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Mit Memes biblische Inhalte transportieren

Memes sind kreative Inhalte, die sich vorwiegend im Internet verbreiten. Der Theologe Frank Krauss nutzt diese, um damit biblische Inhalte zu transportieren. Er kombiniert Meme-Vorlagen mit biblischen Texten.
Von Johannes Blöcher-Weil
Der Theologe Frank Krauss

Foto: privat

Der Theologe Frank Krauss nutzt Memes, um damit biblische Inhalte zu transportieren

Frank Krauss ist Vikar in der bayerischen Landeskirche. Seine Ausbildung absolviert er gerade in der Drei-Seen-Gemeinde Ammersee, Pilsensee und Wörthsee. Der Theologe hat einen kreativen Ansatz für Bibeltexte. Er nutzt Comic-Zeichnungen sowie Film- oder Seriensequenzen, um sie mit religiösen bzw. biblischen Texten zu versehen.

Damit möchte er Menschen die Texte der Bibel näher bringen, damit sie im Optimalfall darüber lachen können. Wie der angehende Theologe gegenüber PRO berichtet, ist er schon seit seiner Schulzeit Ende der 2000er Jahre von Memes fasziniert: „Freunde haben mich auf die Plattform 9gag hingewiesen. Danach haben wir uns ständig gegenseitig die witzigsten Memes geschickt.“

In seinem Studium hätten diese dann anfangs keine Rolle gespielt: „Sie sind ja eher Teil der Popularkultur unserer Zeit.“ Erst gegen Ende des Studiums tauchten christliche Meme-Seiten verstärkt in seiner Blase auf: „Mitstudierende haben mir sie zugeschickt. Dabei ging es oft um christliche Subkultur, manchmal auch um bekannte Bibelstellen.“

Nutzen für den Religionsunterricht

Als sich Krauss auf die Prüfung für seine Doktorarbeit vorbereitet, hat er sich eigene Memes des Römerbriefs als Gedächtnisstütze erstellt. Es hat funktioniert. In der Gemeindearbeit und Predigten hat er sie aber bisher noch nicht verwendet, dafür aber im Religionsunterricht der höheren Klassen.

Wenn sich Krauss ein biblisches Kapitel durchliest, überlegt er, welche Szene sich für ein Meme eignet. Diese kombiniert er dann mit den passenden Bildern und Texten. „Die besten Ideen dafür kommen mir morgens beim ersten Kaffee“, erzählt er. Je bekannter der Text, desto leichter falle ihm die Umsetzung: „Die Schöpfung war ziemlich einfach.“

Das Ganze sei bisher nur ein „Nischenprodukt“ ist. Deswegen möchte er seine Werke perspektivisch an einem Bibel-Leseplan orientieren, „sodass der Kontext prinzipiell mehr Menschen zu Verfügung steht“. Ehrenamtlich stößt er damit an seine Grenzen: „Meme-Seiten wie christianmemesgermany erreichen mehr Menschen und verbinden ihre Memes mit interaktiven Inhalten.“

Zum Bibellesen einladen oder biblische Texte in Erinnerung rufen

Trotzdem findet er das kreative Angebot sinnvoll, um zum Bibellesen einzuladen oder sich biblische Texte in Erinnerung zu rufen: „Auf einer niederschwelligen Ebene kommt man vielleicht auch besser ins Gespräch.“ Von nicht-christlichen Freunden bekommen er eine positive Resonanz: „Auch wenn sie den Kontext selbst oft nicht kennen.“

Wenn alles klappt, gelingt es Krauss biblische Inhalte in leicht zugänglichen Bildern zur Verfügung zu stellen und den Text in die Gegenwart zu übertragen. Seit er die Memes für seine Doktorarbeit genutzt hat, sieht er aber auch einen persönlichen Nutzen: „Ich kann Bibellesen und nochmal anders über die Texte nachdenken.“

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9 Antworten

  1. “Mitstudierende”?
    Vermutlich meint er Mitstudenten bzw. Kommilitonen?

