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Evangelische Allianz: Christen sollen 100 Tage für Regierung und Parlament beten

Wegen der besonderen Corona-Situation sollen Christen der neuen Regierung Starthilfe geben. Dazu sollen sie 100 Tage lang für den Kanzler, seine Minister und alle Abgeordneten beten.
Von Norbert Schäfer
Reinhardt Schink wird neuer Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz

Foto: privat

Reinhardt Schink ist Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz

Ein ungeschriebenes Gesetz gewährt neuen Regierungen eine Art Schonfrist. Demnach dürfen sich der Regierungschef und seine Minister 100 Tage im Amt sortieren und einarbeiten, bevor Medien wieder schonungsloser ihr Wächteramt wahrnehmen und erste Bilanzen ziehen. Zeit zur Einarbeitung hat die neue Regierung unter Kanzler Olaf Scholz aber wegen der Pandemie-Situation nicht. Aus diesem Grund hat die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) Christen im Land dazu aufgerufen, im neuen Jahr 100 Tage lang für die neue Regierung, aber auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, zu beten.

Der Erwartungsdruck an die neue Regierung sei riesengroß, schreibt Reinhardt Schink, Generalsekretär der DEA, in einer Pressemeldung vom Montag. In Zeiten der Pandemie bleibe keine Zeit für Kanzler und Minister zum Innehalten. Die DEA ruft deshalb zum 100-Tage-Gebet für Kabinett und Bundestagsabgeordnete auf – unabhängig von deren Parteizugehörigkeit.

Emotionalen Diskussionen im Gebet tragen

„Gerade in Zeiten der kontroversen und oft sehr emotionalen Diskussionen wollen wir als Christen unsere Verantwortung im Gebet wahrnehmen“, erklärt Schink. Christen sollten dem Aufruf des Apostel Paulus in der Bibel folgen und für die Regierung beten.

„Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde aufrufe, ist das Gebet, und zwar für alle Menschen. Bringt Bitten und Fürbitten und Dank für sie alle vor Gott! Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter.“

1. Timotheus 2, 1-3

Zum Start der Aktion ist ein digitaler Auftakt geplant. Am 13. April 2022 endet die Gebetsaktion unter dem Titel „100 Tage Gebet für die Regierung“ mit einem gemeinsamen Abschluss. In den Tagen dazwischen bittet die EAD einzelne Christen, Kirchen und Gemeinden oder Ortsallianzen für die Regierung zu beten.

„Beten wir konkret und namentlich für unseren neuen Bundeskanzler Olaf Scholz sowie die Minister der Regierung“, heißt es in einem Aufruf zu der Aktion. „Beten wir für die Abgeordneten unserer Wahlkreise und teilen ihnen mit, dass wir für sie beten – auch und gerade dann, wenn wir mit deren politischer Linie nicht einverstanden sind.“ Darüber hinaus sollen die Teilnehmer der Aktion um „gutes und respektvolles Miteinander“ der Abgeordneten „über die Parteigrenzen hinweg“ bitten. „Beten wir um Bewahrung vor Machtmissbrauch und ein Handeln zum Wohle des Volkes im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott“, appelliert die DEA.

Die DEA ist nach eigenem Bekunden ein Netzwerk, zu dem in rund 1000 örtlichen Allianzkreisen Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften gehören. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das gemeinsame Gebet. Die theologische Basis des Miteinanders ist die sogenannte Glaubensbasis, deren erste Fassung 1846 bei der Gründung der Evangelischen Allianz in London verabschiedet wurde. Erster Vorsitzender der DEA ist Pastor Ekkehart Vetter, Generalsekretär ist Reinhardt Schink.

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2 Antworten

  1. Lieber Reinhardt Schink,
    Vielen Dank für diesen echten geistlichen Aufruf zur aktiven Fürbitte für die neue Bundesregierung und für die gewählten Abgeordneten ! Das „fühlt sich ganz anders an“, als viele hier in „proKOMPAKT“ geschriebenen Kommentaren,
    die, offensichtlich aus „frömmlerischer“ Sebstgerechtigkeit nur immer kräftig „draufhauen“ auf den Kanzler und die neu gewählten Minister als „sozialistische, UNGLÄUBIGE“, ( weil sie z.T. bei ihrer Vereidigung am Schluss n i c h t den
    „Gottesbezug“ gesprochen haben) .
    Der guten Aufforderung, täglich für die neue Regierung zu beten, folge ich schon seit ihrer Vereidigung.
    „“ ….ohn Eigennutz und Heuchelschein…“ !

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