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Darum ohrfeigte Will Smith Moderator Chris Rock

Bei der Oscar-Verleihung am Sonntag haben auch zwei Filme gewonnen, die einen christlichen Bezug haben. Schauspieler Will Smith sagte von sich, er wolle ein „Botschafter der Liebe“ sein – und irritierte gleichzeitig mit einer weniger liebevollen Aktion auf der Bühne.
Von Jörn Schumacher
Will Smith schlägt Chris Rock bei den Oscars 2022

Foto: Guardian News/Screenshot PRO

Will Smith schlägt Chris Rock ins Gesicht. Der Schauspieler war mit einem Witz über seine Frau ganz und gar nicht einverstanden.

Schauspieler Will Smith sollte bei der 94. Oscar-Verleihung als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet werden. Doch eine halbe Stunde vorher stand der Comedian Chris Rock auf der Bühne, um die Nominierten für den besten Dokumentarfilm anzusagen. Und Smith trat vor einem Millionenpublikum spontan auf die Bühne und ohrfeigte den Komiker. Was war geschehen?

Chris Rock, der bekannt dafür ist, sehr böse Witze über Menschen zu machen, hatte auf der Bühne auch einen Witz über Will Smith’ Ehefrau, Jada Smith, gemacht, die ebenfalls Schauspielerin ist. Die hatte in der Vergangenheit offen über ihre Krankheit gesprochen, einem autoimmun bedingten Haarausfall.

Moderator Chris Rock schien sich keiner Schuld bewusst bei seinem misslungenen Witz

Rock sagte, er freue sich bereits auf den Film „G.I. Jane 2“, eine Anspielung auf den Film „G.I. Jane“, in dem sich Demi Moore als Soldatin den Kopf rasierte. Jada Smith könne mit ihrem Look gut in dem Film mitspielen, da Demi Moore dieselbe Frisur trug, sagte Rock. Der fiese Witz fand wenig Anklang im Publikum, und nach einiger Zeit ging Smith auf die Bühne und gab Rock eine Ohrfeige.

Danach setzte sich der Schauspieler wieder hin und sagte an Rock gewandt: „Lass den Namen meiner Frau aus deinem verdammten Mund!“ Die Äußerung mit dem f-Wort war für das amerikanische Publikum ausgeblendet, im Rest der Welt aber hörbar.

Im weiteren Verlauf der Show im Dolby Theater in Los Angeles trat der Musiker P. Diddy als Laudator auf. Auf den Streit auf offener Bühne sagte er: „Will, Chris, wir werden das wie eine Familie lösen auf der Goldparty nachher. Jetzt machen wir mit Liebe weiter.“

Eine halbe Stunde später wurde Will Smith mit dem Oscar für den besten Schauspieler ausgezeichnet. Er erhielt ihn für seine Rolle im Film „King Richard“ (lesen Sie hier eine Rezension zum Thema). Darin geht es um die beiden Tennis-Legenden Venus und Serena Williams sowie deren gläubigen Vater. Smith zeigte in seiner Dankesrede Reue für den Vorfall zuvor und entschuldigte sich bei der Academy und bei seinen Mitnominierten, nicht aber bei Chris Rock.

Auch die Hauptperson in seinem Film, Richard Williams, sei ein furchtloser Beschützer seiner Familie gewesen, sagte der Schauspieler unter Tränen. Erst seine aggressive Art habe schließlich zum Erfolg seiner Töchter geführt. „Jetzt imitiert die Kunst das Leben“, sagte Smith.

Der Schauspieler sagte weiter: „Jetzt sehe ich selbst wie der verrückte Vater aus. Aber die Liebe lässt uns verrückte Dinge tun.“ Smith fügte hinzu, dass sein Schauspieler-Kollege Denzel Washington, der ebenfalls überzeugter Christ ist, nach der Ohrfeige gesagt habe, um Schlimmeres zu verhindern: „Sei vorsichtig, Will. Es sind die höchsten Momente, in denen der Teufel sich deiner bemächtigen will.“

Smith fügte in seiner tränenreichen Rede hinzu, er wolle ein Botschafter der Liebe sein. „Das gehört zu den Dingen, die Gott mich tun lässt.“ Weiter sagte der Schauspieler: „Wir sollen es aushalten, beschimpft zu werden. Wir sollen es aushalten, wenn Leute verrückte Dinge über uns sagen. In diesem Geschäft sollten wir es aushalten, dass Menschen uns den Respekt verweigern. Und wir sollen lachen und so tun, als sei es okay.“

Jessica Chastain für ihre Rolle als TV-Predigerin ausgezeichnet

Die Schauspielerin Jessica Chastain gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film „The Eyes Of Tammy Faye“. Der erzählt die Lebensgeschichte der US-Fernsehpredigerin Tammy Faye Bakker – vom Aufstieg zur Millionärin bis zum schweren Fall nach sexuellen und finanziellen Vergehen. Seit kurzem ist der sehenswerte Film, der auch den Glauben thematisiert, in Deutschland zu sehen.

Tammy Faye und ihr Mann Jim Bakker gründeten auf dem weltbekannten christlichen Fernsehsender „Christian Broadcasting Network“ (CBN) des Fernsehpredigers Pat Robertson eine der bekanntesten christlichen Fernsehsendungen Amerikas, die bis heute läuft: „The 700 Club“. Dann erschufen sie mit PTL (das steht für „Praise the Lord“) das größte christliche Fernseh-Imperium jener Zeit. Über Satellit erreichte das Ehepaar bis zu 20 Millionen Menschen in mehr als 50 Ländern.

Bei der Oscar-Verleihung am Sonntag bekam die Tragikomödie „Coda“ den Preis für den besten Film. Regisseurin Siân Heder erzählt darin von einem Mädchen, das in einer gehörlosen Fischerfamilie aufwächst. Der Film gewann insgesamt drei Auszeichnungen, zum ersten Mal wurde der Film eines Streamingdienstes diese Ehre zuteil. Der Film ist bei Apple TV+ zu sehen. Nominiert war in der Kategorie unter anderem der Film „Belfast“. Darin geht es um Nordirland im Jahr 1969, wo Katholiken gegen Protestanten kämpften.

Die meisten Auszeichnungen gingen am Sonntag an das Sciene-Fiction-Epos „Dune“, bekam unter anderem den begehrten Filmpreis für die beste Filmmusik und die besten visuellen Effekte. Es war sowohl für den Filmkomponisten Hans Zimmer als auch für den Experten für Visual Effects, Gerd Nefzer, bereits der zweite Oscar. Beide kommen aus Deutschland. Der Oscar für den besten ausländischen Film ging an „Drive My Car“ des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi.

Während der Feier wurde zu einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges in der Ukraine aufgerufen. Viele der Stars waren mit weiß-gelben Mode-Accessoires zur weltweit im Fernsehen übertragenen Show gekommen, etwa Einstecktüchern oder Ansteckschleifen. Ursprünglich war sogar die Idee geäußert worden, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einer Videoschalte zu Wort kommen zu lassen, doch dieser Plan wurde fallengelassen.

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Eine Antwort

  1. Will Smith hat seine Frau verteidigt.
    Anstelle dieses hervorzuheben wird Chris Rock in der Presse in Schutz genommen.
    Als Künstler bin ich der Überzeugung, dass Kunst seine Grenzen hat, die Rock nicht respektierte.
    Interessant: Die Journalisten verteidigen Rock anstelle Smith zu loben, dass er (s)eine Frau zu verteidigt,
    Diese Botschaft wäre genauso salonfähig, aber die Medien lehren uns eine andere.
    Darum: Umso mehr den eigenen Kopf einschalten bei den Informationen die wir lesen.
    Sie sind oft gefärbt von Wertvorstellungen.
    Umso glücklicher bin ich, dass PRO es geschafft hat hier neutral, mit dem notwendigen Hintergrundwissen den Fall zu berichten und das Urteilen nicht übernimmt.

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