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Winterhilfe für Ukraine wird „überlebenswichtig“

Die Diakonie Katastrophenhilfe legt das Hauptaugenmerk ihrer Arbeit weiterhin auf die Ukraine, warnt aber ebenfalls vor Katastrophen in anderen Ländern. Zudem gibt das Hilfswerk einen enormen Spendenzuwachs bekannt.
Von Martin Schlorke
Dagmar Pruin und Martin Keßler

Foto: PRO/Martin Schlorke

Präsidentin Dagmar Pruin und Direktor Martin Keßler stellen den Jahresbericht der Diakonie Katastrophenhilfe vor

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Menschen im Land und auf der Flucht. Darauf liege weiterhin das Hauptaugenmerk des evangelischen Hilfswerks, erklärte Präsidentin Dagmar Pruin bei der Vorstellung des Jahresberichts 2021 in Berlin.

Die Hilfe im Ukraine-Krieg sei eines der größten Hilfsprogramme in der fast 70-jährigen Geschichte der Diakonie Katastrophenhilfe. Diese Arbeit rette Leben, sagte Pruin. Bereits jetzt werde ein Programm für Winterhilfe geplant. Ab Oktober soll ein großes Hilfsprogramm anlaufen. Dieses sei für die Ukrainer „überlebenswichtig“. Das Hilfswerk möchte Notunterkünfte, Schulen und die Menschen direkt mit Heizlüfter, Decken und Schlafsäcken ausstatten.

Spendenplus von mehr als 50 Prozent

Dass die Planungen bereits zum jetzigen Zeitpunkt weit fortgeschritten seien, liege an der großen Spendenbereitschaft. Diese mache Planungssicherheit möglich. Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete die Katastrophenhilfe insgesamt Spendeneinnahmen von 66,6 Millionen Euro, ein Plus von 38 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamteinnahmen lagen mit 101,7 Millionen Euro doppelt so hoch wie 2020 (50,4 Millionen Euro). Für die Ukraine-Hilfe habe die Hilfsorganisation bereits 54 Millionen Euro für Hilfsprojekte zugunsten der Opfer ausgegeben oder konkret eingeplant.

Trotz der Situation in der Ukraine warnte Pruin davor, andere Krisen, die geopolitisch eine geringe Rolle spielen, nicht aus dem Blick zu verlieren. Vor allem in Ostafrika spitze sich die Lage weiter zu. Dort würden sich mehrere Krisen verstärken. Der Krieg in der Ukraine, die Inflation, die Pandemie und interne militärische und politisch Konflikte erschwerten die Hilfe, erklärte Pruin.

Zu einigen umkämpften Gebiete Ostafrikas gebe es zudem keinen Zugang. Daher sei es schwierig abzuschätzen, wie schlimm die Situation vor Ort ist, ergänzte der Direktor der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler. Und hielt im Hinblick auf die Lebensmittelknappheit fest: „In Wirklichkeit wird jetzt schon in Afrika gestorben.“ Das sei nicht nur ein drohendes Szenario, sondern Realität.

Pruin kritisierte zudem die Bundespolitik. Es sei besorgniserregend, dass der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2023 eine Kürzung der humanitären Hilfe von 25 Prozent vorsieht. Vielmehr müsse der Betrag um 20 Prozent steigen, resümierte Pruin und forderte die Haushaltsexperten auf, den Entwurf nachzubessern.

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