungsstörung definiert ist und dass sich Sünde schädlich auf die Gottesbeziehung, die Gemeinschaft oder auf andere Menschen auswirkt.
            Meine Fragen an dieser Stelle sind: WAS genau ist die Sünde, die homosexuelle Menschen begehen? Welcher Beziehung schaden sie? Welchen Menschen fügen sie Schaden zu? Wem nehmen sie etwas weg? Weshalb vergleicht man homosexuelles Empfinden mit einer zerstörerischen Sucht?
            Aus meinen Erfahrungen werden homosexuell Empfindende nicht deshalb krank an Leib und Seele, weil sie eben homosexuell empfinden oder eine homosexuelle Partnerschaft haben, sondern weil sie es qua Gesellschaft oder christlicher Norm nicht dürfen. Sie führen ein Doppelleben, weil sie sich verstecken müssen. Sie verbiegen sich. Weil sie niemand so haben will, wie sie sind.
            Ich kenne mittlerweile einige Christen, die homosexuell sind. Und wenn sie über ihre Liebe zu Gott und ihren oft tiefen Glauben sprechen, kann ich nie erkennen, dass sie eine schadhafte Gottesbeziehung haben.
            Manchmal wird ja auch gesagt, die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare würde der Ehe schaden. Das verstehe ich nicht. Inwiefern schadet sie meiner Ehe? Meine Ehe ist doch deswegen nicht weniger wert oder geht dadurch kaputt, dass mein homosexueller Freund seinen Partner heiratet. Wenn meine Ehe kaputt geht, liegt das doch an mir. Und wenn mich jemand zum Ehebruch verleitet, dann ist es sicher keine Lesbe, denn ich stehe ja nicht auf Frauen, sondern ein heterosexueller Mann…
            Vielleicht haben Sie darauf Antworten.

          4. Kaja, leider kann ich auf ihren letzten Kommentar, vom 13.07., 17.04 Uhr nicht direkt antworten. Deshalb an dieser Stelle.

            Als jemand, der die orthodoxe Sicht vertritt oder falls das schon überheblich klingt, die traditionelle, gebe ich umunwunden zu, dass es für mich nur ein Argument pro ausgelebte Homosexualität gibt, das beachtenswert ist. Das von ihnen beschriebene “Die in der Bibel verurteilte Homosexualität ist nicht diejenige, die wir heute finden, eine verbindliche, liebevolle Beziehung”. Dabei gibt es nur ein “Problem”. Das Studium der Antike widerlegt diese Sicht einfach.

            Natürlich gab es in der griechisch-römischen Welt ausbeuterische Sexualität, in jeder Form und in jeder Art von Beziehungen. Mir ist niemand bekannt, der das leugnen würde. Aber es ist eben nicht so, dass die griechisch-römische Welt allein diese Form der homosexuellen Beziehungen kannte. D. h. eine lebenslange, liebevolle Beziehung zwischen Männern und Frauen war durchaus bekannt. Es gibt ein sehr umfangreiches Werk, das wirklich jede Form der Sexualität in der Antike beschreibt: Thomas K Hubbard “Homosexuality In Greece and Rome: A Sourcebook of Basic Documents”. Um es direkt vorweg zu nehmen, ist Hubbard kein Christ. Heute scheint es nötig zu sein, dass zu erwähnen. Ansonsten kommt schnell das Argument, “Ist ja klar, dass der das so sieht. Er gehört ja zu den ewig-gestrigen.” Aber das möchte ich ihnen nicht unterstellen!

            Wie auch immer, wird darin sehr deutlich, dass es durchaus in der griechisch-römischen Welt die Vorstellung von verbindlichen, liebevollen, permaneten Beziehungen des gleichen Geschlechts gab. Da Paulus ein gebildeter Mann war, der selbst z. B. griechische Philosophen zitierte, können wir davon ausgehen, dass er genau mit den damaligen Gegenbenheiten und verschiedenen Sichten vertraut war. Es ist für mich zumindest schwer vorstellbar, dass wir aus 2000 Jahre Entfernung, es besser wissen, als er, der ja in dieser Welt lebte.

            Und das ist der Grund, warum “wir” ausgelebte Homosexualität in eine Reihe anderer Sünden stellen, die alle die Beziehung zu Gott beeinträchtigen. Sie nennen sie ja auch.

            Damit ist dann allerdings noch nichts über den Umgang von Christen mit homosexuell empfindenenden Menschen gesagt. Ich stelle ihre Erfahrung überhaupt nicht infrage, dass es da viel Lieblosigkeit und Verachtung gab und gibt. Als Christ lebe ich aus der unverdienten Gnade und möchte deshalb auch allen Menschen, wer sie auch sind und wie sie auch leben, in Gnade begegnen!

            Falls ich ihnen in anderen Kommentaren von mir unrecht getan habe, so tut es mir aufrichtig leid!

            Liebe Grüße

          5. Lieber Gast,
            vielen Dank für die Rückmeldung.
            Ich habe selbst u.a. klassische Philologie studiert und homoerotische Texte aus dieser Zeit gelesen. Keiner davon handelte von einer lebenslangen, liebevollen gleichgeschlechtlichen Beziehung. Und nirgends waren diese Beziehungen auf Augenhöhe. Mir erging es da genauso wie Pastor Cruz, dessen Predigt ich Ihnen oben verlinkt hatte.
            Der Punkt ist der: Paulus schreibt nirgends über liebevolle, lebenslange homosexuelle Beziehungen auf Augenhöhe. Er beschreibt etwas anderes. Und DAS bezeichnet er (völlig zu Recht!) als Sünde.

          6. Was will man denn von unsren Zwangsgebüren finanzierten Öffentlich Rechtlichen Propagandasendern der Regierung anderes erwarten

      2. Nun, auch die “Causa Latzel” verstehen die wenigsten wirklich richtig, es wird mit Schlagworten wie “homophob” gearbeitet, Schublade auf, Stempel drauf, Schublade zu. Herr Latzel ist übrigens nicht Pastor einer Freikirche, sondern einer Gliedkirche der EKD. Bibeltreue Gemeinden im Rahmen der EKD gibt es auch unter dem Namen “Geistliche Gemeindeerneuerung”, in der katholischen Kirche unter “Charismatischer Aufbruch”. Das mit der Homosexualität ist im Grunde einfach zu verstehen, wenn man bereit ist, genau zu lesen und genau zuzuhören. Der Bibel zufolge ist das Ausleben(!) von Homosexualität einer Form der Sünde, wohlgemerkt eine von vielen Sünden, die nicht anders gewichtet ist, als z.B. Lästern, üble Nachrede usw. Es ist keine Sünde, homosexuell zu empfinden. Der Wunsch nach dem Ausleben stellt nur eine Form der körperlichen Begierden des Menschen dar, die eine Trennung vom Willen Gottes bedeuten. Leider wird das immer wieder, von allein Seiten, zu sehr herausgehoben, während andere Dinge als “Lapalie” angesehen werden. Wer z.B. Glücksspiele betreibt, übermäßig ißt und trinkt, wer ein zu großes Verlangen nach Besitz und das alles jeweils ausübt, der begeht genauso Sünde. Die von Jesus benannten Hauptsünden sind Lieblosigkeit und Heuchelei. Die Aussage ist klar, daß ein jeder Mensch so, wie er ist, von Gott gewollt ist. Punkt. Es steht geschrieben, daß es an Gott ist zu richten, nicht an uns. Punkt. Gott spricht das Urteil, nicht wir. Punkt. Deswegen sind Konversationstherapien, Austreibungen usw. menschengemachte Dinge wie einst die Hexenverfolgung und kein Signal von Liebe. Man kann für andere Menschen beten, das in Ordnung, aber man muß bei jedem Gebet wissen, daß Gott autark handelt, kein “Wunschautomat” ist, eine Nichterhörung eines Gebets ein Zeichen von falschem Gebet oder Unglauben ist. Der Dienst eines Christen soll so sein, daß Glaubensgeschwister ermutigt werden, den Weg mit Gott zu gehen. Es ist falsch, bei sündigem Verhalten zu helfen. Also man gibt einem Alkoholiker keinen Alkohol, einem völlig überschuldetem Spieler kein Geld, man gibt einem ohnehin stark übergewichtigem Menschen kein kalorienreiches Essen und es ist eben nicht richtig, die Verbindung von zwei Homosexuellen wie eine Ehe zu segnen. Es ist keine “Ehe”, auf dem ein Segen Gottes liegen wird. Es gibt in der Bibel keine einzige homosexuelle “Ehe”. Dann ist es erstaunlich, daß dieses Thema immer bei Christen aufkommt, aber nicht bei Moslems oder Juden, obwohl dort eine homosexuelle “Ehe” ebenfalls dem Glauben widerspricht. Das Fernsehen traut sich nur dieses Thema in das christliche Umfeld zu platzieren, aber niemals in ein muslimisches Umfeld, da würde ein ganz anderer Gegenwind kommen.
        Zu Pastor Latzel: Er hat feige Angriffe gegen seine Kirche und sein Eigentum aus dem Umfeld der Regenbogenbewegung oder deren Sympathisanten hinnehmen müssen. Diese verübten Straftaten und wer Straftaten verübt ist für gemeinhin ein Verbrecher. Selbst das Beschmieren einer Wand ist Sachbeschädigung und damit eine Straftat, die Schmierfinken sind also als Verbrecher richtig gekennzeichnet. Es muß in diese Land auch möglich sein, die Genderideologie abzulehnen und klar als menschengemachten Mumpitz zu bezeichnen. Wir sind hier nicht in der Ostzone, wo es eine staatlich verordnete Einheitsmeinung zu geben hat

        1. Ja, Pastor Latzel ist in der EKD. Und sein Denken entspricht dem der meisten Freikirchen.
          Alle Aussagen, die ich von ihm zu Homosexuellen gehört habe, kann ich ganz klar mit homophob bezeichnen. Es ist richtig, dass er dafür zur Rechenschaft gezogen wurde.
          Genauso, wie es richtig ist, Menschen zur Rechenschaft zu ziehen, die seine Kirche beschmieren.

          1. Gott ich danke Dir, dass ich so weltoffen und nicht wie verstockten homphoben Sünder. Gab es dazu nicht eine Story im Neuen Testament- so mit den Guten und den Sündern?

