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WDR zieht trotz Islamismus-Vorwurf vorerst keine Konsequenzen

Die Journalistin Nemi El-Hassan soll das Wissenschaftsmagazin Quarks moderieren. Weil sie 2014 beim antisemitischen Al-Quds-Marsch mitlief und Islamismus verharmlost haben soll, steht sie in der Kritik. Der WDR sieht jedoch keinen sofortigen Handlungsbedarf. Update: Mittlerweile hat der Sender reagiert, El-Hassan hat sich zudem von ihrer Teilnahme am Al-Quds-Marsch distanziert.
Von Martin Schlorke
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Nemi El-Hassan

Foto: WDR/Tilman Schenk

Die Journalistin Nemi El-Hassan hat an einer antisemitischen Demonstration teilgenommen. Unklar ist, wie der WDR in dem Fall mit der zukünftigen Quarks-Moderatorin verfahren wird.

Am Montagmorgen hat ein Bericht der Bild-Zeitung eine Islamismus-Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Ärztin und Journalistin Nemi El-Hassan. Die Bild-Zeitung wirft El-Hassan, die ab Oktober das WDR-Wissenschaftsmagazin Quarks moderieren soll, die Relativierung islamistischer Gewalt und Israelhass vor.

Das Boulevard-Medium bezieht sich dabei unter anderem auf ein Video der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) aus dem Jahr 2015. Darin erklärt El-Hassan: „Dschihad heißt, menschlich zu sein und zu bleiben“. Ihr eigener Dschihad bedeute „freundlich und geduldig zu sein“. Fachkundige, die Dschihad mit Islamismus in Verbindung bringen, bezeichnet sie in dem Video als selbsternannte „Islamexperten“, die „nur ihre eigene Unwissenheit verwalten“ und mit Vorurteile, die Gesellschaft spalten würden.

Zudem nahm El-Hassan 2014 am antisemitischen Al-Quds-Marsch in Berlin teil. Nach Informationen der Wochenzeitung Die Zeit wurde dort unter anderem „Sieg Heil“ gerufen, der Holocaust verharmlost und zur „Vergasung“ von Juden aufgerufen.

WDR kündigt Gespräche an

Auf Nachfrage von PRO erklärte der WDR, „jetzt“ von El-Hassan über ihre Teilnahme am Al-Quds-Marsch informiert worden zu sein. Aktuell befinde man sich im Austausch mit El-Hassan und könne vor Abschluss der Gespräche keine weiteren Fragen beantworten. Der WDR verwies zudem auf eine Stellungnahme auf den Sozialen Kanälen von El-Hassan. Darin distanziert sie sich von den antisemitischen Äußerungen des Al-Quds-Marsches. Von solchen Parolen und den Angriffen auf Juden habe sie erst im Nachhinein gehört. Auch habe sie sich erst im Nachgang mit den Hintergründen der Demo auseinandergesetzt. Deswegen sei es „ein Fehler“ gewesen, an der Demo teilzunehmen, resümiert die Journalistin.

Zum Video und dem Vorwurf der Relativierung von Islamismus äußert sich der WDR wie folgt: „Die Redaktion verfolgt die Diskussion auf Twitter zu dem aus dem Kontext gerissenen Ausschnitt des sechs Jahre alten Videos der Bundeszentrale für politische Bildung. In dem vollständigen Beitrag kann sie keine Relativierung erkennen.“

Große Empörung

Auf Twitter löste derweil El-Hassan einen Sturm der Entrüstung aus. Die Präsidentin der Jüdischen Studierenden Union Deutschland, Anna Staroselski, bezeichnete das Vorgehen des WDR als „no go“. Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour fragte, wie eine solche Person eine Wissensendung moderieren könne.

Die deutsch-jüdische Organisation WerteInitiative hat sich in einem offenen Brief an den WDR gewandt und eine transparente Aufarbeitung der Personalie El-Hassan gefordert. Die Tageszeitung Die Welt veröffentlichte diese auf ihrer Website.

Der ehemalige Grünen-Politiker Volker Beck schrieb: „Wer den Al-Quds-Marsch unterstützt, unterstützt eine Veranstaltung des iranischen Regimes und befindet sich nicht innerhalb der freiheitlich demokratischen Grundordnung.“

Der Ausdruck „Al-Quds“ bedeutet „die Heilige“. Es ist die arabische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. Der Al-Quds-Tag wurde vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1979 ins Leben gerufen. Er findet im Iran jedes Jahr am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan statt. Seit Jahren wird er auch in mehreren europäischen Städten begangen.

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7 Antworten

  1. Ich erinnere mich in Berlin im Rahmen des Literaturfestivals an einer Veranstaltung von i,slam teilgenommen zu haben, das war in diesem Zentrum im Hansaviertel/Bellevue, und ich war schockiert über den dortigen Antisemitismus und Israelhetze in den Beiträgen der Slammer, also so Israeltötetbabies-Kitsch. Das Publikum war da ganz auf Linie. Peinlicherweise war das alles auch noch von der Frau Chebli gesponsort, die auf dem Flyer war. Jahre später entdeckte ich, dass sie jetzt sich im Amt gegen Antisemitismus engagiere, naja, die hat wohl einen palästinensischen Familienhintergrund. Ich hatte damals den Eindruck, dass diese Community brandgefährlich war. Das waren nicht normale Migranten mit muslimischen Hintergrund wie man sie aus der Nachbarschaft und Schule kannte, sondern ziemlich hardcore. Wenn ich nun lese, dass El Hassan auch Teil dieser i,slam Community war, dann wundert mich wirklich nichts.

    Natürlich bedeutet Djihad nicht Bomben zu werfen, da kann man ihr nichts vorwerfen, sondern den inneren Kampf mit dem rechten Glauben.

  2. Ich protestiere dagegen, daß Leute, die öffentlich den Antisemitismus unterstützt haben, ohne sich davon distanziert zu haben, für unsere Regierung arbeitet.

  3. Gegen Rechts und konservativ wird in unseren Medien massiv Stimmung gemacht und bis Broder und Tichy alles reingemacht was nur geht. Auf dem linken Auge und wenn es um Islamismus geht ist man großzügiger. Das ist eine seltsame Moral

  4. Wenn die Journalistin ihren “Djihad” als Wahrheit definiert, wäre es sinnvoll, sich erst über einzelne Begriffsinhalte zu unterhalten und definieren, jedenfalls nicht ein Schlagwort als feststehendes statement in den Raum stellen

  5. Hallo Ihr Lieben , bitte denkt auch daran, daß sich sogar der Jude Saulus vom Christenverfolger zum Apostel und Anhänger Jesus wandelte .

  6. Ein Ken Jebsen und später ein H. G. Maaßen wurden aus fadenscheinigen Gründen Antisemitismus und Rechtsextremismus vorgeworfen. Beide wurden gefeuert. Aber diese Frau darf weitermachen?

    Erst mal fair prüfen, ob die Vorwürfe stimmen. Wenn ja: dann kündigt dieser Frau sofort!

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