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Raedel zieht sich als Gutachter zurück

Den Vorwurf der Befangenheit lehnte er ab, trotzdem hat sich Christoph Raedel als theologischer Gutachter im Fall Latzel zurückgezogen. Die Suche nach einem Ersatz läuft.
Von Nicolai Franz
Christoph Raedel

Foto: FTH

Christoph Raedel ist systematischer Theologe

Der Theologe Christoph Raedel wird im Fall Latzel kein Gutachten für das Bremer Landgericht veröffentlichen. Das hat das Landgericht auf Anfrage von PRO bestätigt. Raedel war ursprünglich angefragt worden, um eine fachliche Stellungnahme dazu abzugeben, wie Homosexualität in der Bibel gesehen werde. Die Verantwortlichen versprachen sich damit neue Erkenntnisse darin, wie im Fall des Bremer Pastors Olaf Latzel zu entscheiden sei. Dieser war erstinstanzlich wegen Volksverhetzung verurteilt worden, weil er sich auf einem Eheseminar im Jahr 2019 abfällig über Homosexuelle und das Thema Gender geäußert hatte.

Das Landgericht Bremen prüft den Fall nun in zweiter Instanz. Raedel, der an der Freien Theologischen Hochschule Gießen lehrt, hatte auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) erklärt, ausgelebte Homosexualität sei Sünde. Diese Aussage hatte Kritik hervorgerufen, sodass die Staatsanwaltschaft beantragt hatte, den Gutachter abzulehnen. Ursprünglich seien beide Seiten, Anklage und Verteidigung, mit Raedel als Gutachter einverstanden gewesen, so ein Sprecher des Gerichtes.

Das Gericht habe keine Entscheidung gegen Raedel getroffen, stattdessen habe der Theologe selbst entschieden, seine Aufgabe abzugeben. Den Vorwurf der Befangenheit habe er in einer ausführlichen Stellungnahme zurückgewiesen. Aufgrund der Unruhen im Umfeld des Verfahrens habe er sich dennoch zurückgezogen, so der Sprecher des Landgerichtes.

Aktuell läuft die Suche nach einem neuen Gutachter, auf den sich beide Seite einigen können. Er soll aus fachlicher Sicht beratend zur Seite stehen – aber nicht klären, ob Latzels Aussagen „richtig oder falsch“ seien, erklärte das Landgericht. Wann ein neuer Gutachter beauftragt werden könne, sei noch unklar.

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5 Antworten

  1. Sehr bedauerlich, dass sich Christoph Raedel zurückgezogen hat. Es ist ja undenkbar, einen geeigneten Gutachter zu finden, der bisher keine Position bezogen hat.

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  2. Bei dem Thema im aktuell “modernen Deutschland” und der EU drohen der Verlust des guten Rufs, des Berufs und womöglich des eigenen Kopfs. Wir sind ja so “meinungsfrei”, modern, fortschrittlich und “vielfältig”… !
    Wenn man Gott treu und am WORT der Bibel festhalten will, geht das nicht mit dem heutigen Zeitgeist zusammen. Das muss man einfach klar sagen. Man kann Herrn Latzel nur WEISHEIT, Führung und SEGEN wünschen, dass JESUS in all dem verherrlicht und sichtbar werde. Und dass GOTT selbst für ihn streiten werde.

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  3. Es ist schade Das herr raedel sich zurueckgezogen hat,
    Und noch bedauerlicher ist ,das menschen wie raedel ,die sich bibeltreu aeussern angegriffen und kritisiert werden,
    Eigentlich sollte gottes wille,den er in seinem wort der bibel klar formuliert in einem christlichen land fuer diejenigen ,die sich christen nennen oberster masstab und prioriteit sein und nicht das man meint menschliches denken hoeher zu stellen als gottes wille und wort,
    Wenn gott sagt :du sollst nicht toeten,dann sollte es keine diskusion ueber abtreibung geben,
    Wenn steht das gott den menschen als mann und frau geschaffen hat,dann ist klar das gott kein 3 geschlecht geschaffen hat ,
    Auch die roemer 1 stelle und mosestelle da aeussert sich gott klar zum thema homosexualitaet,
    Und herr raedel hat recht ,gelebte homosexualitaet ist suende,so ist das,das kann der mensch ignorieren,verdraengen,sich was anderes einreden,es aendert nichts daran es bleibt suende,

    Aber gott liebt den Suender,jeder homosexueller der seine schuld jesus bringt,den macht jesus frei,
    Und das ist mehr liebe als menschen,die meinen mit ihrer solodaritaet und dem ignorieren von gottes willen dem homoseuellen was gutes zu tun.

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  4. Ich finde es befremdlich wenn die Staatsanwaltschaft Raedel als Gutachter ablehnt, wenn er als Theologe die Aussagen der Bibel (Heilige Schrift) der Christen, vor dem Landgericht Bonn darlegen soll, obwohl sie wie berichtet im Vorfeld zugestimmt hat. Was befürchtet die Staatsanwaltschaft? Ist es um die Meinungsfreiheit so übel in Deutschland bestellt, dass jede gegensätzliche Auffassung zu Gender und sexueller Vielfallt, im Keim nicht mehr geduldet wird? Ich sehe die Gefahr das sich Deutschland in einen Totalitären Staat verwandelt und die Meinungsfreiheit unter die Räder bestimmter Gruppen kommt. Wie das Landgericht Bonn im Fall Latzel urteilt, hängt sicher nicht von einem Gutachten von Raedel ab, oder befürchtet die Staatsanwaltschaft dies?

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