Das christliche Medienmagazin

Liberale und Grüne sägen am Geschlecht

Der Deutsche Bundestag berät am Mittwoch über Gesetzesentwürfe von FDP und Grünen. Die sollen den Wechsel des Geschlechtes schon bei Kindern erleichtern.
Von Norbert Schäfer
Mit einem Bundestagsbeschluss vom vorigen Dezember ist auch die Kategorie „divers“ als amtlicher Eintrag für das Geschlecht eines Menschen anerkannt. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Standesämtern in deutschen Großstädten ergab, dass nur wenige Bürger seither ihr Geschlecht zu „divers“ ändern ließen. In Berlin etwa waren es bis 11. April neun.

Foto: krissikunterbunt, fotolia

Die Biologie spielt in der Politik bei der Feststellung des Geschlechtes eine immer geringere Rolle

Am Mittwochabend will der Deutsche Bundestag über zwei Gesetzesentwürfe debattieren, die beide im Kern auf die Auflösung des Transsexuellengesetzes und eine Änderung des Personenstandsgesetzes zielen. Einen Gesetzesentwurf zur „Aufhebung des Transsexuellengesetzes und Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes“ haben die Grünen im Bundestag eingebracht, den anderen Entwurf zur „Stärkung der geschlechtlichen Selbstbestimmung“ die FDP. Gemeinsam ist beiden, dass Menschen leichter ihr Geschlecht ändern können – eine mündliche Erklärung vor dem Standeamt soll ausreichen.

Der Bundestag wird die Gesetzesentwürfe in zweiter und dritter Lesung beraten und vermutlich ablehnen, sollten die Abgeordneten der Beschlussempfehlung des Innenausschusses folgen.

Bislang haben die Initiativen von FDP und Grünen zur Abschaffung des Transsexuellengesetzes in der Öffentlichkeit kaum Beachtung gefunden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt am Dienstag, dass das Vorhaben, das „Kinder zum Experimentierfeld der Pharmaindustrie und ideologischen Interessen“ macht, bislang im „Windschatten der öffentlichen Aufmerksamkeit” erfolgt sei. Die FAZ schreibt in dem Zusammenhang mit den beiden Gesetzesinitiativen von „koordinierten Angriffen auf die medizinische Ethik“, die jede wissenschaftliche Unterscheidung des Geschlechts missachteten. Beide Anträge sehen vor, dass ein Wechsel des Geschlechts schneller und einfacher als bisher vollzogen werden kann – dies bereits bei Kindern.

FDP: „Geschlecht bei der Geburt zugewiesenen“

Das Geschlecht eines Menschen soll, folgt man der Begründung der Grünen, demnach bei der beabsichtigten Änderung des Personenstandsgesetzes „nur vom Geschlechtsempfinden der Antrag stellenden Person abhängig gemacht“ werden. Die „Geschlechtsidentität könne nicht diagnostiziert werden“, heißt es da. Die Biologie spielt demnach keine Rolle mehr bei der Feststellung des Geschlechtes. Wer sich wieder dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt, braucht nur mindestens ein Jahr zu warten, um eine neue Erklärung dazu abzugeben. Die FDP spricht in der Begründung zu ihrem Entwurf von Menschen, „deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt“. Nach Ansicht der FDP können Personen „ab dem Alter von 14 Jahren die Tragweite der Entscheidung“, die Geschlechtszugehörigkeit betreffend, „allein abschätzen“.

Sollten die Abgeordneten entgegen der Ausschussempfehlung dem Entwurf der Grünen zustimmen, dürften Kinder mit vollendetem vierzehnten Lebensjahr, auch gegen den Willen ihrer Eltern, selbst über einen operativen Geschlechtswechsel entscheiden. Willigen die Eltern nicht ein, übernimmt das das Familiengericht. Dem FAZ-Artikel zufolge wehren sich Kinderschützer vehement gegen dieses Ansinnen der Grünen. Kindern würde so „noch vor vollendeter Geschlechtsreife, mitten in den Wirren der Pubertät, eine Entscheidung in die Hände gelegt, deren Folgen sie nicht überblicken können“.

