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Solidaritätsbekundungen für umstrittene Moderatorin Nemi El-Hassan

Nemi El-Hassan soll wegen der Teilnahme an einer Al-Kuds-Demo 2014 die WDR-Sendung Quarks nicht mehr moderieren. Ein Offener Brief von prominenten Kulturschaffenden unterstützt sie nun.
Von epd
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Nemi El-Hassan

Foto: WDR/Tilman Schenk

Die Journalistin Nemi El-Hassan

In einem Offenen Brief an den Westdeutschen Rundfunk (WDR) haben mehrere Hundert Menschen, darunter zahlreiche Prominente, ihre Solidarität mit der umstrittenen Moderatorin Nemi El-Hassan ausgedrückt. Die Medizinerin und Journalistin hätte von November an das WDR-Wissenschaftsmagazin Quarks moderieren sollen. Nach Bekanntwerden ihrer Teilnahme an einer israelfeindlichen Demonstration und weiterer Anschuldigungen im Zusammenhang mit Judenhass und Israelfeindlichkeit hatte der WDR vergangene Woche erklärt, bis zur Klärung der Vorwürfe die Zusammenarbeit auszusetzen.

Die Unterzeichner des offenen Briefes zeigten sich „entsetzt über die diffamierende und denunziatorische Art, in der diese Diskussion geführt wird“. El-Hassan habe sich in einem Statement und einem Interview deutlich zu den Fehlern ihrer Vergangenheit bekannt. Sie habe diese problematisiert, sich von ihnen distanziert, um Entschuldigung gebeten und glaubhaft ihren Wandel dargelegt. Die Unterzeichner äußerten die Vermutung, dass El-Hassan wegen ihrer palästinensischen Herkunft und ihrer muslimischen Identität zur Zielscheibe von Hass und Hetze werde.

Unterzeichnet haben vor allem Journalisten, Kulturschaffende, Wissenschaftler und Mitglieder von Organisationen, die sich mit Islam oder Rassismus beschäftigen, darunter der Pianist Igor Levit, die Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, Carolin Emcke, und der Publizist Jakob Augstein, die Bestsellerautorinnen Eva Menasse und Deborah Feldman, Autorin Margarete Stokowski und Podcasterin Louisa Dellert. Sie riefen in der Diskussion zur Besonnenheit auf und baten den WDR, die Zusammenarbeit mit El-Hassan wie ursprünglich geplant wieder aufzunehmen.

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3 Antworten

  1. Das ist ja alles richtig. Wie aber sieht es aus, wenn eine ehemalige Anhängerin der Nazis ihre Vergangenheit bereut? Wird ihr dann auch so schnell vergeben?

    1. Sehr geehrter Herr Neufert,
      hätte in einem vergleichbaren Fall eine Person sich von ihrer Nazi-Vergangenheit distanziert, würden dieselben Leute, die nun für Frau El-Hassan das Wort ergreifen, eine mediale Hinrichtung zelebrieren. Man braucht sich nur ins Gedächtnis zu rufen, wie der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke – der seine Partei ja bekanntlich wegen ihres Drifts ins Rechtsextreme verlassen hat – von linken Demonstranten in Hamburg wiederholt an der Durchführung einer Vorlesung gehindert wurde. Bei ihm kannte man keine Gnade.

  2. Der Fall Lucke hinkt als Vergleich. Ihm wurde bekanntlich keine Professur entzogen, sondern “nur” die Arbeit erschwert, und das auch nicht vom Arbeitgeber, sondern von der “Kundschaft”, auch wenn das ebenso wenig erfreulich ist. Der Fall Carsten Rentzing passt hier besser. Die Vergehen des ehemaligen sächsischen Landesbischofs (Veröffentlichungen in einer rechtslastigen Publikation) lagen bereits 30 Jahre zurück. Er ist zwar offiziell “freilwillig”, zurückgetreten, aber da waren natürlich auch entsprechende Kräfte am Werk. Bei einer linksextremen oder islamistischen Vergangenheit wird einem anscheinend schneller vergeben als bei einer rechtsextremen.

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