Vier Jahre nach Russlands Überfall auf die Ukraine haben sich am Dienstagmorgen die beiden großen Kirchen und die Orthodoxe Bischofskonferenz in der Berliner Friedrichstadtkirche zum ökumenischen Gebet getroffen. Dem Ruf sind auch mehrere Spitzenpolitiker gefolgt – darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Außenminister Johann Wadephul (CDU) Konstantin von Notz (Grüne), Hubertus Heil (SPD), sowie der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev.
In ihrem „Wort der Hoffnung“ erinnerte die Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Bundestag, Anne Gidion, an das Leid, das Russland über die Ukraine gebracht hat: „Vier Jahre Tod, Gewalt, Angst und Erschöpfung.“ Heute wolle man gemeinsam für die Menschen in der Ukraine beten und hoffe auf ein Ende der Gewalt. „Wir beten dafür, dass Friede werde, endlich! Dass Friede und Gerechtigkeit sich küssen. Dafür beten wir heute mit aller Kraft.“ Zugleich warnte Gidion vor einem Abstumpfen angesichts der immer gleichen Bilder und Meldungen.
Frieden nur durch Schutz vor Gewalt
Mit Blick auf die neue Friedensethik der EKD sagte sie: „Auch wenn es mich, wenn es viele als Christenmenschen zerreißt: Denn selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Doch ohne Schutz vor Gewalt gibt es keinen Frieden.“
Prälat Karl Jüsten sagte, dass Gewalt nicht das letzte Wort haben darf und erinnerte ebenfalls an die Opfer des Krieges in der Ukraine – und in Russland. Außerdem warnte er vor „falschen Propheten“, die die Friedenssehnsucht vieler Menschen ausnutzten und sich von Opfern des Krieges und den Geflüchteten abwendeten.
Am Dienstag rief ebenfalls die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) zum „unermüdlichen“ Gebet für die Ukraine auf. In einer Pressemitteilung nennt die WEA acht konkrete Punkte, darunter Gebet für trauernde Familien, für die Rückkehr von Gefangenen, für Gemeinden vor Ort und für die ukrainischen Militärseelsorger.