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Priester feiert im Meer Gottesdienst – Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein katholischer Priester hielt in Italien bei brütender Hitze eine Messe ab. Allerdings im Meer stehend, in Badehose, mit einer Luftmatratze als Altar. Es gab Lob und Proteste. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 36-Jährigen.
Von Jörn Schumacher
Priester feiert Gottesdienst im Meer

Foto: BlitzTv/YouTube

Eine Lutfmatratze als Altar: Diese Messe sorgte für Unmut

Ein junger Priester aus Mailand hatte eine Woche mit rund 20 Jugendlichen ein christliches Camp in Capo Colonna im süditalienischen Kalabrien durchgeführt. Am Ende wollte er gemeinsam mit ihnen eine Abschlussmesse feiern. Weil die Temperaturen so hoch waren, so berichtete der Priester später, habe er den Jungen versprochen, die Messe am Strand abzuhalten. Wie Radio Lombardia berichtet, wollte er den Platz im Pinienwald des Campingplatzes dafür nutzen, doch der war belegt. „Es war sehr heiß“, sagte der 36-jährige Priester namens Mattia Bernasconi aus der Mailänder Pfarrei San Luigi Gonzaga. „Und so sagten wir uns: Warum nicht ins Wasser? Eine Familie hörte uns zu und stellte ihre Matratze zur Verfügung, die wir in einen Altar verwandelten.“

Fotos der Aktion machten schnell die Runde in den Sozialen Medien. Darauf ist der Priester Bernasconi in Badehose zu sehen, im Meer stehend, wie er die Eucharistie feiert. Eine Luftmatratze, die vor ihm schwimmt und von einem Jugendlichen festgehalten wird, dient ihm als Altar.

„Mindestmaß an Anstand“

Die Reaktionen dazu fallen unterschiedlich aus. In den Kommentaren bei Twitter beschwerten sich einige, es handele sich hier um einen Missbrauch der Liturgie. Andere Twitter-Nutzer fanden es gut, dass sich der Priester nicht davon abhalten ließ, trotz der Hitze die Messe zu feiern. Auch ein Video des ungewöhnlichen Gottesdienstes verbreitete sich rasch im Internet.

Die Diözese Crotone in Kalabrien zeigte sich weniger begeistert von der Aktion des Priesters.

Sie veröffentlichte eine Erklärung auf ihrer Website, die dann auch von der Diözese Mailand aufgegriffen wurde. „In besonderen Fällen, anlässlich von Exerzitien und Schullagern sowie in Ferienorten ist es auch möglich, die Messe außerhalb der Kirche zu feiern“, heißt es da. „Wir müssen aber immer Kontakt mit den kirchlichen Führern des Ortes aufnehmen, um zu beratschlagen, wie eine solche Eucharistiefeier am besten durchgeführt werden kann.“

Priester bittet um Entschuldigung

Weiter heißt es: „Vor allem ist es notwendig, das Mindestmaß an Anstand und Augenmaß für die Symbole aufrechtzuerhalten.“ Die Feier der Eucharistie und im allgemeinen die der Sakramente hätten ihre eigene Symbolkraft, die von Christen und insbesondere von dem geweihten Amtsträger zu respektieren seien.

Priester Bernasconi entschuldigte sich in einem offenen Brief an den Bischof und alle Gläubige. Er veröffentlichte den Brief auf der Website seiner Gemeinde. „Es war absolut nicht meine Absicht, die Eucharistie zu bagatellisieren oder eine andere Botschaft damit auszusenden“, schreibt der Geistliche. „Es war einfach die Messe am Ende einer Arbeitswoche mit den Jungen, die am Camp teilgenommen haben. Es schien mir angebracht, nachdem ich mit den Jungen eine Woche lang feierte und arbeitete, die Heiligkeit des Sakramentes auch in der Einfachheit und Armut der Mittel zu bewahren.“

Er verstehe natürlich die Kraft der Symbolik und dass sie im Zusammenhang mit dem Aufenthalt im Meer von Manchen nicht verstanden werden könnte. „Es war naiv von mir, ihnen nicht das gebührende Gewicht zu geben“, betonte der Pfarrer.

Doch sogar die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. Sie ermittele wegen „Verunglimpfung einer Religionsgemeinschaft“, berichtet die italienische Zeitung Il Giorno. Dem jungen Priester droht im Falle einer Verurteilung eine Geldstrafe von 2.000 bis 6.000 Euro.

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Eine Antwort

  1. Mutig und symbolträchtig: Gottesdienst ist da, wo Gläubige in seinem Namen zusammenkommen. Und… war da nicht noch jemand anderes, der im Wasser stehnd sogar getauft wurde…?

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