Das christliche Medienmagazin

Johannes Mickenbecker: „Ich werde meinen Bruder wiedersehen“

Im Juni vorigen Jahres starb der YouTuber Philipp Mickenbecker. Er und sein Bruder Johannes bekannten zuvor in zahlreichen Medien: Gott ist größer als der Tod, wir werden uns wiedersehen. Daran hält Johannes fest.
Von Jonathan Steinert
Johannes Mickenbecker, Real Life Guys

Foto: PRO/Jonathan Steinert

Johannes und Philipp Mickenbecker haben von der Christlichen Medieninitiative pro den Medienpreis „Goldener Kompass“ erhalten. Entgegennehmen konnte nur Johannes den Preis, Philipp starb vorher.

Die „Real Life Guys“ Johannes und Philipp Mickenbecker sind mit ihren YouTube-Videos und abenteuerlichen Experimenten der Marke Eigenbau berühmt geworden, mit fliegenden oder tauchenden Badewannen zum Beispiel.

Das vergangene Jahr war für die Zwillingsbrüder und ihre Mitstreiter einschneidend: Die Krebserkrankung Philipps war zurück, im Juni 2021 starb der lebensfrohe 23-Jährige. In den Monaten zuvor waren die Brüder in verschiedenen Talkshows zu Gast, wurden von Journalisten zahlreicher Medien befragt, denn: Philipp hatte keine Angst vor dem Tod, er wusste sich bei Gott geborgen.

Leben oder sterben – beides sei in Ordnung, wenn Gott das wolle, erklärte er immer wieder. Er war davon überzeugt, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Gleichzeitig beteten er und seine Freunde für Heilung und waren genauso überzeugt davon, dass Gott die Krankheit beenden könne, wie er es bei zwei vorherigen Krebsdiagnosen auf wundersame Weise getan hatte.

Diese Hoffnung weiterzugeben, ihren Glauben zu bekennen und anderen damit Mut zu machen, war den Zwillingen ein großes Anliegen. Dafür zeichnete die Christliche Medieninitiative pro die YouTuber mit dem Medienpreis „Goldener Kompass“ aus. Entgegennehmen konnte ihn nur Johannes, denn Philipp war zur Preisverleihung bereits verstorben.

„Ich glaube zu einhundert Prozent daran, dass wir uns wiedersehen und dass er jetzt an einem schöneren Ort ist“, sagt Johannes im Gespräch mit PRO ein knappes Dreivierteljahr nach dem Tod seines Bruders. Er habe seinen Frieden damit. Das sei beim Tod seiner Schwester anders gewesen: Sie verunglückte 2018 mit einem Sportflugzeug vor den Augen ihrer Brüder. Damals sei er verbittert und sauer auf Gott gewesen, erzählt er, habe ihm viele Fragen gestellt. Doch jetzt sieht er es so: Gott ist nicht verantwortlich für das Schlimme im Leben. „Ich habe aufgehört, ihm die Schuld dafür zu geben.“ Gott könne auch aus den schweren Situationen etwas Gutes machen. Daran hält er fest, auch wenn sich sein Gebet und seine Hoffnung nicht erfüllten, dass Philipp vom Krebs genesen würde.

Der Bruder fehlt Johannes Mickenbecker

Die Arbeit der „Real Life Guys“ habe sich durch Philipps Tod schon etwas verändert, erzählt Johannes, während er im Haus sitzt, das sich die YouTuber gemietet haben. Als Philipp von der Krankheit geschwächt war, zog er sich mehr und mehr aus der Videoproduktion zurück. „Aber wir sollten zu hundert Prozent weitermachen“, sagt Johannes über den Wunsch seines Bruders.

Das machen sie. Derzeit arbeiten sie an einem „streng geheimen Projekt“, wie er erklärt. Denn damit sei eine Überraschung verbunden. Im Sommer, so der Plan, wollen sie in ihr Haus alle denkbaren Kindheitsträume einbauen: vom aufklappbaren Dach über ein Pool im Wohnzimmer bis zur Rutsche. Vier Personen verdienen im YouTube-Unternehmen „Real Life Guys“ ihr Geld. Auch wenn es ohne Philipp weitergeht: Er fehlt. Zwar denken sich alle zusammen die neuen Projekte aus, aber Johannes sagt: „Manchmal stehe ich mit meinen verrückten Ideen etwas alleine da. Vorher war jemand dabei, der genauso gefühlt und gedacht hat wie ich.“

Am 23. November 2021 bekam Johannes Mickenbecker den Medienpreis „Goldener Kompass“. Sein Bruder erfuhr noch von der gemeinsamen Auszeichnung, die Veranstaltung war erst ein halbes Jahr nach Philipps Tod. Eine Aufzeichnung davon strahlt Bibel TV am 23. Februar um 20.15 Uhr aus.

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Eine Antwort

Kommentare sind geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen