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Der Gottesdienst ist nicht tot

Die Corona-Krise hat dem Gottesdienst als solchem nicht den Garaus gemacht. Das wurde bei einer Bestandsaufnahme auf der EKD-Synode deutlich. Aber er hat sich verändert – nicht nur durch digitale Formate.
Von Jonathan Steinert
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Frau Kirche Maske Foto: Photo by Gabriella Clare Marino on Unsplash
Gottesdienste haben während der Pandemie vielerorts in ihrer Form verändert

Die Corona-Pandemie hat nicht zu einem generellen Niedergang des Gottesdienstes geführt. Das wurde bei einem Themenabend während der Tagung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) deutlich. Die Corona-Krise habe neu ins Bewusstsein gehoben, wie wichtig das gottesdienstliche Leben sei als „Mittelpunkt und pulsierende Herzkammer“ für Kirche, Glaube und Frömmigkeit, sagte der Göttinger Theologe Martin Laube in einem Impulsvortrag. Auch in der öffentlichen Debatte sei die Kirche durch ihren Umgang mit Gottesdiensten wahrgenommen worden. Gottesdienste erfüllten daher auch für diejenigen, die nicht hingingen, eine repräsentative Funktion in der Öffentlichkeit.

Laube betonte zudem, dass sich in den verschiedenen neuen digitalen Formaten, die während der Corona-Krise entstanden, die vitale Dynamik des kirchlichen Lebens im Gottesdienst zeige. Die Pandemie habe nicht zu seinem Todesstoß geführt. Digitale Formate führten einerseits zwar zu einer Vereinzelung, andererseits sei auch im digitalen Raum Gemeinschaft möglich, sagte Laube. Gerade das gemeinsame Aushalten der Notlage könne zu einer intensiven Form von Gemeinschaft beitragen. Im digitalen Raum entstehe zudem ein Gefühl für die „universale Weite der christlichen Gemeinde“.

Kreativ bleiben bei der Gestaltung von Gottesdiensten

Die klassische, vertraute Form des Gottesdienstes werde auch nach dem Lockdown nicht verschwinden – digitale Formen aber auch nicht, sagte Laube. Die Form des Gottesdienstes sei veränderlich. Der Leipziger Theologe Alexander Deeg äußerte seine Sorge vor einer Dualisierung zwischen denjenigen, die sich den konservativen, klassischen Gottesdienst zurückwünschten, und jenen, die ihn angesichts der neuen Formen für ein Relikt hielten. Weder sei die traditionelle Gottesdienstform tot, noch seien digitale Formate die einzige Zukunft. Deeg warb dafür, nach der Corona-Krise die Kreativität bei der Gestaltung von Gottesdiensten aufrechtzuerhalten.

Aus verschiedenen Studien über Gottesdienste in der Corona-Zeit zog die Synode das Resümee, dass sowohl im Digitalen als auch im Analogen mehr Spielraum bei der Gottesdienstgestaltung entstanden sei. Sie sei „im besten Sinne unberechenbar“. Aus diesen Erfahrungen heraus sei es wichtig, den unterschiedlichen Entwicklungen „auf der Spur“ zu bleiben und an dem weiterzuarbeiten, was sich bewährt. „Erprobungsräume“ sollten auch nach der Pandemie offen gehalten werden. Digitale Formate hätten zwar zunächst eine hohe Reichweite erzielt. Zu einem „niedrigschwelligen Breitenphänomen“ sei der evangelische Gottesdienst dadurch aber nicht geworden.

Die 13. Synode der EKD traf sich am Wochenende zu ihrer konstituierenden Tagung. Wegen der Corona-Pandemie fand sie digital statt.

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