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Juristin: Geschulte Richter bei konvertierten Flüchtlingen nötig

Religiöse Verfolgung berechtigt zu Asyl in Deutschland. Das betrifft oft auch Menschen, die hier vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Behörden und Richter, die über solche Asylfälle entscheiden, sollten mehr darüber wissen, sagt eine EKD-Juristin.
Von epd
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betende Hände mit Rosenkranz
Für Flüchtlinge aus muslimischen Ländern, die zum christlichen Glauben konvertiert sind, ist eine Rückkehr in die Heimat oft lebensbedrohlich

Im Umgang mit Konvertiten im Asylverfahren braucht es nach Überzeugung der Juristin Johanna du Maire kultursensible und geschulte Richterinnen und Richter. In diesen speziellen Fällen sei kulturelles und religiöses Wissen nötig, sagte die Juristische Referentin beim Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union am Freitag bei einem Onlineforum der württembergischen Landeskirche zum Thema „Religiöse Konversion und Asylverfahren“. So müssten die Richterinnen und Richter wissen, aus welchem Kontext zum Christentum konvertierte ehemalige Muslime kommen und welcher Art von Christentum sie sich zuwenden.

Deshalb versuche die evangelische Kirche auch immer wieder, Fortbildungen und Gespräche für die entscheidenden Personen im Gericht und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anzubieten, sagte du Maire. Auch Dolmetscher bräuchten ein solches kulturelles und religiöses Wissen. Denn die Rolle der Dolmetscher sei in der Vergangenheit teilweise problematisch gewesen: Vor allem im Jahr 2015 habe es einen Mangel an farsisprechenden Dolmetschern gegeben, weshalb manche Verfahren aus dieser Zeit „extrem schlecht“ übersetzt seien. Dies habe zum Teil für die Betroffenen Folgen bis heute.

Mittlerweile sei die Qualität von Dolmetschern an den Gerichten und am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge besser, sagte du Maire. Es gebe keine verlässlichen Zahlen über die Zahl von Konvertiten in Asylverfahren. Die Geflüchteten, die zum Christentum konvertiert sind, seien vor allem Iran, Pakistan, Afghanistan und Irak.

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Eine Antwort

  1. Wie die britische Zeitschrift „Catholic Herald“ berichtet ist der zum Katholizismus konvertierte Pater Michael Nazir-Ali der Ansicht, dass Berichte „fundiert“ seien, denen zufolge Menschenhändler Migranten dazu rieten, ihre Forderungen nach Asyl zu bekräftigen, indem sie zu einer christlichen Kirche konvertierten.
    Auch wenn die Kirchen humanitäre Hilfe anböten, sollten sie bei der Beurteilung von Asylforderungen doch keine voreingenommene Position einnehmen, da sie getäuscht werden könnten, meinte Nazir-Ali, ehemaliger anglikanischer Bischof von Rochester, der vor drei Wochen zum katholischen Priester geweiht wurde und nun dem Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham angehört.

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