Mitten im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gibt es immer wieder auch gute Nachrichten. Zum Beispiel die einer 77-jährigen Frau, die vor wenigen Tagen von einer Drohne gerettet wurde.
Ukrainischen Drohnenpiloten fällt beim Überfliegen eines umkämpften Gebietes im Donbass auf ihrem Bildschirm etwas Ungewöhnliches auf. Beim Heranzoomen erkennen sie eine alte Dame: Sie trägt ein Kopftuch und geht gebückt an zwei Stöcken auf einer einsamen Landstraße. Mit krummen Rücken und Schritt für Schritt versucht sie, vor dem Beschuss zu fliehen.
Wow. Several years ago, it would be hard to imagine a story like this. Now, it's not routine, but not anyhing out of the ordinary.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) April 25, 2026
A ground robot evacuated a 77 year old Ukrainian lady from Lyman. Her home of 53 years was destroyed by Russians.
She was walking along a shelled… pic.twitter.com/LHSVEkDTG9
Die Drohnenpiloten zögern nicht lang: Sie schicken eine Land-Drohne, also ein unbemanntes Fahrzeug los, das die alte Dame retten soll. Auf dem kleinen Gefährt haben sie eine Decke platziert mit dem Schriftzug: „Großmutter, steig ein!“ Die Rettung glückt tatsächlich. Unter konstantem Beschuss auf einer mehrere Stunden langen Fahrt brachte der Drohnenpilot, der das Fahrzeug von weit entfernt steuerte, die alte Dame in Sicherheit.
"I cried so much, I recited every prayer I knew."
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) April 29, 2026
77-year-old Mrs Antonina shares about her journey on the ground robot.
The robot transported Mrs Antonina for two hours along a road under constant fire to the place where her daughter-in-law and son were waiting for her. They… https://t.co/kU3SjTnrLB pic.twitter.com/img7MMk4Zr
In einem Interview berichtet die 77-Jährige anschließend, dass sie während der gesamten Fahrt gebetet habe. „Ich weinte so viel. Ich betete jedes Gebet, das ich kannte“, sagte sie. Denn sie sei ja völlig allein gewesen und habe niemanden, auch nicht den – weit entfernten – Fahrer des Gefährts, sehen können. Das Fahrzeug habe ganz schön gehüpft, weil sie durch viele Krater im Boden gefahren seien, die von Granaten stammten. Aber sie habe sich gedacht: „Lass es hüpfen. Ich fahre irgendwie. Egal wie, ich komme voran.“ Ihr Haus sei von Russen zerstört worden, deshalb sei sie auf der Flucht gewesen.
„Durch Gottes Gnade habe ich überlebt“, sagte die 77-Jährige. „Das bedeutet: Es gibt einen Gott in dieser Welt.“