          2. Er hat bestimmt keine „Phobie“ wenn er das Wort Gottes ernst nimmt, denn da steht ganz klar, was Gott von Homosexualität hält. Er findet es widerwärtig und als Greuel. So seh ichˋs übrigens auch

      3. Natürlich gibt es schräge Gemeinden und nicht wenige davon kommen aus der charismatischen Ecke.
        Und dass Menschen die homosexuell empfinden oftmals in einer Leidensspirale gefangen sind, ist bekannt und beklagenswert. Aber ich kann es nicht ändern, wenn man die Bibel auf dieses Thema hin liest, kann man schwerlich behaupten, der liebe Gott schaut über praktizierte Homosexualität gnädig hinweg. Aber wer unterwirft sich noch der Schrift, der autonome Mensch definiert was gut und richtig ist “sollte Gott gesagt haben”, die alte Leier vom Vater der Lüge ! Ich bleibe dabei, Homosexualität wird zur Gretchenfrage werden. Wir bösen “Fundamentalisten” sind dann die lieblosen, diskriminierenden Steinzeitchristen, vor denen man die Welt schützen muss.

        1. Und genau mit dieser Ansicht liegen Sie meines Erachtens falsch.
          Und dann auch mit allen Folgerungen und Vergleichen mit Verbrechern, die Sie daraus ziehen.
          Das, was in der Bibel beschrieben wird, ist nämlich eben NICHT die Art von praktizierter Homosexualität, wie sie in verantwortungsvollen Beziehungen auf Augenhöhe und in einer Ehe gelebt wird.

      4. Ich möchte nur auf eine Aussage von ihnen eingehen. Nicht die freikirchlichen Kreise haben, wie sie schreiben, die Homo- Thematik zum Lackmustest gemacht. Das Thema wird ihnen doch ständig aufgedrückt. Und ja, dann haben viele klar Stellung dazu bezogen, was ihr Recht ist. Natürlich meine ich damit nicht die schlimmen Erfahrungen, die sie beschreiben!

        Ich habe eher das Gefühl, dass die Regenbogenfrage von unserer Gesellschaft zum Lackmustest erhoben wird. Oder wie würden sie sonst die Ereignisse der letzten Zeit, während der Fußball EM verstehen und die nun wirklich sehr klaren Aussagen der EU. Ging es da nicht schon fast darum, auf Biegen und Brechen ein Land in die Knie zu zwingen? Die Aussagen von UvdL sind doch klar: “Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns und gegen den sind wir, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.”

        Es ist erstaunlich! An westlichen Universitäten wird viel über Postkolonialismus gesprochen. Der Kolonialismus ist zum Synonym für alles Übel und Böse geworden. Doch geht es um bestimmte westliche Werte, wie auch den Regenbogen, ist es erstaunlich wie kolonial gerade dieser angeblich postkoloniale Westen ist. Denn das will dieser anderen um jeden Preis vermitteln, mit geradezu unbegrenzter, moralischer Überlegenheit. Das ist Kolonialismus in reinster Form, nur eben schön verpackt.

        Liebe Grüße

        1. Das Thema Homosexualität wird den Kirchen nicht aufgedrückt. Es gibt Entwicklungen in unserer Gesellschaft, zu denen müssen auch die Kirchen sich verhalten. Und diejenigen unter ihnen, die sich als die “wahren Christen” empfinden, tun das, indem sie andere Christen als Nicht-Rechtgläubige oder vom rechten Glauben Abgefallene diffamieren, die sich angeblich einem linken Mainstream anpassen.

          1. Also verstehe ich sie richtig: Die “wahren Christen”, die Homosexualität ablehnen, verurteilen andere, sehen sie als Nicht-Rechtgläubige bzw. vom Glauben Abgefallene an.

            Sie hingegen gehören zu denen, die Homosexualität als völlig normal ansehen. Sie sind zu Christen, die das anders sehen als sie aber freundlich und nett. Sie verurteilen diese Christen nicht, etwa indem sie sie als homophob diffamieren.

            Manchmal finde ich Doppelmoral so offensichtlich und frage mich, wie man dafür dennoch so blind sein kann.

            Liebe Grüße

          2. Lieber Gast,
            nein, sie verstehen mich nicht richtig. Nicht, die “wahren Christen”, sondern die, die sich dafür halten, verurteilen andere, die Homosexualität nicht als Sünde ansehen (genauso wie Sie das oben gemacht haben mit dem “Gottes Wort verdrehen” und dem “hermeneutischen cruising”). Und die, die meinen, “wahre Christen” zu sein (was sie daran festmachen, dass sie sich noch “an Gottes Wort halten” und Homosexualität als Sünde ansehen), sprechen anderen Christen ihn Christsein ab oder unterstellen ihnen, sie würden sich die Bibel so zurechtlegen, wie es ihnen gerade passt.
            Ich diffamiere niemanden als homophob. Ich hatte geschrieben, dass die Äußerungen von Herrn Latzel klar homophob sind.