Die FAZ arbeitet in dem Artikel unter dem Titel „Das Kind wird zur ideologischen Knetmasse“ heraus, dass medizinische Expertise von den Parteien zwar im Kampf gegen Corona sehr geschätzt werde, Mediziner aber von Grünen und FDP zur Beratung in den Expertenausschüssen keine Einladung erhalten hätten. FAZ-Autor Thomas Thiel kommt zu dem Fazit: „Beide Entwürfe versuchen, die Bevölkerung per Gesetz auf eine Ideologie zu verpflichten.“

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

19 Antworten

  1. Und das ist alles nur der Anfang. Bereitet euch schon mal darauf seelisch darauf vor, die Bibel “gendergerecht” umzuschreiben.
    Gott ist dann eine transsexueller Mann, der einmal eine non-binäre Person in einem Frauenkörper war und Jesus ein homosexueller people-of-colour mit Migrationshintergrund.

    0
    0
  2. Was hier von “Grünen” und FDP inszeniert wird zeigt nur, zu welchen Verirrungen “liberale” Ideologie führen kann.
    Das ist derart fern jeder Vernunft, dass es sich eigentlich selbst entlarven müsste. Mit Blindheit muss geschlagen sein, wer die tragischen Folgen solcher Regelungen nicht wahrhaben will.
    Paulus hat es auf den Punkt gebracht: “Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass sie ihre Leiber selbst entehren.”
    Hier wird es aber noch schlimmer, denn es geht um nicht wiedergutzumachende körperliche Schäden an Kindern.

    Weitere Infos auch hier:
    https://www.nzz.ch/meinung/transgender-diagnosen-nehmen-zu-mit-teils-bedenklichen-folgen-ld.1585147

    0
    0
  3. In Schweden veröffentlichte die Gesundheitsbehörde Anfang 2020 einen Bericht, wonach Transgender-Diagnosen von 13- bis 17-jährigen Mädchen um 1500 Prozent häufiger gestellt wurden, zwischen 2008 und 2018.
    Ans Tavistock Centre in London, eine auf minderjährige Transgender spezialisierte Klinik, gelangen inzwischen über 1700 Mädchen pro Jahr. Vor zehn Jahren waren es um die 30.

    Woher kommt diese dramatische Zunahme?

    Eine Erklärung könnte aus der Studie von Prof. Michael Müller und Karina Witte abgeleitet werden. Sie haben die Wirkung von Arzneimittelrückständen in Gewässern untersucht:
    “Eine Mischung vieler Arzneistoffe und Metaboliten in scheinbar geringen Konzentrationen, die in ihrer Kombination mögliche stärkere oder ganz neue Wirkungen entfalten”
    “Es wurde eine verstärkte Entwicklung von Intersexualität bei Männchen und eine geringere Fruchtbarkeit der Fische nachgewiesen”.
    Weil Kläranlagen hier weitgehend unwirksam sind, gelangen Arzneistoffreste auch in die menschliche Nahrungskette und in das Trinkwasser. Man kann also ähnliche Wirkungen auf den menschlichen Hormonhaushalt und die menschliche Entwicklung als nicht unwahrscheinlich vermuten.

    0
    0
    1. Ja, das ist eine mögliche Erklärung!
      Trans- und Homosexualität sind keine Einbildung oder “ich hab gerade Lust dazu”.
      Was genau im Körper, im Geist, in der Seele da anders läuft, ist noch nicht geklärt.
      Einfach nur von Sünde zu sprechen, ist zu kurz gedacht!

      0
      0
  4. Entweder sind wir eine christlich, kulturell geprägte Gesellschaft wo noch Mann und Frau etwas gelten,
    wie es schon im 1. Buch unserer Bibel aufgeschrieben wurde, oder es gibt zur bevorstehenden Bundestagswahl weniger wählbare Parteien und Kandidaten.

