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Hetze gegen Christen endet mit Freispruch

Ustadz Abdul Somad ist der wohl populärste islamische Prediger Indonesiens. Bei einem öffentlichen Auftritt vor Muslimen sagte er, christliche Kreuze seien von bösen Geistern bewohnt. Der nationale Rat der Islamgelehrten sprach ihn nach einer Anklage jedoch vom Vorwurf der Blasphemie frei und stärkte ihm den Rücken.
Von PRO
Christen hatten den Prediger Abdul Somad wegen Blasphemie angezeigt
Christen hatten den Prediger Abdul Somad wegen Blasphemie angezeigt

Der islamische Prediger Ustadz Abdul Somad hat behauptet, dass christliche Kreuze vom Teufel besessen seien. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung gehört Somad als einer der prominentesten Vertreter zu einer „moderaten Massenorganisation“ der Muslime. Von dem Auftritt kursiere ein Video im Internet. Es erhitze vor allem die Gemüter der Christen. Sie hatten Somad demnach wegen Blasphemie angezeigt, denn in Indonesien existiert ein Gesetz, das alle staatlich anerkannten Religionen vor Blasphemie schützt.

Somad wies den Vorwurf zurück. Er habe keine Christen beleidigt, weil im Publikum gar keine Christen gesessen hätten. Mit dem Fall hat sich der nationale Rat der Islamgelehrten (MUI) befasst. Er habe sich hinter Somad gestellt und dessen Kritiker aufgefordert, „Ruhe zu geben“, schreibt die FAZ.

Hassreden „quasioffiziell abgesegnet“

Aus Sicht der Zeitung könnte dieses Urteil fatale Konsequenzen für das Zusammenleben der Religionen haben. Hassreden gegen Christen und andere Minderheiten gebe es sowohl im Internet als auch in den Moscheen. Die Absolution eines Predigers, der das Christentum dämonisiere, stelle nun die nächste Stufe dar, da sie Hassreden „quasioffiziell absegnet“.

Die indonesische Hauptstadt Jakarta wurde von 2012 bis 2017 von dem Christen Basuki Tjahaja Purnama als Gouverneur regiert. Im Wahlkampf 2017 soll er den Islam beleidigt haben und wurde deshalb zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Foto: amadeustx, fotolia
Die indonesische Hauptstadt Jakarta wurde von 2012 bis 2017 von dem Christen Basuki Tjahaja Purnama als Gouverneur regiert. Im Wahlkampf 2017 soll er den Islam beleidigt haben und wurde deshalb zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt.

In Indonesien ist es, trotz der gesetzlichen Regelung, zu einer steigenden Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten gekommen. Im Mai 2018 wurde ein Anschlag auf drei Kirchen verübt, bei dem mindestens 15 Personen starben. In der Vergangenheit war es zu vandalistischen Aktionen gegen christliche Grabstätten gekommen. In bestimmten Dörfern dürfen laut dem FAZ-Bericht nur noch Muslime Häuser kaufen oder mieten. Der frühere Gouverneur von Jakarta war zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in einer Wahlkampfrede gesagt, „seine Zuhörer sollten sich nicht von einem Koranvers irre machen lassen, der Muslimen angeblich verbiete, Nichtmuslime zu wählen“.

In diesem Fall zeigte der Nationale Rat die Härte, die er bei dem Vorfall rund um den Prediger Somad habe vermissen lassen, resümiert die FAZ das aktuelle Beispiel. Bis vor Kurzem habe man das „größte muslimische Land der Erde noch als Modell für einen moderaten Islam gepriesen“.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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