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Größte Kirche der Golfstaaten eingeweiht

In Bahrain steht die größte Kathedrale des arabischen Golfs. Bei der Finanzierung des Gotteshauses beteiligte sich auch das bahrainische Königshaus – und handelte dabei nicht ganz uneigennützig, sagen Kritiker.
Von Martin Schlorke
„Unserer Lieben Frau von Arabien“

Foto: Sacred Heart Catholic Church Bahrain/Screenshot PRO

Die Weihe der Kathedrale wurde live auf YouTube übertragen

In Awali, einer Stadt 23 Kilometer südlich der bahrainischen Hauptstadt Manama, steht das größte christliche Gotteshaus der Golf-Region. Am Freitagmorgen wurde „Unserer Lieben Frau von Arabien“ geweiht. Die Kathedrale bietet Platz für bis zu 2.300 Gläubige und gehört zum Apostolischen Vikariat von Nordarabien. Dieses umfasst neben Bahrain auch Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. Die Kathedrale soll zudem Sitz des Bischofs werden – aktuell ist die Stelle jedoch vakant. Das berichtet die Tagesschau.

Nach Angaben der katholischen Kirche leben in der Region mehr als zwei Millionen Gläubige. Die meisten sind Arbeitsmigranten aus asiatischen Ländern wie Indien oder den Philippinen. In Bahrain selbst gibt es 100.000 bis 120.000 Katholiken.

Nicht ohne Hintergedanken

Das 9.000 Quadratmeter große Grundstück für die Kathedrale wurde der Kirche von König Scheich Hamad geschenkt. Dahinter stecke allerdings Kalkül, vermutet die Tagesschau. Bahrain gilt als repressiv. 2011 schlug das Königshaus einen Aufstand im Kontext des Arabischen Frühlings nieder. Mit der Kathedrale wolle Bahrain sein Image aufbereiten „und nicht nur der Christenheit ein uneigennütziges Geschenk zur Weihnachtszeit machen“, schreibt die Tagesschau.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International attestiert dem Königreich: „Bahrains Menschenrechtsbilanz in den letzten zehn Jahren war im Allgemeinen von der Unterdrückung der wichtigsten bürgerlichen politischen Rechte geprägt, insbesondere der Meinungs-, der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.“ Die christliche Hilfsorganisation Open Doors listet Bahrain auf Platz 60 des Weltverfolgungsindex und bescheinigt dem Land ein „hohes Maß an Verfolgung und Diskriminierung“.

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