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Vorrang für Mission

Willow Creek hat auf dem Leitungskongress dazu aufgerufen, der Mission in den Gemeinden Vorrang einzuräumen. Willow-Vorsitzender Ulrich Eggers sprach von einer „geistlichen Zeitenwende“. Der Kongress ging am Samstag zu Ende.
Von Jonathan Steinert
Willow Creek, Leitungskongress 2022

Foto: Willow Creek Deutschland

Die Verantwortlichen von Willow Creek zeigten sich vom Leitungskongress ermutigt und dankbar für die Unterstützung: Moderatorin Evi Rodemann, Stefan Pahl (2. Vorsitzender), Geschäftsführer Thomas Fremdt, 1. Vorsitzender Ulrich Eggers

Mission und Evangelisation müssen in der Kirche Priorität haben, wenn sie Zukunft haben will. Das ist eine zentrale Botschaft, die vom diesjährigen Willow-Creek-Leitungskongress ausgeht. Ulrich Eggers, Vorsitzender von Willow Creek Deutschland, sagte, er sehe in der Gesellschaft eine „geistliche Zeitenwende“. Es gehe bei Evangelisation „um Jesus und darum, das zu tun, was Jesus will. Tragt das in die Gemeinden“, sagte er.

Der kanadische Priester James Mallon, der als Bischofsvikar für Pfarreierneuerung in seiner Diözese zuständig ist, betonte in einem Referat ebenfalls: Als Gemeinde nach draußen zu gehen, sei ein Schlüssel, um von einer bewahrenden zu einer missionarischen Kirche zu werden und zu wachsen.

Es sei zwar wichtig, die eigene „Herde“ der Gemeinde zu versorgen und sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Aber wer sich als Leiter allein darauf konzentriere, werde keine Kapazität finden, mit der Gemeinde nach außen zu wirken und andere Menschen zu gewinnen. Denn die eigenen Anliegen seien oft so vielfältig, dass sie alle Kräfte binden könnten. Mallon ermutigte die Kongressteilnehmer außerdem dazu, sich bei den Entscheidungen und Vorhaben in der Gemeindearbeit immer wieder vom Heiligen Geist leiten zu lassen und ihn bewusst einzubeziehen.

Aufbruch zu den Wurzeln

Der Leitungskongress, der vom 25. bis 27. August in Leipzig stattfand, war die erste große Veranstaltung von Willow Creek in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. Der vorige Kongress wurde im Februar 2020 vorzeitig beendet, weil sich einer der Referenten infiziert hatte.

So stand der diesjährige Kongress auch für einen Neuanfang nach der Corona-Krise. Willow-Creek-Vorsitzender Eggers zeigte sich am Ende des Kongresses trotz der globalen Krisen ermutigt: „Wir haben den Eindruck, vor einem Neuaufbruch zu den Wurzeln unserer Bewegung zu stehen: Die Gemeinde als Hoffnung der Welt, weil sie das Evangelium Jesu durch kluge Leitung und phantasievolle Leidenschaft zu den Menschen bringt.“ Gott habe dafür in diesen Tagen ein Feuer angezündet.

Laut Angaben des Veranstalters nahmen insgesamt 4.650 Mitarbeiter aus verschiedenen Gemeinden am Kongress teil – vor Ort in Leipzig sowie an acht Übertragungsorten. Ursprünglich sollte die Veranstaltung bereits im Februar stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Lage verschoben. Dadurch habe es zahlreiche Absagen gegeben, wodurch ein finanzielles Loch entstanden sei, teilten die Verantwortlichen von Willow Creek mit. Der nächste Kongress sei für Februar oder März 2024 geplant. Jedoch stehe noch nicht fest, ob es den geben wird. Denn dafür seien bis Ende Oktober dieses Jahres 450.000 Euro nötig. Bei einer Spendenaktion während des Kongresses kamen 137.000 Euro zusammen.