            Wo ist da eine Doppelmoral??
            Gut, dass Sie so genau wissen, wo andere Leute blind sind 😉 (Sie kennen ja sicher das mit dem Splitter und dem Balken…)

      5. Liebe Kaja,

        ich möchte einen letzten Kommentar abgeben und dann überlasse ich ihnen freudig das letzte Wort. 🙂

        Für mich widerspricht schon Platons Symposion ihrer dargestellten Sicht von homosexuellen Beziehungen. Darin geht es ja u.a. um den Gast Pausanias, einen erwachsenen Mann, der eine Liebesbeziehung mit dem Gastgeben Agathon, ebenfalls ein erwachsener Mann hat. Im Symposion schwärmt Pausanias über die Natürlichkeit und Dauerhaftigkeit gleichgeschlechtlicher Liebe. Selbst die darauf folgende Satire eines weiteren Gastes (Aristophanes) macht nur Sinn, weil Pausanias ja diese natürliche Sicht auf gleichgeschlechtliche Liebe hat.

        Das zeigt für mich, dass die Antike eben doch die Vorstellungen von natürlichen, auf Dauer angelegten, liebevollen Beziehungen kannte. Daher zum Abschluss noch ein Zitat des bekannten Theologen N. T. Wright, das aus einem Interview genommen ist:

        “Als Altphilologe muss ich sagen, dass wenn ich Platos Symposion lese oder andere Erzählungen des frühen römischen Imperiums über die Praxis der Homosexualität, erscheint es mir, dass sie genauso viel darüber wussten, wie wir es tun. Ganz besonders betrifft dies einen Punkt, der oft übersehen wird, nämlich ihr Wissen darum, was heutige Menschen als auf Dauer angelegte, verbindliche Beziehungen zwischen zwei Menschen des gleichen Geschlechts beschreiben. Dies ist keine moderne Erfindung, wir finden es bereits bei Plato. Die Vorstellung zur Zeit des Paulus wär es immer um Ausbeutung zwischen jungen Männern durch älteren Männern gegangen ist nicht haltbar … Selbstverständlich gab es solche Ausbeutung, wie heute auch, in Hülle und Fülle, aber es war bei weitem nicht die einzige Art. Sie wussten über die ganze Breit der Möglichkeiten bescheid.”

        Die Übersetzung stammt von mir und ist deshalb wahrscheinlich etwas holprig. Muss halt schnell gehen.

        Damit möchte ich mich von Ihnen verabschieden und ihnen, wie gesagt gerne das letzte Wort überlassen. Vielen Dank für den respektvollen Austausch!

        Liebe Grüße

        1. Lieber Gast,
          da ich dem Motto folge, dass die Liebe das letzte Wort hat, gebe ich ebenso freudig das letzte Wort ab.
          Ist Ihnen bewusst, dass Platon im 5./4. Jh. vor Christus gelebt hat? Und Paulus etwa 400-500 Jahre nach ihm. Das Argument, Paulus habe mit seiner Argumentation (“seht euch die…an, wie sie sexuell verdorben sind”) Menschen gemeint, die Platon in seinem Symposion beschreibt, ist absolut nicht haltbar. Zumal in der vorherrschenden Philosophenschule zur Zeit des Paulus homosexuelles Verhalten ebenfalls verpönt war. Ihre Argumentation (oder die des Altphilologen, den Sie da zu Rate gezogen haben) kann man vergleichen mit einem Menschen, der im Jahr 4000 einen Brief aus dem Jahr 2021 in Händen hält, in dem auf respektloses, “sündiges” Verhalten bestimmter Menschen aus dem Umfeld der Adressaten verwiesen wird, und dann sagt er: “Damit waren GANZ sicher diese und jene Gruppen aus dem 17. Jahrhundert gemeint!!”

          Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses Thema nicht loslässt. Dass Sie die betroffenen Menschen und ihre Leidensgeschichten nicht loslassen. Und dass Sie sich irgendwann in sie hineinversetzen können und anfangen können, religiöse Auslegungstraditionen zu hinterfragen.

      6. Kann ich nur zustimmen, Kaja. Auch wir haben nach überzeugenden biblischen Belegen gesucht.. und- Jesus gefunden. Der frei macht, nicht wieder eingrenzt und verbietet, sondern mit Liebe und Empathie alle gesellschaftlichen Tabus seiner Zeit widerspricht. Immer erfrischen anders!

  3. Wer zu Vorabendwerbezeiten eine qualifizierte Auseinandersetzung mit einem Thema erwartet wird bei diesen schnell zusammengebauten Filmen enttäuscht. Ich habe den Film gesehen und er ist einfach rundum schlecht und eigentlich keinen Kommentar sowohl von Herrn Schumacher und von mir wert. Das einzige komische an den Film ist dass die Größe des Gemeindebaus in etwa dem Gebäude einer großen bekannten Stuttgarter Freikirche ähnelt. Das ist aber Lokalkolorit oder eher Zufall.

  4. Vor einiger Zeit bin ich meinem Vorsatz untreu geworden, nicht mehr öffentlich-rechtliches Fernsehen zu schauen. In der Mediathek vom ZDF habe ich eine Folge von “Notruf Hafenkante” angeklickt. Darin hat irgendwann eine Ärztin die Feststellung getroffen, ein Mann gehöre zu einer Freikirche. Im Verlauf hat dieser Mann dann gesagt, er würde den Titel “geistlicher Führer” für sich bevorzugen und auch so von seiner Gemeinde genannt.

