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Forscher: Journalisten mehrheitlich links

Medien stehen immer wieder in der Kritik, politisch tendenziös zu berichten – zugunsten eines linken oder grünen Meinungssprektrums. Der Kommunikationsexperte Christian Hoffmann gibt der Behauptung im Interview mit der Tageszeitung Die Welt recht.
Von Jörn Schumacher
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Eine deutliche Mehrheit der deutschen Journalisten steht politisch eher links, sagt der Kommunikationsexperte Christian Hoffmann von der Universität Leipzig

„Im Wahljahr verhärten sich die Fronten zunehmend“, schreibt die Tageszeitung Die Welt. Eine Befragung unter 150 Volontären des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gebe dem Verdacht recht, heißt es weiter: Etwa 60 Prozent der Volontäre würde die Grünen wählen, 25 Prozent die Linken. Christian Hoffmann, Professor für Kommunikationsmanagement an der Universität Leipzig, bestätigt: „Die große Mehrheit der Journalisten – die Zahlen variieren ein bisschen, mal sind es zwei Drittel, mal sind es 70 bis 80 Prozent – steht nach eigenen Angaben links der Mitte.“

Ob sich dies jedoch auf die Berichterstattung auswirkt, sei in der Forschung strittig, so Hoffmann. Das hänge unter anderem mit der Untersuchungsmethode zusammen. Bei Talkshows werde etwa deutlich, dass Grünen-Politiker in Relation zur Parteistärke im aktuellen Bundestag überproportional oft eingeladen würden. Andere Studien schauten sich die Sprache von Berichten an. Wenn es etwa um die Frage gehe, worüber mehr berichtet wird – über den Klimawandel oder über Migration – dann werde deutlich, dass es laut Studien einen Einschlag hin zu linken Themen gebe.

Gründe dafür seien möglicherweise, dass Menschen mit einem bestimmten sozioökonomischen Hintergrund häufig auch bestimmte politische Haltungen aufweisen. Hoffmann: „Wenn man also eine Vielfalt der Perspektiven in einer Redaktion will, ist es nicht völlig falsch, auf soziodemografische Faktoren zu achten, wie etwa Bildung, Alter, Geschlecht.“

Unzufriedenheit mit der Berichterstattung unter Konservativen

Außerdem deute vieles darauf hin, dass Menschen mit eher bürgerlicher politischer Einstellung mehr Wert auf materielle Sicherheit legen, und daher vermeiden sie den oft prekären Beruf des Journalisten. „Auf der anderen Seite zeigen Untersuchungen, dass Menschen, die eher links orientiert sind, eine höhere subjektive Befriedigung aus politischem Engagement ziehen“, so Hoffmann. „Und das macht einen Job, in dem man auf die öffentliche Agenda Einfluss nimmt, vielleicht sogar Politik beeinflussen kann, für linksorientierte Menschen umso attraktiver.“

Bezüglich den Sozialen Medien erkenne man, dass Journalisten, die eine klare politische Haltung aufweisen, in sozialen Medien überdurchschnittlich aktiv sind. „Die Unzufriedenheit mit der Berichterstattung, die unter Konservativen schon vor dem Social-Media-Zeitalter ausgeprägter war, wie Studien zeigen, nimmt so weiter zu.“

In den USA zeige sich zudem deutlich, dass der Journalismus aktivistischer werde und dort viele Experten bereits eine Verabschiedung vom Wert der Ausgewogenheit fordern, so Hoffmann. „Auch in Deutschland hat die Diskussion um sogenannten ‚Haltungsjournalismus‘ begonnen.“

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8 Antworten

  1. Auch Journalisten dürfen eine Meinung haben.
    Aber – das ist doch journalistische Grundausbildung – Nachricht muss vom (Meinungs-)Kommentar getrennt werden. Wenn aber durch tendenziöse Berichterstattung nur die eigene Meinung transportiert werden soll, dann besteht tatsächlich die Gefahr eines grundsätzlichen Vertrauensverlustes gegenüber Journalisten und Medien.

    Eigentlich könnte man Lukas als Vorbild, als frühen und gewissenhaften Journalisten sehen:
    “Da es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erfüllt haben,
    wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind,
    habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig(!) erkundet habe,
    es für dich, hochgeehrter Theophilus,
    in guter Ordnung aufzuschreiben …”

    Sorgfältig erkundet,
    in guter Ordnung aufgeschrieben
    und
    “die es selbst gesehen haben”, also umfangreiche Quellenstudien und -befragungen.

    So geht Journalismus.
    Lesenswert!
    🙂

  2. achnee !? Wer hätte das gedacht, addiert komme ich auf 85 Prozent links/grün.
    Kein Wunder wird der Kampf gegen rechts zur Staatsräson ausgerufen.
    Alles Fromme und Konservative steht unter dem Dauerfeuer der Medien.
    Diejenigen die über die Spaltung der Gesellschaft schwadronieren, befeuern diese mit Leidenschaft.
    Meine Reaktion darauf: weniger TV-Konsum und gelesen wird die Welt, Focus und die Junge Freiheit.
    Und natürlich einschlägige christliche Medien (wie pro) !

  3. Das sind Tatsachen, wenn man bedenkt, daß ein Mitarbeiter des NDR jüngst – zum Glück erfolglos – für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Neumünster kandidierte – auf dem “Ticket” der Ökopopulisten. Die Medien sollten auch mal in Bezug auf politischer Einstellung auf Diversität achten. Das klappt überhaupt nicht.

  4. Zitat: „Und das macht einen Job, in dem man auf die öffentliche Agenda Einfluss nimmt, vielleicht sogar Politik beeinflussen kann, für linksorientierte Menschen umso attraktiver.“

    Achso, ich dachte immer im Journalismus geht es um objektive Berichterstatung und Journalisten würden neutral über alle wichtigen Nachrichten berichten, unabhängig von ihrer persönlichen politischen Einstellung. Diese können sie natürlich in Kommentaren kundtun, welche aber auch explizit als solche gekennzeichnet werden müssen.

    Heutzutage scheint Journalismus also mehr eine Form des Aktivismus zu sein, um eine gewisse gesellschaftspolitische Agenda umzusetzen. Das Problem ist nur, das diese Agenda als allgemein gültige “Wahrheit” verkauft wird und alle anderen Informationen als “Desinformationen” und “fake news” des politischen Feindes gebrandmarkt und zensiert werden.

  5. Leider habe ich diesen Eindruck auch bei den Artikeln die hier erscheinen. Die Auseinandersetzung mit der Gefahr die von der Partei der Grünen und der Linken ausgeht, finde ich wie in allen öffentlichen Medien, unterrepräsentiert.

  6. Ich möchte nur positiv auf den ersten,kurzen „knackigen“ Kommentar von Stefan antworten: Klasse Sicht ! Danke !

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