    0
    0
  5. Das sind massive Angriffe auf die Schöpfungsordnung Gottes. Die fremdgesteuerte Gesellschaft folgt marionettenhaft dem Konglomerat aus Medien, Politik und abgefallener Kirche.
    Die Kluft zwischen der frommen Minderheit und dem Mainstream scheint schon unüberbrückbar.
    “Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten”, Jetzt ist höchste Zeit umzukehren, ein zwischen den Stühlen sitzen wird nicht mehr genügen. Unsere Welt ist gerichtsreif, retten wir uns in die “Arche Jesu Christi” !

    0
    0
  6. Es ist schon schlimm, wohin sich eine Gesellschaft entwickelt, die sich von Gott losgesagt hat. Aber eigentlich nicht verwunderlich, denn der Widersacher Gottes tritt gerne in das entstandene Vakuum ein, zumal er es von Anfang an darauf angelegt hat, die “im Ebenbild Gottes” geschaffenen Menschen zu vernichten bzw Gott zu entfremdet. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl sollte jeder, besonders die Gläubigen, seine Wahl gründlich überlegen. Auch die ‘C’ – Parteien sind leider nicht vor dem Zeitgeist gefeit.

    0
    0
  7. Immer wenn der Freiheits- und Selbstbestimmungsfreiraum der Menschen erweitert wird, bietet das Risiken und eröffnet auch die Möglichkeit zum Missbrauch oder zu modischen Übertreibungen. Dennoch wird man doch vernünftigerweise auf die Freiheit und die Selbstverantwortung des Menschen setzen. Diese Haltung findet sich übrigens m.E. auch im NT (1. Thes 5,21, 1. Kor 10,23).
    Was man hier in den Kommentaren aber liest, geht in eine andere Richtung. Hier wird gefordert, dass man sich einer biblischen Ordnung unterwerfen solle, die sich einzig und allein einer unhistorischen und zugegebnermaßen satt geistlosen Lektüre ausgewählter Bibelpartien verdankt. Und das führt dann zu einem “Denken”, das die eigenen Scheuklappen für die göttliche Optik und alle anderen Ansichten für ein Werk des Widersachers hält.
    @Matze60: Wer lesen kann, kommt nicht umhin festzustellen, dass man “von Anfang an” gar keinen Widersacher Gottes kannte.
    Aber was kann eine reflektierte Lektüre der Bibel schon ausrichten gegen den unwiderstehlichen Drang in Fundamentalien permanent die Pferde für die apokalyptischen Reiter zu satteln.

    0
    0
    1. Es steht doch in den Kommentaren davor nichts aber auch überhaupt nichts davon, dass man sich einer göttlichen Ordnung unterwerfen soll. Keiner der Vorredner verlangt einen christlichen Gottesstaat sondern es werden Meinungen geäussert und politische Preferenzen genannt wie Sie das auch tun. Es gilt bei Meinungen immer noch gleiches Recht für alle und für andere ausser Ihrer!!

      0
      0
      1. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Ich habe überhaupt nicht behauptet, dass irgendjemand den Gottesstaat gefordert habe! Aber in zahlreichen Kommentaren wird eindeutig ein fundamentalistisches und apokalyptisches Narrativ bedient: Die moderne Welt entferne sich unter den Einfluss des “Widersachers” immer mehr von den göttlichen Ordnungen und beschwöre damit Gottes Gerichtshandeln herauf. Und empfohlen wird natürlich die Orientierung an den Ordnungen Gottes – bzw. an dem, was man in Fundamentalien dafür hält!
        Und ja, diese Meinungen dürfen mit allem Recht vertreten werden, aber ich darf sie für intellektuell unterirdisch und einen Missbrauch der Bibel halten.
        Aber es passt in die selbstgewählte Opfernummer sich immer verfolgt zu fühlen, wenn man Widerspruch erntet!

