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Unabhängige Medien verteidigen die Freiheit

Um die Freiheit zu verteidigen, braucht es unabhängige Medien. Das hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betont. Journalisten hätten zudem eine besondere Aufgabe.
Von Johannes Blöcher-Weil
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Rolle von unabhängigem Journalismus betont

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Rolle von Journalismus für die Gesellschaft hervorgehoben. Beim Festakt für die ZEIT-Stiftung bezeichnete er am Mittwoch gründliche Recherche für guten Journalismus als unabdingbar. Auf dieser Basis könne man Dinge analysieren und bewerten. Gerade jetzt, wo „ein autoritärer Aggressor mit allen technischen Mitteln versucht, Öffentlichkeiten über Landesgrenzen hinweg mit Falschmeldungen zu überfluten, zu täuschen und zu manipulieren“.

Unabhängige Medien seien notwendig, um die Freiheit zu verteidigen. Sie müssten „verlässlich und ausgewogen berichten, die Fakten klarstellen und Desinformation entlarven“. Mittlerweile werde immer häufiger verkürzt, zugespitzt, polemisiert und provoziert, erklärte der Bundespräsident. Die „schnelle Pointe oder der grelle Effekt“ erschienen wichtiger als die sachliche Plausibilität.

Sogar in Teilen der EU würden Bürgerrechte beschränkt, Medien unter Druck gesetzt und die Unabhängigkeit der Justiz beschnitten. Die Corona-Krise habe aufgezeigt, wie fragil der gesellschaftliche Zusammenhalt sei und wie schnell das Vertrauen in Wissenschaft und Medien schwinden könne. Immer mehr Menschen sorgten sich, den Halt und ihren Platz in der Gesellschaft zu verlieren.

Gegenseitiges Zuhören eminent wichtig

Liberale Demokratien könnten aber mit inneren Spannungen umgehen: „Sie sind stark, weil sie Probleme lösen und dabei den Zusammenhalt in Freiheit und Vielfalt bewahren können. Sie sind stark, gerade weil sie freie Medien, eine freie Wissenschaft und eine unabhängige Justiz garantieren; gerade weil sie es allen ermöglichen, sich zu informieren, die eigene Meinung zu äußern und sich einzumischen“, sagte Steinmeier laut Redemanuskript.

Eine liberale Demokratie zeichne sich durch selbstbewusste und engagierte Bürger aus. Auch Stiftungen leisteten einen wichtigen Beitrag für diese Gesellschaften. Sie eröffneten Chancen, ermöglichten Verständigung und bewegten Dinge. Gerade aktuell komme es auf gegenseitiges Zuhören an, aber auch auf Räume, in denen ein Diskurs möglich sei.

Die Ereignisse in der Ukraine und Russland zeigten, wie wichtig es sei, dass private Stiftungen sich für eine vielfältige Medienlandschaft und eine freie Presse einsetzen. Seinen „allergrößten Respekt“ zollte Steinmeier den Reportern, die derzeit aus der Ukraine und aus Russland berichteten und trotz Verboten und Repressionen für zuverlässige Nachrichten aus Russland sorgten.

Die ZEIT-Stiftung wurde 1971 von dem Verleger Gerd Bucerius gegründet. Ihn zeichneten vor allem sein Wille zur Freiheit und zur Veränderung aus. Als Verleger habe er nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen, die freie Presse in Westdeutschland aufzubauen und für deren Unabhängigkeit gestanden. Die Stiftung trage bis heute dazu bei, „Zuversicht zu stiften und liberale Streitkultur zu fördern und unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen“.

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2 Antworten

  1. Ja, die ZEIT … ein trauriges Beispiel.

    Nach dem Urteil des Relotius-Aufklärers Moreno schon lange kein seriöses Informationsmedium mehr, eher “Unterhaltungsbranche”:

    >„Niemandem in der Branche ist entgangen, dass die ‚ZEIT‘ mit einem empathischen, emotionalen, erzählerischen Ansatz die Auflage über Jahre mehr oder weniger stabil halten konnte“, analysiert Moreno. „Alle anderen verloren massiv.
    Die harten Nachrichten sind nicht das Kerngeschäft der Hamburger.
    Das Blatt vermittelt mehr so ein Gefühl, eine intellektuelle Wohligkeit.“

    Seinen dritten Reportagepreis bekam Relotius für das Stück „Nummer 440“. Es handelt von einem jungen Jemeniten, der als Unschuldiger nach Guantanamo kam und dort gefoltert wurde. „Relotius log nicht, weil er damit Amerikas Niedertracht zeigen wollte.
    Er log, weil das einfach die bessere Geschichte war.
    Er log, weil das insgeheim Erwartungen(!) erfüllte (…).“ <

    https://www.pro-medienmagazin.de/luegen-in-der-presse/

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  2. Jetzt interessiert mich nur noch wie man genau unabhängige Medien definiert. Es gibt z. B. Pressehäuser, die von der SPD unterstützt werden, Rundfunkräte, weitere Pressehäuser mit klaren politischen Präferenzen durch die Inhaber. Bitte ernstgemeinte Zuschriften unter……. hier 🙂

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