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9 Antworten

  1. Willow Creek: Vorrang für Mission. Was für eine Mission, welche Inhalte? Die biblisch-verwässerte Wahrheit in den Zeitgeist der Welt zu implantieren? „Wir haben den Eindruck, vor einem Neuaufbruch zu den Wurzeln unserer Bewegung zu stehen: Die Gemeinde als Hoffnung der Welt, weil sie das Evangelium Jesu durch kluge Leitung und phantasievolle Leidenschaft zu den Menschen bringt.“ Wo steht etwas in der Bibel über die Gemeinde (Jesu) als Hoffnung der Welt? Wo steht etwas über “die Hoffnung der Welt”? Die Hoffnung der Welt ist, sich in ihrer Gottlosigkeit bestätigt zu sehen.

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      1. Da ist von Salz und Licht die Rede. Also vom (biblischen!) Zeugnis der Christen. Da steht nichts davon, dass “die Welt” darauf wartet. Darauf hofft. Im Gegenteil. Die Welt lehnt das Zeugnis ab. Trotzdem, da werde ich vielleicht mit Ihnen übereinstimmen, haben die Christen die Bringschuld des Wortes Gottes “zur Welt”. Die Bibel unterscheidet schon sehr eindeutig vom Leib Christi, seiner Gemeinde, und “der Welt”.

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        1. NEIN, diese Stelle widerspricht explizit der Aussage Ihres Kommentares. Und NEIN, in der Bergpredigt geht es an dieser Stelle nicht um das biblische Zeugnis, wenn von Salz und Licht die Rede ist. Um die Auslegung der Thora (Schrift) geht es in den Antithesen, aber das ist wieder etwas ganz anderes.
          Ganz im Ernst, Herr Weber: Sie biegen sich alle Aussagen der Bibel so zurecht, dass sie in Ihre schräge fundamentalistische Erzählung passen.

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  2. Das klingt zunächst gut, überrascht mich dann aber doch. Ich denke es wäre hilfreich und erforderlich, den Blick auch nach innen zu richten. Ungesunde Strukturen, fehlende bzw. nicht funktionierende Kontrollinstanzen und zu starke Abhängigkeit der Gemeinden von autokratisch agierenden Leitern und Pastoren scheinen mir bei manchen “überkonfessionellen Megachurches” wie auch bei manchen, der wie Pilze aus dem Boden schießenden, unabhängigen Gemeindeneugründungen und Werken, ein unterschätztes Problem zu sein. Gerade Willow Creek hat hier sowohl im Blick auf die Schaffung gesunderer Gemeinde- und Leitungsstrukturen als auch in der Aufarbeitung des Skandals um die sexuellen Übergriffe und einer Kultur der Angst innerhalb der Mitarbeiterschaft des Gründers Bill Hybels versagt. Die Probleme in diesen gehypten Vorzeigewerken und Erfolgsgeschichten sind leider struktureller Natur und mehr als persönliches Fehlverhalten Einzelner. Ich finde es bedenklich, dass gerade diese Kirche mit geschicktem internationalen Marketing weiter unverdrossen ihr Modell von Gemeindewachstum und christlicher Leiterschaft in die Welt trägt. Der (vermeintliche) Erfolg heiligt auch im christlichen Bereich nicht alle Mittel.

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  3. “geistliche Zeitenwende” ist ein großes Wort, den Schwerpunk nach außen legen sicher ein vertretbarer Ansatz. Seelenrettung und die Herde zusammenhalten sollte aber kein Widerspruch sein, Noch nie waren die Gemeinden so in Gefahr vom Zeitgeist absorbiert zu werden wie es derzeit geschieht.
    Es braucht Leiter die die Gefahr erkennen und Jesus die Treue halten !
    Hoffen wir, dass die Willow-Leute dazugehören !

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  4. Markus Eggers hat sich in den letzten Jahren intensiv daran beteiligt an den Wahrheiten des Evangeliums Kernpunkte abzuschwächen. Wenn er nun umdenkt um so besser. Nur: aus dem Artikel geht nicht hervor ob es Eggers wirklich darum geht Jesus als allein selig machende Wahrheit zu verkünden. DAS ist nämlich einer dieser Kernpunkte

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    1. @Matze und @ E. Weber
      Wer permanent anderen inquisitorisch nachstellt, um sie der Beugung christlicher Wahrheiten zu zeihen – offensichtlich eine der Lieblingsbeschäftigungen in Fundamentalien -, sollte nach meinem Dafürhalten die Kernpunkte des Evangeliums doch etwas gründlicher verstanden und verinnerlicht haben…

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