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Schupelius kritisiert Politisierung der Kirche

Der Berliner Journalist Gunnar Schupelius hat in der Boulevardzeitung B.Z. der Evangelischen Kirche vorgeworfen, zu sehr im politischen Raum zu agieren. Dadurch habe sie ihre Kernkompetenz verloren.
Von Martin Schlorke
Leere Kirchenbänke
Aus Sicht von Schupelius kümmert sich die Kirche vor allem in der Corona-Pandemie zu wenig um die essentiellen Fragen des Lebens

In seiner Kolumne „Mein Ärger“ hat der B.Z.-Journalist Gunnar Schupelius die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) heftig kritisiert. Auf der Synode vom 7. bis 10. November habe die Kirchenleitung Beschlüsse gefasst, die keinerlei geistliche Orientierung böten. Stattdessen kümmere sich die Kirche um Themen, die mit ihrer eigentlichen Aufgabe „nicht viel“ zu tun haben.

Als Beispiel nannte Schupelius Beschlüsse, wonach die Kirche sich für ein Wahlalter ab 16 Jahren stark machen möchte oder die Abschaffung sogenannter „Ankerzentren“ fordert. Dabei sei es die Aufgabe der Kirche, schreibt der Journalist, auf schwierige Fragen des Lebens Antworten zu geben.

„Kirche wie Ökopartei“

Gerade durch die Corona-Pandemie seien Themen wie Krankheit und Sterben bedeutsamer geworden. Dazu habe die Kirche bisher geschwiegen und auch in den Beschlüssen finde sich dazu keine Positionierung, bemängelt Schupelius. Andere Themen wie der Schutz des ungeborenen Lebens oder assistierter Suizid seien ebenso wenig auf der Synode besprochen worden. Mit der jetzigen Ausrichtung gleiche die Kirche immer mehr einer „beliebigen Ökopartei“. Sie agiere im politischen Raum, obwohl sie dort keinerlei Bedeutung habe.

In der Kolumne äußerte Schupelius zudem den Wunsch, dass sich die Kirche mehr mit dem Islam auseinandersetzt. Es sei notwendig, dass sie die Unterschiede zwischen Christentum und Islam klar benennt.

Die EKD-Synode hatte auf ihrer Tagung im November beschlossen, sexuellen Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten. Ebenso sollen die Stellen der Fachstelle für sexuelle Gewalt entfristet werden. Außerdem beschloss die Synode, das Thema Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit in die Bildungsarbeit aufzunehmen. Auf allen politischen Ebenen fordert die EKD zudem das Wahlalter auf 16 Jahre festzulegen. In der Flüchtlingsdebatte will die Kirche laut synodalem Beschluss den Familiennachzug beschleunigen. Sogenannte „Ankerzentren“ („Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung“ von Asylbewerbern) sollen abgeschafft werden. Zudem wählte die Synode den neuen EKD-Rat, an deren Spitze die westfälische Kirchenpräses Annette Kurschus steht.

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3 Antworten

  1. Absolut richtig. Die Kirche will zur Welt gehören, verwässert das Evangelium, macht Gott gewöhnlich. Dadurch verliert sie jede Autorität, und entwickelt sich mehr und mehr zu einem Feind Gottes. Kirche kann nicht Freund der Welt und Freund Gottes sein.
    Lieber Gruß Martin

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    1. @Martin
      Offenbar haben Sie sich noch nie mit der Person Jesu auseinandergesetzt.
      Denn in ihm tat Gott genau das, was Sie der Kirche kritisch vorwerfen: sich gewöhnlich machen (als Gott Mensch werden und zu den untersten Schichten gehen), der Welt zeigen, wie sehr er sie liebt und wie groß sein Wunsch ist, ihr nahe zu sein.
      Das ist das Evangelium. Und da verwässert die Kirche nichts davon.

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