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Schützt die Privatsphäre eurer Kinder!

Digitale Bilder zirkulieren oft ohne Kenntnis der Abgebildeten im Netz und kommen so in falsche Hände. Schutz der Privatsphäre von Kindern ist daher besonders wichtig. Allzu leicht landen sie auf Kinderporno-Seiten.
Von Norbert Schäfer
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Smartphone, App, digitale Medien, Handy
Beim Teilen von Bildern über soziale Medien ist zum Schutz von Kindern Vorsicht geboten, weil Inhalte schnell auf zwielichtigen Foren landen können

Eine Recherche des ARD-Politikmagazins „Panorama“ hat ergeben, dass harmlose Alltagsfotos von Kindern in den Sozialen Medien verstärkt in den Fokus von Pädosexuellen geraten. Demnach klauen die Täter massenhaft Bilder aus privaten Profilen, um sie anschließend in Foren hochzuladen, in denen auch Bilder getauscht werden, die schweren Kindesmissbrauch zeigen.

Die „Panorama“-Recherche ist gruselig. Auf einer der größten illegalen Foto-Plattformen für Pädosexuelle, das hat das Recherche-Team ermittelt, stammt mindestens jedes vierte Bild ursprünglich von Facebook oder Instagram! Häufig würden die geklauten Aufnahmen in den Foren noch obszön kommentiert, von Fall zu Fall sogar mit Namen und Alter des Kindes versehen oder mit dem ursprünglichen Social-Media-Profil verlinkt. Spätestens jetzt sollten verantwortungsvolle Eltern ihre Social-Media-Konten dahingehend durchforsten und sämtliche Bilder ihrer minderjährigen Kleinen für die Öffentlichkeit löschen!

Auch in einschlägigen Foren des Darknets wurde das Recherche-Team fündig. Als Eltern mit den Ergebnissen und den unverhohlenen Kommentaren der Päderasten zu Bildern ihrer Kinder konfrontiert wurden, reagierten sie schockiert.

Der Leser sei hier an die Sendung des NDR verwiesen, die sich am Donnerstag ab 21:45 Uhr unter anderem diesem schaurigen Thema widmet. Hier bleibt, erneut an Eltern zu appellieren, verantwortungsvoll und vorausschauend mit Daten – speziell Bildern ihrer Kinder – umzugehen. Denn arglos geteilte Freude und grausige Folgen unbedachten Teilens von Bildern in den Sozialen Medien liegen offenbar eng beieinander. Das gilt übrigens auch für die beliebten Status-Bilder bei WhatsApp und anderen Messenger-Diensten.

Der Schutz der Intimsphäre von Kindern kann nicht oft genug angemahnt werden. Eine Diskussion hat mir das bestätigt. Dem Mann war offenbar wenig bewusst, dass Bilder der eigenen Kleinkinder – in dem Fall beim Badespaß in der elterlichen Badewanne – nicht für die Präsentation auf digitalem Weg geeignet sind. Auch nicht vor engen Freunden. Wissen Sie, ob eine als noch so lustig empfundene Szene von Ihren Kindern nach Jahren nicht als peinlich empfunden werden könnte? Können Sie sicher sein, dass digital geteilte Bilder nicht auf Abwege und in ungebetene Hände gelangen? Ich lösche Bilder, die dazu geeignet sind, Unbehagen beim Abgebildeten auszulösen. Ich möchte derlei Bilder überhaupt nicht haben. Das eingeklebte Foto im Album verschwindet nach der Runde um die Kaffeetafel wieder in der Schublade. Es kann dort keinen weiteren Schaden anrichten. Anders – und das ist leider eine meist unbeachtete Binsenweisheit – ist es im Internet und in den Sozialen Medien: Dort ist es nicht möglich, einmal öffentlich gemachte Bilder vor missbräuchlicher Verwendung zu schützen. Digitale Bilder zirkulieren ohne Kenntnis der Abgebildeten im Netz und können nach Jahren wieder auftauchen. Schützen Sie vorausschauend die Privatsphäre und damit die Würde Ihrer Kinder. Von Anfang an.

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2 Antworten

  1. Vielen Dank für den eindringlichen Hinweis. Genau aus diesem Grund habe ich meinen WhatsApp Account nun gelöscht. Ich finde es unerhört, dass der Gesetzgeber toleriert, dass Facebook die Daten speichern darf und ggf. auch mitliest.
    Wir sollten uns heute mehr denn je bewusst machen, dass nur wir selbst die alleinige Verantwortung für die eigene Privatsphäre tragen, im Sinne von “wenn ich nicht für mich und die Meinen sorge, wer dann?”
    Jeder sollte sich gut überlegen, ob das Geschriebene oder die Fotos irgendwann von jemandem in einer Weise verwendet werden, die er nie für möglich gehalten hätte.
    Daten sind Geld und werden “gewinnbringend” verwendet, legal und illegal.
    Als Christ vertraue ich auf die Hilfe Gottes, der mir einen klaren Verstand gegeben hat und mich durch seinen Geist führt. Das macht mir Mut, entschlossen zu handeln und auch das Wohl von anderen Menschen im Blick zu haben.
    Ich wünsche mir, dass der WIR-Gedanke in unserer modernen Welt des Individualismus wieder mehr in den Blick gerät und wir mehr aufeinander achten und einander helfen.
    Denn gemeinsam sind wir einfach stärker, das wird sich nie ändern…

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