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Football-Coach darf beten: US-Rechtsstreit um Religion und Staat

Joseph Kennedy, Football-Trainer an einer staatlichen Schule der USA, verbot die Schulbehörde das Beten auf dem Spielfeld. Der Rechtsstreit, der folgte, ist nun entschieden.

Foto: Dave Adamson on Unsplash

Der frühere Football-Coach Joseph Kennedy hatte regelmäßig auf Höhe der 50-Yard-Linie des Spielfelds gebetet

Das Oberste Gericht der USA hat die Rechte von Christen gestärkt. Ein Football-Coach an einer staatlichen High School in den USA habe das Recht gehabt, entgegen der Anweisung seiner Vorgesetzten öffentlich auf dem Spielfeld zu beten, urteilten die Richter am Montag mit sechs zu drei Stimmen. Bei dem Spruch ging es um Auslegung des Verfassungsprinzips, dass der Staat Religionen weder bevorzugen noch benachteiligen darf.

In dem Rechtsstreit klagte der frühere Football-Trainer Joseph Kennedy wegen religiöser Diskriminierung. Als Coach in der Bremerton High School im Bundesstaat Washington hat Kennedy nach Spielen auf der Höhe der 50-Yard-Linie mit gebeugten Knie gebetet, gelegentlich zusammen mit Spielern. Die Schulbehörde hat das verboten. Kennedy widersetzte sich und verlor seinen Job.

Die Behörde vertrat die Auffassung, Kennedy dürfe als Staatsangestellter keine religiöse Praxis fördern. Kennedy protestierte, seine Anstellung raube ihm nicht das Recht zum Beten. Er habe in jungen Jahren als Marineinfanterist „für die US-Verfassung gekämpft“, und der Gedanke, dass er nicht öffentlich beten dürfe, weil sich „jemand dabei unbehaglich fühlt, das ist nicht Amerika“, sagte Kennedy im Rundfunksender NPR.

„Gegenseitiger Respekt“ statt „Unterdrückung“

Der Verband „Vereinigte Amerikaner für Trennung von Kirche und Staat“ erklärte in einem Antrag zum Gericht, Kennedys Recht zum Beten werde nicht bestritten. Es gehe alleine um die demonstrative Art und Weise des Gebets. Und es gehe um die Religionsfreiheit der jungen Footballspieler, die sich von ihrem Coach bedrängt fühlen könnten.

In dem Urteil am Montag heißt es, die Verfassung schütze Kennedy. Sie käme am besten zum Tragen in einer Tradition von „gegenseitigem Respekt und Toleranz“ und nicht der „Unterdrückung von religiösen sowie nicht religiösen Ansichten“. In Dissens erklärte Richterin Sonia Sotomayor, das Urteil widerspreche der Verpflichtung zur Trennung von Kirche und Staat. Es gehe nicht um persönliches Gebet, sondern die Frage, ob die Schulbehörde eine „Darbietung des religiösen Glaubens eines Angestellten“ erlauben müsse.

Der Streit um die Trennung von Kirche und Staat läuft in den USA seit Jahrzehnten. 1962 hat das Oberste Gericht vom Staat vorformulierte Gebete in staatlichen Schulen untersagt. 1963 wurde von Lehrkräften vorgeschriebenes Bibellesen verboten. Sechs der neun amtierenden Richterinnen und Richter gelten als konservativ. Drei wurden von Donald Trump ernannt.

epd
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5 Antworten

  1. Jesus hat tatsächlich damals schon zu so etwas seine Meinung geäußert:
    Mt 6:5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. 6 Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. (Rev.Elb.)
    Natürlich kann und darf dieser Coach am Spielfeldrand beten. Ggf auch zusammen mit anderen Teammitgliedern. Solange er keine Show daraus macht. Dann braucht er auch keine Gerichtsverhandlungen zu führen.
    Nur in einem sollte er sich klar sein: Gott ist kein Spielverderber und überlässt sportliche Gewinne der Leistungsfähigkeit der Sportler.

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  2. Das Gespräch mit meinem himmlischen Vater (Gebet), führe ich je nach Bedarf an den unterschiedlichsten Orten. Am liebsten an ruhigen Stellen, aber auch im öffentlichen Bereich, wenn es mich “dazu drängt”.
    Wenn ein Mensch Gott dankt, für ein gewonnenes Spiel, oder für die gute Zusammenarbeit der Spieler, o.a., weil er alles was er tut in Verbindung mit Gott tut, dann darf er auch hierfür rechlich streiten. Er tut dies nicht nur für sich, sonder für Alle, die in dieser Beziehung zu Gott leben.

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  3. Bin mal gespannt, wie weit der “gegenseitige Respekt” geht, wenn andere vor dem Spiel ein muslimisches Gebet, ein satanisches Ritual, oder Gruppenkuscheln mit 20 Homosexuellen ausüben wollen.
    Man kann getrost davon ausgehen, dass das verboten wird, weil eigentlich nur Privilegien für Christen durchgesetzt werden sollen.

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    1. Beschreiben Sie doch mal die satanischen Rituale, die Sie gerne ausüben lassen möchten! Erst dann kann man sinnvoll überlegen, ob sie einem stillen Gebet gleichartig sind.

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