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Wanderarbeiter in der Golfregion werden Christen

In den Golfstaaten arbeiten tausende ausländische Gastarbeiter, oftmals unter katastrophalen Bedingungen. Eine britische Zeitung hat nun herausgefunden: Viele zieht es deswegen zu evangelikalen Gemeinden.
Von Martin Schlorke
Arbeitsmigranten in Katar

Foto: Mosbatho | CC BY 4.0 International

Arbeitsmigranten in Katar haben für die Fußballweltmeisterschaft im Dezember 2022 die Stadien gebaut. Internationale Menschenrechtsorganisationen bemängeln die schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort.

Das evangelikale Christentum breitet sich unter den Gastarbeitern in der Golfregion immer weiter aus. Zu diesem Ergebnis kommt die britische Tageszeitung The Guardian. Journalisten des Blattes haben dazu Pastoren und Gemeindemitglieder von Kirchen aus der Region befragt. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass sich viele Arbeitsmigranten mit hinduistischem oder katholischem Hintergrund Pfingstgemeinden anschließen.

Grund dafür ist laut dem Guardian die Hilfsbereitschaft der evangelikalen Christen. Viele Gemeinden böten den Migranten, die von finanzieller Not, Ausbeutung, Gewalt und sexuellem Missbrauch betroffen seien, Hilfe an. Gegenüber den britischen Journalisten berichtete beispielsweise ein Pastor von seinen Erfahrungen im Umgang mit Migranten: „Vergewaltigung ist ein sehr, sehr häufiges Problem in der gesamten Hausangestelltenbranche. Betroffen sind nicht nur Frauen – auch Männer kommen zu uns, weil sie vergewaltigt wurden.“

Christen in der Golfregion

In den Ländern am Persischen Golf gehört die Mehrheit der Staatsbürger dem Islam an. In den Ländern halten sich jedoch auch viele Arbeitsmigranten auf. In Katar machen diese schätzungsweise 90 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die meisten Arbeitsmigranten stammen aus Süd- und Südostasien, sowie aus Afrika. Laut Open Doors sind unter den Arbeitsmigranten auch viele Christen. Die Weitergabe des Evangeliums ist in den Ländern verboten. Im Weltverfolgungsindex von Open Doors belegen die Golfstaaten folgende Plätze:

  • Platz 9: Saudi-Arabien
  • Platz 18: Katar
  • Platz 36: Oman
  • Platz 49: Kuweit
  • Platz 54: Vereinigte Arabische Emirate
  • Platz 60: Bahrain

Für die Hilfesuchenden komme erschwerend hinzu, dass sie sich häufig nicht an die Botschaften ihres Heimatlandes wenden könnten, schreibt die Zeitung. Denn ihre Regierungen sprächen die Menschenrechtsverletzungen in den Golfstaaten häufig nicht an, um Handelsabkommen nicht zu gefährden.

Großes Risiko für Konvertiten

Gegenüber PRO bestätigt der Pressereferent von Open Doors Deutschland, Ado Greve, das Wachstum „missionarisch aktiver Gemeinden“ in der Golfregion. Über die genaue Anzahl konvertierter Christen könne aus Sicherheitsgründen jedoch keine Angaben gemacht werden. Denn nach wie vor gingen Christen, die ihren Glauben missionarisch leben, ein hohes Risiko ein. Zudem würde die Entdeckung der Gemeinden deren Ende bedeuten. In arabischen Ländern ist die Weitergabe des Evangeliums, insbesondere an Muslime, verboten.

Auch Konvertiten setzen sich Gefahren aus. Dazu Greve: „Für christliche Konvertiten unter den Migranten ist ausschlaggebend, welche Einstellung die Gesellschaft in ihrem Herkunftsland zur Abkehr vom Islam hat. Sie müssen jedoch immer mit Repressalien, Gewalt und Ausweisung rechnen.“

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