Das Zacharias Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube in Köln will aufgrund der sich erhärtenden Vorwürfe gegen den inszwischen verstorbenen Evangelisten Ravi Zacharias den Namen der Organisation wahrscheinlich ändern

Das Zacharias Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube in Köln will aufgrund der sich erhärtenden Vorwürfe gegen den inszwischen verstorbenen Evangelisten Ravi Zacharias den Namen der Organisation wahrscheinlich ändern

Missbrauchsvorwürfe gegen Evangelisten Zacharias erhärtet

Ein unabhängiger Untersuchungsbericht hat Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen US-amerikanischen Autor und Evangelisten Ravi Zacharias erhärtet. Der Direktionsrat des von dem Publizisten begründeten Missionswerkes Ravi Zacharias International Ministries (RZIM) äußerte sich „schockiert und betrübt“ über den Bericht. RZIM hatte den Bericht in Auftrag gegeben und online gestellt. Am Freitag reagiert auch die deutsche Partnerorganisation.

Das Zacharias Institut für Wissenschaft, Kultur und Glaube in Köln erklärte, „nicht länger den Nachnamen von Ravi Zacharias“ tragen zu wollen. „Wir arbeiten bereits an einer Umbenennung“, hieß es. Es sei rückblickend klar geworden, dass „wir als Institut Ravi Zacharias gegenüber positiv voreingenommen waren und überdies den Kontrollmechanismen innerhalb von RZIM zu sehr vertraut haben“. Das Institut verurteile Zacharias' Taten auf Schärfste.

Der von einer Anwaltskanzlei durchgeführten Untersuchung zufolge führte der im Mai 2020 verstorbene Zacharias ein Doppelleben. Der verheiratete Evangelist habe sich häufig von Massagetherapeutinnen behandeln lassen und die Frauen zu sexuellen Handlungen gedrängt. Eine der für den Bericht interviewten Frauen habe von Vergewaltigung gesprochen. Auf mehreren Smartphones von Zacharias seien Bilder von 200 jungen Frauen gefunden worden, manche nackt.

Das Missionswerk Ravi Zacharias International Ministries ist weltweit tätig. Zacharias galt als führender Vertreter einer Verkündigung, die die Auseinandersetzung und den Dialog mit der Wissenschaft und anderen Glaubensrichtungen sucht. Der damalige US-Vizepräsident Mike Pence nahm im vergangenen Jahr an der Trauerfeier für Zacharias teil. Dieser sei ein „Mann des Glaubens“ gewesen, der sich mit der Wahrheit so positiv auseinandergesetzt habe wie kaum jemand, erklärte Pence.

Von: epd

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