    Also Freikirche bedeutet, einen geistlichen Führer zu haben. Da ich selbst in einer freikirchlichen Gemeinde angestellt bin, habe ich mich gefragt, was wohl passieren würde, wenn ich meinen Gemeindemitgliedern sagen würde, ab heute möchte ich von ihnen geistlicher Führer genannt werden. Ich kann es selbst beantworten: Sie würden mich für bekloppt halten und das zurecht.

    Bei solchen Sendungen fragt man sich, ob es nun Unwissenheit ist, was die Schreiber und Produzenten so von sich geben oder ob es gezielte Manipulation ist. Ich habe dann nicht weiter geschaut, bestärkt in meinem Vorsatz den ÖRR zu ignorieren.

    Liebe Grüße

  5. Wenn sowas auf RTL2 gelaufen wäre … aber ich finde es krass, dass so eine solche Darstellung im ÖRR gezeigt wird, der ja von uns allen, auch Mitgliedern evangelikaler Freikirchen, getragen wird. Ich frage mich, ob wir uns jede völlige Überzeichnung gefallen lassen sollen. Kennt igrbeinen Beitrag der ausgewogen über Freikirchen berichtet hat & somit dem Auftrag des ÖRR erfüllt . Denn im Endeffekt kann soein Beitrag auch dem Evangelium im Weg stehen. Paulus ging in Philippi (Apg!16) auch nicht einfach aus der Stadt. Ich bitte jeden Christen der die Folge gesehen hat sich zu beschweren (Programmbeschwerde SWR) das ist unser Recht & von dem sollten wir auch Gebrauch machen.

    1. Gute Idee.
      Ich selbst habe gerade dem ZDF geschrieben, dass ich eine solch einseitige und diffamierende Darstellung für spalterisch halte. Damit werden Vorurteile befördert und der Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährdet.

      Christen – auch freikirchliche – haben vielmehr eine Würdigung für ihren gesellschaftlichen Beitrag, für ihr Engagement für Benachteiligte und Ausgegrenzte verdient.
      https://www.pro-medienmagazin.de/freiwilliges-engagement-unter-kirchenanhaengern-besonders-stark/

  6. “…und die Reduzierung auf das Thema Homosexualität stoßen eher ab.”

    Geht mir bei etlichen Kommentatoren hier genau so. Ohne den von mir sehr geschätzten “Carvalho” wäre das hier ein Biotop für Unterleibschristen.

    1. Solche Darstellungen von Freikirchen ist grauenhaft. Aber es gibt Gemeinden mit einer Art Führungspersönlichkeit, die sehr autoritär. Das gibt es auch in landeskirchlichen Gemeinden. Das ist nicht immer von aussen gleich ersichtlich. Habe ich persönlich aber schon erlebt. Der Grossteil der Gemeinde ist so nicht. Aber besonders spannend sind natürlich Darstellungen, die problematische Gemeinen aufweisen.
      Und wenn man sich auch besonders laute Kommentare unter Beiträgen durchliest, dann sind sie gefundenes Fressen für Journalisten und das auch zu recht. Wir Christen sind selbst dafür zuständig Missstände in den eigenen Reihen zu erkennen und diese zu lösen. Und manchmal braucht es den Blick von außen, wenn manche Christen von Blindheit geschlagen sind.
      Christliches Engagement wird auch in den Medien sichtbar, aber das finde ich nicht so relevant. Wir Christen sollen ein Zeugnis sein für unseren Glauben. Dafür sind nicht Andere zuständig

      1. Natürlich kann man nur zustimmen, dass es in christlichen Gemeinden, ob nun freikirchlich, lutherisch, katholisch oder was auch immer, autoritäre Menschen gibt. Ginge es nur darum solche Missstände aufzuzeigen, wäre ja auch alles in Ordnung. Allerdings soll hier ein bestimmtes Bild von Freikirchen gezeichnet werden, bewusst verallgemeinernd und diffamierend.

        Wie einmal einer meiner Ältesten sagte: Bekloppte gibt es überall. Stimmt. Wie würden allerdings Journalisten reagieren (oder Politiker), wenn man sich ein bestimmtes Beispiel eines durchgekanllten ihres Zunft herauspickt und sagt: “Seht ihr, das ist der Journalismus (der Politiker) von heute”. Würden sie es einfach hinnehmen? Vielleicht sogar als Warnung bzw. Ermutigung im eigenen Haus für Ordnung zu sorgen? Doch wohl eher nicht. Ich will mir die Reaktion des Journalistenverbandes auf so eine Ungeheuerlichkeit gar nicht vorstellen. Auf so einen Angriff auf die Pressefreiheit, ja die Demokratie an sich, usw. usw. Die letzten zwei Sätze waren natürlich ironisch gemeint …

        Nein, wie gesagt soll hier bewusst ein bestimmtes Bild von Freikirchen und Evangelikalen gezeichnet werden.

        Liebe Grüße

  7. Da können wir uns jetzt natürlich ärgern über diese absolut unfaire und falsche Darstellung von Freikirchen, wir könnten uns aber auch freuen, denn Jesus sagt: “Freuen dürft ihr euch, wenn sie euch … verleumden, weil ihr zu mir gehört.”, Mt 5,11. Vielleicht machen wir ja sogar was richtig, wenn wir in dieser Weise angegangen werden.

    1. …und das ist genau die Haltung, die es verhindert, dass Missstände in Gemeinden, in denen es so oder so ähnlich zugeht wie in der im ZDF dargestellten (und, ja, die gibt es, und meiner persönlichen Erfahrung nach nicht wenige!!) endlich angegangen werden. Stattdessen rühmt man sich dann auch noch, zu den angeblich verfolgten Rechtgläubigen zu gehören, wenn die eigenen Fehlentwicklungen in der Öffentlichkeit kritisch beleuchtet werden.

      1. Das Problem ist doch, dass hier die 99,9% der Freikirchen, die ganz und gar nicht diesem Klischee entsprechen, in ein sehr schlechtes Licht gerückt werden. Würde von einer christlichen Sekte gesprochen, wäre es etwas anderes. So aber assoziieren die Leute „Freikirche“ mit „gruseliger Sekte“, wo man ganz bestimmt nicht hingehen sollte, sollte man mal dorthin eingeladen werden.

        1. Es gibt aber eben genau diese autoritären Strukturen in vielen Freikirchen wie es in diesem Film so holzschnittartig beschrieben wurde wie @Kala andeutet.
          Nur geht das meistens über “edlere” Methoden und mehr manipulativ: ” ach Du bist doch ein guter Mitarbeiter und machst dies und das” usw., obwohl dies gar nicht der Schrift entspricht, was gewollt wird. Viele Pastoren sind sich dessen bewusst, dass viele Christen ihre kompletten sozialen Kontakte immer noch in den Gemeinden haben und in ein Riesenloch fallen würden wenn sie austreten würden. Und deshalb lassen viele Leute mich sich alles mögliche machen, aber in der Regel unter einem netten Denkmäntelchen. Deshalb, wenn vieles so offensichtlich wäre wie in dem Film würden es die Leute nicht mit sich machen lassen. So herum gesehen ist der Film eigentlich verharmlosend

          1. In keiner anderen Gemeinschaft habe ich solche Freundlichkeit, Annahme und Hilfsbereitschaft erlebt wie in meiner Freikirche. Einen der Leiter kenne ich näher. In seiner wenigen Freizeit bemüht er sich nach Kräften für die Mitglieder da zu sein. Keine Spur von Manipulation oder Druck.
            Dass die Welt von den Christen ein unfaires, schlechtes Bild zeichnet ist normal, aber wenn andere Christen dieses Runtermachen auch noch gut finden, tut mir das ehrlich gesagt weh.

          2. @Matze & Petzi
            Genau, Matze. Es läuft sehr vieles auf einer subtilen Ebene.
            Es gibt zu viele “Gemeindegeschädigte” homosexuell Empfindende, die ich in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Gemeinden gehört habe, als dass ich noch sagen könnte, dass es in 99,9% der Gemeinden wirklich anders wäre. Traurig, aber wahr (siehe mein Kommentar oben an Fred Eick). Es entstehen aber Gott sei Dank im Moment einige neue Gemeinden, in denen es wirklich anders ist. Und andere Gemeinden fangen mit dem Umdenken an, mit der metanoia (das Wort, was Luther mit “Buße” übersetzt hat)

          3. @Petzi
            Es ist erfreulich, dass Sie das so erleben.
            Sind sie homosexuell/transient oder in einem anderen Bereich in einer Minderheit?
            Ich und viele andere haben erlebt, dass man in einer Freikirche nur willkommen ist, wenn man normal ist und mit dem geistlichen Strom schwimmt.

    2. Da ist etwas dran, wenn wir “harmlos” wären, gäbe es keinen Gegenwind, dann müßten wir uns ernsthaft Sorgen machen. Es ist doch klar, daß der Teufel da Gift und Galle spukt, wenn man sein Wirken aufdeckt und ihm ins verderbliche Handwerk pfuscht.

      1. Sie kennen sich ja mit dem Teufel sehr gut aus und haben offenbar einen Blick in die transzendente Welt…
        Wissen Sie, wenn es immer ein Zeichen dafür wäre “richtig zu liegen”, dass man Gegenwind bekommt, müsste ich hier zum Beispiel mit meiner Position auch richtig liegen, denn es gibt ja einigen Gegenwind.

        Ich halte diese Argumentation für absurd. Kein vernünftiger Mensch denkt sich doch: Je stärker die Kritik an mir, desto mehr ist das wohl ein Anzeichen dafür, dass ich richtig liege.
        Ich glaube eher, dass man sich mit dieser Argumentation davor schützt, sich selbst einmal zu hinterfragen.

  8. “Pseudo-Christen”?
    Es ist das Wesen von Religionen, dass jeder Gläubige denkt, er hätte die “richtige” Auslegung des Glaubens.

    1. Stimmt, es ist das Wesen von Religion, dass sie für sich in Anspruch nimmt, die richtige Auslegung bzw. die Wahrheit zu kennen und zu vertreten. Aber tritt das wirklich nur auf Religion(en) zu? Ich denke nicht. Jede Weltanschauung, auch die momentan im Westen vorherrschende, geht davon aus allein richtig zu liegen.

      Ansonsten müsste die postmoderne Vorstellung, jeder dürfe seine eigene Wahrheit haben, doch auch für die Freikirchen gelten. Auch für diejenigen, die Werte vertreten, die für einige anstößig sind. Nicht nur Religionen haben einen Wahrheitsanspruch, sondern jede Weltanschauung! Anders geht es doch auch gar nicht. Die Frage ist deshalb nicht, ob es Absolutheitsansprüche gibt, denn die gibt es überall. Die Frage ist vielmehr, auf welcher Grundlage man einen solchen Anspruch vertritt und vor allem, wie man es tut.

      Leider lässt sich nicht leugnen, dass es Gläubige gibt, die völlig lieblos und überheblich sind. Deshalb müssen wir uns selbst immer wieder das Evangelium der Gnade predigen, wie Luther so gut erkannt hat. Aber Menschen, die lieblos sind, überheblich und ja, auch hasserfüllt, gibt es überall. Religionen haben darauf doch wahrlich keinen Alleinvertretungsanspruch.

      Liebe Grüße

    2. Na, dann schauen Sie doch einmal in die Politik, vor allem bei den Nationalpopulisten, die FFF-Klimahopser oder den neomarxistischen Ökopopulisten, die meinen, die “Weißheit mit Löffeln gefressen” zu haben.

      1. @Hans-Ulrich Neumann: An Ihrer Wortwahl, mit der Sie die genannten Personengruppen bezeichnen, kann man gut erkennen, dass Sie anscheinend ganz weit vorne mit dabei sind, wenn es darum geht, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und alles zu durchschauen.
        Echte Demut täte da gut.

        1. Danke! Noch eine Stimme der Vernunft.
          Sie werden alsbald feststellen, dass sich hier zahlreiche Kommentatoren präsentieren, die sich – natürlich um der einzigen Wahrheit Christi Willen – beleidigt und arrogant diffamiert fühlen, während sie ihrer Liebelingsbeschäftigung nachkommen, nämlich andere zu diffamieren und an den Rand der Hölle zu “predigen”. Aber freilich alles im Rahmen geschwisterlicher Liebe!
          Solche Menschen zu überzeugen, ist vergebliche Mühe. Mit den meisten wird man noch nicht einmal darüber einig werden, was als Argument gelten kann. Zu unterschiedlich sind die Rationalitätsstandards. Was man ihnen aber bestreiten muss, ist die Deutungshoheit über den christlichen Glauben.
          MfG

          1. Hallo Carvalho,
            ich lese pro und auch die Kommentare schon eine Weile still mit. Bisher habe ich es beim stillen Lesen belassen, aber dieses Thema und vor allem die Menschen, die Schlimmes in Freikirchen/ in sogenannten “bibeltreuen” Kreisen erlebt haben (und darunter eben auch das “an den Rand der Hölle gepredigt werden”, weil man den Prediger oder alte Traditionen und Auslegungsformen hinterfragt), liegen mir sehr am Herzen, da konnte ich nicht mehr still bleiben.
            An dieser Stelle ein Dank an das Pro-Team, das meine vielen Kommentare hier zumindest vor dem Freischalten überflogen hat.

          2. Hallo Kaja,

            ich lebe in einer der kleineren Großstädte in Süddeutschland und kennen vor Ort etliche Freikirchen. Die Haltung zum Thema “Homosexualität” und “Diversität” ist sehr unterschiedlich. Bei den Methodisten und der EfG bspw. ist das, was hier selbsternannte Bibeltreue veranstalten, kein Thema. Vor allem die jungen Christen in diesen Gemeinden können über solche Haltungen nur den Kopf schütteln. Aber es gibt sie noch, die andere Seite und hier artikulieren diese sich massiv. Die einzige Therapie scheint hier der persönliche Kontakt, denn ich vermute, dass die meisten Kommentatoren keine homosexuellen Menschen persönlich kennen. Aber welche homosexuellen Menschen möchten sich mit Menschen auseinandersetzen, die sie derartig “willkommen” heißen.
            Die Redaktion, die die Kommentare überarbeitet, zahlt sicherlich keine “Vergnügungssteuer”!

          3. Hallo Carvalho,
            vielen Dank für diesen hoffnungsvollen Einblick in die Gemeindelandschaft in Ihrer Region. Das macht Mut. Ich kenne leider bis dato in meinem Umfeld keine Gemeinde und auch keine jungen Leute, die über das Thema Homosexualität anders denken als das, was man so traditionell aus freikirchlichen und bibeltreu-konservativen Kreisen kennt und was hier in den Kommentaren vorherrscht. Ich weiß nur von neugegründeten Gemeinden anderswo im deutschsprachigen Raum, die sich explizit für Diversität einsetzen (die gehören aber mit Ausnahme einer FeG keinem großen Dachverband an).
            Ja, die Begegnung mit homosexuell empfindenden Christen halte ich für ausschlaggebend. Das interessierte, urteilsfreie Zuhören und das Sich-Einfühlen in ihre Lebensgeschichten (Ich kann hier auch sehr das Buch “Nicht mehr schweigen” von T. Platte empfehlen). So war es zumindest bei mir und auch bei anderen, die dann aber entweder große Schwierigkeiten in ihren Gemeinden bekamen und mit Spannungen leben müssen oder aus den Gemeinden ausgetreten sind.

  9. Diffamierung, Verleumdung, Übertreibung.
    Diese Darstellung hat nichts mit der Realität zu tun. Ich bin in Freikirchen aufgewachsen. Homosexualität war nie ein großes Thema, außer wenn über Sodom und Gomorrah oder Römer 1 gepredigt wurde.
    Die Bibel ist halt sehr klar was das Thema betrifft.

    1. Zum Thema Sodom und Gomorrah:
      Also alle Männer dort sind schwul und Lot bietet ihnen dann seine Tochter an, ein echt verlockendes Angebot! Ihr freikirchlicher Pastor (oder die Pastorin – wenn das nicht auch unbiblisch ist?!) – sollte es vielleicht einmal mit Lesen probieren! Aber die Bibel ist ja ganz klar…
      MfG Carvalho

    2. Liebe Anne K,
      Ihr Beitrag ist jetzt schon eine Weile her, aber ich versuche dennoch eine Antwort, vielleicht lesen Sie ja hier noch einmal rein.
      Es ist bitter genug, dass Homosexualität bei Ihnen in der Gemeinde “nie ein großes Thema” ist, außer das Thema, dass “die Bibel sehr klar” wäre.
      Wie bereits im Kommentar von Carvalho angeklungen ist, hat Ihr Pastor/ Ihre Pastorin bei den beiden Bibelstellen offensichtlich nicht gründlich hingesehen bzw. nicht nach dem Leitspruch “die Schrift legt sich selbst aus” die Texte betrachtet.
      Wenn man die zahlreichen Bibelstellen heranzieht, die sich auf die “Sünde Sodoms” beziehen, dann werden dort viele Sünden aufgezählt, die Gott Sodom&Gomorrah zur Last legt. Darunter sind nirgends liebevolle, lebenslange homosexuelle Beziehungen auf Augenhöhe. Darum ging es auch in der Geschichte von Sodom nicht, sondern um eine Gruppenvergewaltigung, um andere Menschen zu erniedrigen. Wären die Männer Sodoms alle schwul gewesen, wäre Lot sicher nicht auf die Idee gekommen, Ihnen seine Töchter als Alternative anzubieten, denn an ihnen hätten diese Männer ja sexuell gar kein Interesse gehabt.
      In Hesekiel 16,49 heißt es beispielsweise: “Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart und alles in Fülle und sichere Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern; aber dem Armen und Elenden halfen sie nicht…”
      Und auch im Buch Amos wird Sodom nicht in Verbindung mit Homosexualität gebracht, nicht einmal mit irgend einem verabscheuungswürdigen sexuellen Verhalten, sondern mit dem respektlosen Umgang mit Armen und Schwachen: “Ihr fetten Kühe, die ihr auf dem Berge Samarias seid und den Geringen Gewalt antut und schindet die Armen und sprecht zu euren Herren: Bringt her, lasst uns saufen! … Ich richtete unter euch Zerstörung an, wie Gott Sodom und Gomorra zerstörte, daß ihr waret wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch bekehrt ihr euch nicht zu mir, spricht der HERR.” (Amos 4,1 & 11)
      In den Klageliedern (4,6) taucht die „Sünde Sodoms“ ebenfalls im Kontext von Unbarmherzigkeit/Grausamkeit sowie der Vernachlässigung von Schwachen auf.
      An anderen Stellen des Alten Testaments (1. und 5.Mose, Jesaja, Jeremia) steht Sodom in Verbindung mit Götzendienst, Arroganz, Vermessenheit, Bosheit, Starrsinn u.ä.
      An fünf Stellen in den Evangelien gibt es Aussagen Jesu, in denen er auf Sodom&Gomorrah verweist. Davon nirgends Beispiele für verabscheuenswürdige gelebte Homosexualität, sondern entweder in Kontexten, die für uns heute ohne Hintergrundrecherche keinesfalls „klar“ sind (was war damals in Chorazin, Tyrus, Sidon und Kapernaum eigentlich los??) oder in Verbindung mit anderen Sünden, wie etwa die Nicht-Beachtung des Gastrechts oder den respektlosen Umgang mit Gottesmännern (zB Mt. 10,15 oder Lk 10,12).
      Auch Paulus verweist auf Sodom. Nirgends nennt er explizit Homosexualität. Es fällt der Begriff „Unzucht“, der ja ein breites Bedeutungsspektrum hat (und darunter fällt eben auch die besagte Vergewaltigung). Die sonstigen Begriffe, die Paulus verwendet, sind auch alle unspezifisch. Also keinesfalls „sehr klar“.

      Zu Römer 1 empfehle ich Ihnen, ebenso wie dem Kommentator „Gast“ zuvor, wärmstens die Predigt von Pastor Danny Cortez (https://www.youtube.com/watch?v=fNwqKuAXNOg), sowie die sehr gründlichen Betrachtungen des katholischen Theologen James Alison (http://jamesalison.com/but-the-bible-says/)

      Sie sehen also: „Sehr klar“ im Sinne von „Homosexualität ist Sünde“ (o.Ä.) ist da nichts, wenn man sich die Mühe macht, die Bibel gründlich zu studieren.

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