        0
        0
  8. Immer im Zusammenhang, auch hier, 1. Thess. 5, 21ff.:
    “Prüft aber alles und das Gute behaltet.
    Meidet das Böse in jeder Gestalt.
    Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch
    und bewahre euren Geist
    samt Seele
    und Leib unversehrt(!),
    untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.”

    P.S.: Nichts gegen reflektierte Bibellektüre. Alles aber gegen Bibellektüre mit Scheuklappen, die die eigene Weltsicht in jeden Text hineinlegt, – bei anderen aber nur Fundamentalismus “riecht”.
    Alles gegen Ideologien, die die tragischen Folgen einer medikamentösen, oder gar chirurgischen , bleibenden Verstümmelung von Minderjährigen als “biblisch”-begründeten Gewinn an “Freiheit” verkaufen wollen.

    0
    0
    1. Was Sie hier aus meinen Aussagen destillieren, ist so grob unsachlich und völlig neben dem, was ich gesagt habe, dass es der Auseinandersetzung nicht bedarf! Es gibt eben einfach auch törichte Polemik, Sie sind ein signifikantes Beispiel dafür.
      P.S. Der Zusammenhang des Bibelzitats ändert an der Grundaussage aber auch wirklich gar nichts, was sich in Ihrem Sinne ausmünzen ließe [!].
      P.P.S. Sie kennen – im Gegensatz zu mir – sicherlich keine Betroffenen!

      0
      0
    2. Doch eines noch, weil es mir bei Ihnen immer wieder auffällt!
      Sie geben den konzilianten Welterklärer und wenn Sie auf Widerstand sroßen, dann keulen Sie und dabei wird Ihr Verhältnis zur Wahrheit ganz geschmeidig. Ichn habe Ihnen das schon an anderer Stell nachgewiesen.
      Aus meinem Kommentar eine Zustimmung zu den Plänen der FDP oder der Grünen herauszulesen, ist schlicht unmöglich, weil ich das weder behaupte noch tue! Aber zu behaupten, dass ich “die bleibende Verstümmlung von Minderjährigen als biblisch begründeten Gewinn an Freiheit verkaufen” wolle, das ist eine Beugung der Wahrheit, die einfach unverschämt ist und in dieser Offensichtlichkeit eigentlich dumm!
      Ich vermute, Sie kennen die “biblische” Sicht zum Falsch-Zeugnis-Reden!

      0
      0
    3. P.S. Die nachgewiesenen Falschaussagen bezogen sich auf MEL, ich habe das nochmals nachgelesen. Hier habe ich mich gerirrt und muss mich entschuldigen. Das Falsch-Zeugnis-Reden Ihrerseits bezieht sich auf diesen Kommentar. Aber hier ist es eindeutig!

      0
      0
  9. Ich frage mich, ob die Einbringer eines solchen Gesetzentwurfs jemals selbst Kinder waren oder schon mit einem voll ausgereiften Verstand auf die Welt gekommen sind. Können wir Erwachsene mit der Schuld leben, solche eine große Verantwortung in Kinder -und Jugendhände zu legen? Selbst eine Entscheidung als Volljährige/r hat eine ganz große Auswirkung und Dimension, die mit Sicherheit nicht immer gut sein wird.
    Gott hat den Menschen als Mann oder Frau geschaffen. Warum erhebt sich der Mensch gegen den Schöpfer allen Lebens und widersetzt sich seinem Willen? Ich bin mir sicher, Gott sieht diesem Treiben nicht lange zu!

    0
    0
  10. Jesus Christus, bitte vergib die große Schuld, da wo wir deine Schöpfungsordnung nicht nur mißachtet haben, sondern uns anmaßen, selbst Gott zu sein. Herr, vergib, wo wir dir ins “Handwerk fuschen.” Danke Jesus, das du auch für diese Schuld am Kreuz von Golgatha gestorben und dann auferstanden bist . Hiermit bekenn ich mich zu deiner Schöpfungsordnung: Du hast Mann und Frau geschaffen und so wird es auch bleiben. In Jesu Namen, Amen

    0
    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen