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Das „C“ und die CDU

Norbert Lammert und Thomas Rachel betonen beim 70-jährigen Jubiläumsabend des Evangelischen Arbeitskreises von CDU/CSU die Bedeutung des „C“ in ihrer Partei. In einem Punkt sind sich die Politiker jedoch uneinig.
Von Martin Schlorke
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Thomas Rachel

Foto: PRO/Martin Schlorke

Wenn es um das „C“ seiner Partei geht, zeigt sich Thomas Rachel kämpferisch

„Wer das ‚C‘ im Parteinamen abschafft, der schafft die Union ab. Davon bin ich überzeugt.“ Das sagte der religionspolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Thomas Rachel, am Dienstag in Berlin. Erst durch das brückenbauende Fundament des „C“ würden soziale, liberale und konservative Anliegen in der Partei in einen Austausch gebracht und versöhnt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Rachel eine Diskussion um die Streichung des „C“ aus dem Parteinamen kritisiert. Am Mittwoch erklärte er im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums des Evangelischen Arbeitskreises der Union (EAK), dass das „C“ der „Identifikationskern“ der Partei sei. Rachel bezeichnete das „C“ zudem als „Würde und Bürde“.

Sich zu diesem „C“ zu bekennen bedeute, „Christsein in allen Bereichen unseres Lebens anzunehmen und Mut zu finden, konkrete Verantwortung zu übernehmen.“ Für ihn sei das „C“ eine Selbstverpflichtung und ein Orientierungsmaßstab und „kein Gütesiegel, keine Fahne, die wir vorausführen.“

Damit widersprach er dem früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, der zuvor forderte, das „C“ als Flagge voraus zu tragen und es nicht nur im Namen zu tragen.

„Gesellschaft braucht Christentum“

Anstatt mit einer Fahne laut schreiend durch Berlin zu laufen, müsse man mit den Menschen über den Glauben ins Gespräch kommen, sagte Rachel. Für ihn sei eine Gesellschaft ohne das Christentum nicht vorstellbar. Die Gesellschaft wäre „kalt, feindlich und äußerst unangenehm“. „Es hat Konsequenzen, wenn das Christentum in unserer Gesellschaft nicht mehr präsent ist.“

Zuvor betonte bereits Lammert die Bedeutung von Religion für die Gesellschaft und verteidigte das deutsche Verhältnis von Staat und Kirchen. Zwar solle die historisch gewachsene Trennung aufrechterhalten werden. Zugleich müsse aber auch für eine „intelligente Verbindung“ gesorgt werden. Es sei nicht so, „als hätten die beiden nichts miteinander zu tun.“

Am Mittwoch feierte der Evangelische Arbeitskreis der CDU und CSU sein 70-jähriges Bestehen. Der EAK wurde am 14. März 1952 in Siegen mit dem Ziel gegründet, die evangelischen Stimmen in den beiden Unionsparteien zu stärken.

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4 Antworten

  1. Ohne seine christlichen Wurzeln ist unser Staat nicht zu machen.
    Die geringer werdende Zahl der Gläubigen und die parallel fortschreitende Spaltung der Gesellschaft zeigt hier eine starke Ursache-Wirkung-Korrelation.

    Der Verfassungsrichter und Rechtsphilosoph Böckenförde hat das schon vor Jahren vorausgesehen:
    “Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.
    Als freiheitlicher Staat kann er nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt,
    von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen
    und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert.”

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  2. Eine christlich orientierte Partei ist und bleibt nicht nur in diesen Zeiten ein wichtiges Fundament um bestmöglichst mit allen Problemen dieser Welt (steht alles in der Bibel) umgehen zu können. Dabei ist wohl der entscheidende Punkt, daß sich Politiker im Gebet durch den Tag führen lassen. Sicherlich bzw. hoffentlich gibt es aber auch einige Christen in anderen Parteien. Die Welt ist schon gottlos genug…

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  3. Wolfgang Dyck hat schon in den 60iger Jahren gesagt: “Wer nicht blau ist, ist bläulich, und wer kein Christ ist, der ist christlich.” Wie christlich der erste CDU-Bundeskanzler gehandelt hat, das zeigen heute die Enthüllungen um seinen NS-Kanzleramtschef Globke. Vieles, was im Blick auf die Arbeiter wahrhaft christlich gewesen wäre, haben erst Gewerkschaften und andere Parteien durchgesetzt. Einer meiner Väter im Glauben sagte mir mal: “Ich konnte nie CDU wählen, denn alle Nazis in unserem Ort waren nach dem verlorenen Krieg in der CDU und haben die anderen Demokraten weiter bekämpft.” Christen gibt es in allen Parteien, und darum sollte die CDU endlich aufhören, über den Namen unseren Herrn Jesus für sich zu vereinnahmen.

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    1. Ich lese das von Harald erst heute ( 29.Mai2022), möchte mich aber dafür heute noch bedanken, weil es total meiner
      sozial—demokratischen Auffassung/ Haltung entspricht. Die „Verteufelung“ der neuen, nicht CDU—beteiligten Regierung, durch einige sehr konservative, fundamentalistisch—
      selbstgerecht sich äußernde Kommentatoren in diesem Forum , haben mich immer eher wütend gemacht ! Da haben mir die ausgleichenden Kolumnen von Jürgen Mette oft gut getan ! Früher empfand ich die PRO—Redaktion stets sehr einseitig CDU—„lastig“; das hat sich seit dem neuen Chef—Redaktions—Team erfreulich geändert.

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