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Neuer Studiengang „Interfaith Studies“

Der Studiengang soll den interreligiösen Dialog beleben: In Tübingen können Studenten seit diesem Semester „Interfaith Studies“ studieren. Am Montag haben acht Männer und Frauen ihr Studium begonnen.
Von Johannes Blöcher-Weil
Das Theologicum an der Universität Tübingen
Neben dem Theologicum an der Universität Tübingen entsteht gerade ein Campus der Theologien, in die der neue Studiengang eingebettet ist

Es geht darum, das Gespräch zwischen den sogenannten abrahamitischen Religionen zu stärken. Deswegen hat die Eberhard-Karls-Universität Tübingen den Master-Studiengang „Theologien interreligiös – Interfaith Studies“ ins Leben gerufen. Dort unterrichten seit diesem Semester christliche, muslimische und jüdische Theologen über ihren Glauben.

Während die „Allgemeine Religionswissenschaft“ von außen auf die Religionen schaut, kommen die „Interfaith Studies“-Dozenten von „innen“ und aus einer eigenen Glaubenspraxis. Am Studiengang beteiligt sind die Evangelisch-Theologische Fakultät einschließlich ihres Seminars für Religionswissenschaft und Judaistik, die Katholisch-Theologische Fakultät sowie das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen.

Laut Internetseite der Universität setzt der Studiengang die Traditionen des Judentums, des Christentums und des Islams zueinander in Beziehung. Dabei gehe es um die Möglichkeiten interreligiösen Dialogs und den Umgang mit Vorurteilen und Konfliktgeschichten. Die Studenten sollen darauf vorbereitet werden, in multireligiösen gesellschaftlichen Kontexten konstruktiv zu agieren. Dabei gehe es darum, die Grundlagen zur methodologischen Reflexion zu erlernen und die unterschiedlichen theologischen Traditionen kennenzulernen.

In der jüdischen Theologie auf Gastdozenten zurückgreifen

„Wir haben ein bewusst theologisches Konzept“, erläutert der evangelische Theologe Volker Henning Drecoll gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die größte Hürde für die Tübinger sei dabei, dass es an der Universität keinen Lehrstuhl für jüdische Theologie gibt. Deshalb werde man für die jüdische Theologie auch auf Gastdozenten zurückgreifen, sagt Drecoll.

Wer den Studiengang belegen möchte, muss einen Bachelor-Abschluss in einem anderen Fach, zum Beispiel Geschichte oder Sozialpädagogik mit Zweitfach Theologie, vorweisen. Auch das Verstehen einer der vier Sprachen Hebräisch, Griechisch, Lateinisch oder Arabisch gehöre dazu. Laut Drecoll würden die Bewerbungen individuell geprüft.

Von den acht Studenten stammten mehrere aus Deutschland, die in der Türkei studiert hätten und nun nach Deutschland zurückkehrten. In Tübingen entsteht derzeit ein „Campus der Theologien“. Unmittelbar neben der evangelischen und katholischen Fakultät wird momentan das Zentrum für islamische Theologie gebaut.

Vom Integrationsbeauftragten bis zur Erwachsenenbildung

Laut Drecolls sei der neue Studiengang ein „wichtiger erster Ball, der auf diesem Campus ins Rollen kommt“. Die Universität hat bei dem Studiengang Menschen im Blick, „die später in Politik oder Bildung das interreligiöse Gespräch voranbringen wollen“. Dies könnten Integrationsbeauftragte in den Kommunen oder Verantwortliche an Akademien, in der Erwachsenenbildung und an Volkshochschulen sein.

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