Die evangelische Kirche „Light of the Gospel“ („Licht des Evangeliums“) in Balakliya, einer Stadt mit 20.000 Einwohnern südlich von Charkiw in der Ukraine, wurde am Samstag bei einem russischen Luftangriff getroffen und in Brand gesetzt. Am Samstagnachmittag schlugen gegen 16 Uhr Granaten in das Kirchengebäude ein. Aufnahmen eines Anwohners zeigen die Flammen, die „das Dach vollständig zerstörten“.
Die ukrainischen Behörden von Balakliya meldeten via Telegram, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs niemand im Gotteshaus befand. „Für den Feind ist nichts heilig“, erklärten sie. „Ein Ort, an dem Menschen zum Beten zusammenkamen, ist zum Ziel russischer Waffen geworden.“
Erste Reaktion der Kirche
Auf ihrer Webseite erklärte die Kirchenleitung: „Der Angriff verursachte einen Großbrand. Das Feuer zerstörte das Dach des Gebäudes vollständig sowie mehrere wichtige Räume und beschädigte die gesamte Inneneinrichtung erheblich.“ Kurz darauf, als die Rettungskräfte noch im Einsatz waren, versammelten sich Menschen, weinten und beteten, während sie sich umarmten und die Zerstörung durch die Flammen beobachteten.
Die Kirche, die Teil der evangelikalen Missionsgesellschaft „Christian and Missionary Alliance“ ist, erklärte, dass sie die russische Besatzung der letzten Jahre sowie die Festnahme und anschließende Freilassung ihres Pastors Alexander Sergeevich Suffetnikov durch russische Truppen überstanden hat.
Am darauffolgenden Sonntag arbeiteten Gemeindemitglieder und Nachbarn in Teams zusammen, um „Schutt zu beseitigen, die verbliebenen Räumlichkeiten zu reinigen und Kircheneigentum und Bücher zu bergen“. Die Kirche beteuert, dass „niemand verletzt wurde. Inmitten dieser Dunkelheit und der Trümmer spürte die Gemeinde deutlich Gottes Gegenwart.“
Warme Mahlzeiten und Zuflucht im Kriegsgebiet der Ostukraine
„Licht des Evangeliums“ in Balakliya leistete umfangreiche Gemeindearbeit, indem sie warme Mahlzeiten bereitstellte, in Kriegszeiten Zuflucht bot und spirituelle Betreuung leistete.
„Die Kirche, die jahrelang ein Zentrum der Hoffnung, der Nächstenliebe und der Liebe war, geriet erneut ins Visier des Feindes. Doch selbst ein gewaltiges Feuer kann nicht zerstören, was auf dem festen Felsen des Glaubens erbaut ist“, lautete ihr Fazit. Auf der Website gibt es die Möglichkeit, für den Wiederaufbau des Gotteshauses zu spenden.
Dutzende Kirchen seit 2022 von Russland angegriffen
Ein ausführlicher Bericht im Februar 2025 kam zu dem Schluss, dass Russland seit Beginn des Einmarsches in die Ukraine im Jahr 2022 insgesamt 643 Gotteshäuser angegriffen hat, von denen 176 protestantische oder evangelikale Gotteshäuser waren.
Im April 2026 traf eine russische Drohne eine Baptistenkirche in Saporischschja, während sich mehrere Menschen im Inneren versammelt hatten; der Pastor wurde getötet.
Im März 2025 wurden ein Vater und seine kleine Tochter, die in einer evangelischen Kirche in Kiew Zuflucht gesucht hatten, bei einem russischen Angriff auf die Gemeinde getötet.
Dieser Artikel ist zuerst bei „Evangelical Focus“ erschienen, einer englischsprachigen Plattform mit Sitz in Spanien.