    Wenn wir nicht mehr miteinander Deutsch reden können, dann ist sowieso jede Kommunikation zum Scheitern verurteilt.
    Warum wollen die Genderisten, dass jeder verbal sich vor Ideologie verneigt, bevor überhaupt etwas sagen darf?
    Das geschieht durch Sprachfloskeln wie die berüchtigten “Gender*innen”, genauso aber durch sinnleere Doppelfloskeln “Rednerinnen und Redner” oder eben falsche Grammatik, “Mitarbeitende” statt Mitarbeiter.

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    1. Das Sternchen hat nichts mit Geldern zu tun.
      Die Bibel selber macht etwas ganz ähnliches. Das tetragramm JHWH ist zb ganz absichtlich “falsch” vokalisiert. Damit man nicht ausversehen den Namen auspricht. (Im deutschen oft mit HERR wiedergeben) die beste Analogie ist tatsächlich dann auch bei Gott oder Herr den Vokal auszulassen.

      Es sei den sie werfen auch der Bibel Blasphemie vor…

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      1. Lieber Herr Rüb,
        sie haben (fast) recht. Es gibt Schreibweisen, für die ihre Erklärung zutrifft (z.B. “G’tt”, mit dem Apostroph als Zeichen der Auslassung).
        Allerdings ist die *Sternchenschreibweise ganz klar genderpolitisch, also ideologisch und nicht christlich motiviert, siehe hier unter dem Stichwort “kreuz und queer”
        https://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-queer/188310/14-07-2021

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  2. “Damit möchte er Menschen die Texte der Bibel näher bringen, damit sie im Optimalfall darüber lachen können.” Ist das der Optimalfall, wenn Menschen über Bibeltexte lachen???

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  3. Ich frage mich, welchen Gott der Herr Pfarrer meint, wenn er sich ihn so schreibt.
    Nach der Gendertheorie das den Stern eingeführt hat, darf doch jeder selbst entscheiden, wie er genannt werden soll. Warum nicht auch Gott, der Allmächtige und Ewige, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er stellt sich als Jahwe vor und bezeichnet sich selber mit der männlichen Verbform im Hebräischen.
    Wenn der Pfarrer also Gott misgendert, warum wird das hier auf PRO promoted?

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    1. Bildung hilft. Welchen Gott meinen sie denn?
      Auch in der Bibel kommt etwas ähnliches wie Gott mit Sternchen (also ohne korrekten vokal) vor.
      Das Tetragramm JHWH (deutsch oft mit Herr wiedergeben) ist praktisch äquivalent. Man lässt absichtlich falsche Vokale drinnen um den Namen nicht ausversehen zu sagen.

      Der Grund ist also nicht gendern, (da wäre der Stern übrigens am Ende) sondern eine nachahmen der biblischen Texte sowie eine rücksichtsnahme auf zb juden.

      Sie hingegen verurteilen ohne wirkliche Ahnung sehr früh Glaubensgeschwister.
      Ich hoffe sie überdenken ihr Verhalten.

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      1. Das Sternchen im Wort Gott kommt doch eindeutig von der Genderdebatte, auch wenn es hier nicht am Ende steht. Wen wollen sie mit ihren Worten aufs Glatteis führen.
        Ja, ich möchte überführen. Wie jeder damit umgeht ist deine Sache. Darauf beharren oder evtl. Um- & Abkehr?

        Ich habe eben über die Verbform in Hebräischen geschrieben. Dort gibt es immer (auch in der ersten und zweiten Person) eine männliche oder weibliche Form. Also wenn ich zu einem Mann etwas sagte und dasselbe zu einer Frau benutze ich unterschiedliche Verbformen. Auf diese Worte sind die überhaupt nicht eingegangen. Aus welcher Herzenshaltung heraus kommentiert sie also meinen Beitrag, wenn die gar nicht auf ihn eingehen?

        Richten sie mich damit nicht genauso? Ich habe das Verhalten des Pfarrers kritisiert. Ist mir das nicht erlaubt, wenn es gegen die Bibel verstößt (siehe oben).

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