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„Es gibt im realen Leben kein drittes Geschlecht“

Der Inhalt einer Pressemitteilung des sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß schlägt hohe Wellen. Der CDU-Politiker hatte in der vergangenen Woche verlautbaren lassen, dass „um das vermeintliche dritte Geschlecht ein riesiger Popanz aufgebaut wurde“. Lesben- und Schwulen-Verbände üben Kritik.
Von PRO
Sorgt für Wirbel durch seine Pressemitteilung zum Dritten Geschlecht: der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß
Sorgt für Wirbel durch seine Pressemitteilung zum Dritten Geschlecht: der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß

Wegen seiner Äußerung „Der liebe Gott hat uns doch als Mann und Frau geschaffen – und nicht mit unzähligen anderen Geschlechtern“ erntet der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß heftigen Widerspruch. Der Politiker betonte, dass es aus seiner Sicht ein drittes oder noch mehr Geschlechter zwar in der „Genderideologie“ gebe, „nicht aber im realen Leben“.

Krauß beruft sich in seiner Pressemitteilung vom 6. Februar auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach seien im Jahr 2018 15 Kinder in Deutschland zur Welt gekommen, die weder in die Kategorie „männlich“ noch „weiblich” eingetragen wurden. Bei insgesamt 787.523 Lebendgeborenen in Deutschland sei das nur jede 50.000. Geburt. 20 Menschen mit dem Geschlecht „divers” starben zwischen 2016 und 2018. Davon waren sieben Säuglinge.

„Inakzeptabel und verletzend“

Diese Zahlen zeigten ihm, „dass um das vermeintliche dritte Geschlecht ein riesiger Popanz aufgebaut wurde“. Die Zahlen legten nahe, dass Kinder dann in die Rubrik „divers“ eingetragen würden, wenn sie mit stärksten Fehlbildungen geboren würden. Nur so seien die hohen Sterbezahlen zu erklären.

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) distanzierte sich am Wochenende deutlich von den Aussagen des CDU-Politikers. Es sei nicht der erste Vorfall in dieser Richtung. Diese seien „inakzeptabel, verletzend und zeugen zudem von Unkenntnis“. Der LSU-Vorsitzende Alexander Vogt forderte in einer Pressemitteilung dazu auf, dass der Staat „gerade kleine Gruppen vor Diskriminierung und Ausgrenzung schützen muss“.

Scharfe Kritik übte auch der Grünen-Politiker Sven Lehmann. Der Sprecher für Queerpolitik der grünen Bundestagsfraktion sagte: „Die von ihm zitierten niedrigen Zahlen von Säuglingen mit Geschlechtseintrag ‚divers‘ sind vor allem ein Hinweis auf die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft, dass es mehr gibt als Mann/Frau.“

Warum eigentlich divers?

Seit Ende 2018 ist es gesetzlich möglich, neben weiblich und männlich als drittes Geschlecht divers anzugeben, wenn keine klare Zuordnung möglich ist. Intersexuelle Menschen sind genetisch, anatomisch oder hormonell nicht klar einem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Die Bezeichnung „divers“ soll ihnen ermöglichen, ihre geschlechtliche Identität in einer „positiven Bezeichnung“ eintragen zu lassen.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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