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Zahlreiche Tote bei Angriff auf Pfingstmesse in Nigeria

Bei einem Anschlag auf eine katholische Kirche in Nigeria sind mehrere dutzende Christen bei einer Pfingstmesse getötet worden. Die Hintergründe sind noch unklar. Weltweit löste die brutale Tat Bestürzung aus.
Von Johannes Schwarz
Weltweit werden Christen zum Opfer von Diskriminierung und Gewalt

Foto: DDP on Unsplash

22 Menschen kamen durch einen Anschlag in einer Kirche in Nigeria ums Leben

Bewaffnete Männer haben in Nigeria Dutzende Gottesdienstbesucher getötet. Während der Pfingstmesse am Sonntag drangen die Täter in die katholische Kirche Sankt Francis in der Stadt Owo ein. Noch ist unklar, wieviele Christen ermordet wurden. Nach offiziellen Angaben wurden 22 Menschen bei dem Angriff getötet. Zuvor hieß es in diversen Meldungen, dass bei dem Anschlag bis zu 100 Personen ermordet wurden.

Die Kirche in Owo liegt im Bundesstadt Ondo im Südwesten des afrikanischen Staates. Die Täter schossen mit Waffen um sich und töteten mit Sprengstoff weitere Menschen. Außerdem entführten sie laut Medienberichten einen Priester und mehrere Gottesdienstbesucher.

Neben der genauen Opferzahl sind weitere Hintergründe der Tat unbekannt. Die Polizei und die Regierung in Nigeria ermitteln in alle Richtungen. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Unter den Toten befänden sich zahlreiche Kinder sowie schwangere Frauen, wie ein Lokalpolitiker aus Ondo bekannt gab.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari verurteilte den Anschlag. „Dieses Land wird niemals dem Bösen und bösen Menschen nachgeben, und die Dunkelheit wird niemals das Licht besiegen“, teilte Buhari mit.

In den vergangenen Jahren verübten dschihadistische und kriminelle Gruppen zahlreiche Anschläge auf Kirchen im überwiegend muslimischen Norden Nigerias. Der überwiegend christliche Süden blieb bislang von derartigen Angriffen verschont. Religiöse Konflikte, insbesondere zwischen Muslimen und Christen, kommen in Nigeria immer wieder vor.

Papst betet für Opfer

Kirche, Gesellschaft und Politik zeigte sich weltweit erschüttert von dem Anschlag in der katholischen Kirche. Papst Franziskus sei „zutiefst traurig“ über diese Tat, hieß es in einem Telegramm des Heiligen Stuhls. Der Papst wolle für die Opfer des Anschlags beten. Zudem bete er auch für die Bekehrung derjenigen, die blind vor Hass und Gewalt seien, damit sie zum „Pfad des Friedens“ zurückfänden.

Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, schreib in einer Mitteilung: „Voller Entsetzen und Trauer sind unsere Gedanken und Gebete bei den Menschen in der Stadt Owo.“ Weiter äußerte sie sich: „Möge es irgendwo Trost und Halt in diesem grenzenlosen Leid für die Überlebenden geben! Wir beten für die Menschen in Nigeria, die seit Jahren immer wieder solchen sinnlose Gewalt erleiden müssen.“

Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte am Dienstag dem nigerianischen Präsidenten Buhari. Steinmeier mache es fassungslos, wie abscheulich der Anschlag war. „Pfingsten ist ein Fest der Liebe Gottes und der Verständigung unter Menschen. Christinnen und Christen trauen um Schwestern und Brüder, die während des friedlichen Gebets brutal ermordet wurden.“ Neben einer Beileidsbekundung versprach Steinmeier Nigeria im Kampf gegen den internationalen Terrorismus beizustehen.

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Eine Antwort

  1. open doors ist da konkreter: Unbekannte bewaffnete Männer überfielen am Sonntag, den 05. Juni, die katholische Kirche St. Francis in der Stadt Owo im Bundesstaat Ondo im Südwesten Nigerias. Christen feierten gerade ihren Pfingstgottesdienst. Die Angreifer töteten laut Medienberichten etwa 50 Menschen und entführten laut BBC den leitenden Priester und eine unbekannte Zahl von Gottesdienstbesuchern.

    Der Polizeisprecher des Bundesstaates Ondo, Funmilayo Ibukun Odunlami, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Bewaffneten hätten auf Menschen außerhalb und innerhalb des Kirchengebäudes geschossen und dabei Gläubige getötet und verletzt. Augenzeugen zufolge brachten die Angreifer auch Sprengstoff zum Einsatz. Der Politiker Ogunmolasuyi Oluwole sagte, unter den Toten seien viele Kinder. Bislang gibt es keine offizielle Zahl der Todesopfer. Ein Arzt eines Krankenhauses, der nicht namentlich genannt werden wollte, berichtete von mindestens 50 Leichen, die in zwei Krankenhäuser gebracht worden seien. Dutzende von Verwundeten hatten medizinische Hilfe gesucht, das Krankenhauspersonal sei überfordert gewesen.

    Der Gouverneur des Bundesstaates Ondo, Arakunrin Oluwarotimi Akeredolu, der den Schauplatz des Angriffs und einige der Verletzten im Krankenhaus besuchte, bezeichnete den Vorfall vom Sonntag als „ein großes Massaker“, das sich nicht wiederholen dürfe. Präsident Muhammad Buhari verurteilte den Angriff vom Sonntag als „abscheulich“.
    Zunahme islamisch-extremistischer Gewalt
    Angriffe im Süden Nigerias sind selten, gezielte Angriffe gegen Christen im Norden und Mittelgürtel jedoch sehr häufig. Die Angreifer kommen nahezu immer ungestraft davon. Erst vor einer Woche wurde das Oberhaupt der Methodisten in Nigeria zusammen mit zwei weiteren Geistlichen entführt. Der methodistische Prälat sagte, er habe 240.000 Dollar für die Freilassung seiner Begleiter bezahlt. Vor zwei Wochen wurden zwei katholische Priester in Katsina, dem Heimatstaat von Präsident Buhari im Norden des Landes, entführt. Sie wurden bisher nicht freigelassen.

    Open Doors ruft zum Gebet für die Hinterbliebenen auf. „Friedliche Gottesdienstteilnehmer wurden gezielt ermordet. Wir stehen in diesem großen Leid an der Seite unserer Brüder und Schwestern in Nigeria“, so der Pressereferent von Open Doors, Ado Greve. Im vergangenen Jahr wurden laut Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks Open Doors in Nigeria mehr als 4.650 Christen wegen ihres Glaubens getötet, mehr als 2.500 Christinnen und Christen entführt, viele Christinnen werden zwangsislamisiert und zwangsverheiratet. Es gab Angriffe auf etwa 470 Gottesdienste und Kirchen. Auf dem Weltverfolgungsindex 2022 belegt Nigeria den 7. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

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