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Chefredakteur: Kirche muss stärker in sozialen Medien präsent sein

Spiritualität wird auch in den Sozialen Medien abgebildet. Doch Kirchen sind noch zurückhaltend in der digitalen Welt. Der KNA-Chefredakteur fordert sie daher zum Handeln auf.
Handy mit Social-Media-Kanälen auf dem Bildschirm

Foto: Jeremy Bezanger on Unsplash

Ob Facebook, Instagram oder TikTok: Kirchen sind derzeit noch wenig in Sozialen Medien unterwegs

Der Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Bernward Loheide, hat die Kirche ermutigt, noch stärker als bisher in den Sozialen Medien präsent zu sein. Laut Medienforschern gebe es dort einen großen Bedarf an neuer Spiritualität und eine Sehnsucht nach Sinnstiftendem, sagte er beim Neujahrsempfang des katholischen Bistums Osnabrück am Sonntag.

Vieles, worum Influencer einen großen Hype machten, gehöre seit Langem zur katholischen Tradition, etwa Zeiten des Fastens, der inneren Einkehr und der Besinnung, sagte Loheide. Die Kommunikation der Kirche sei dagegen aber oft noch traditionell. Sie müsse ihr „Riesenpotenzial“, Menschen Orientierung zu geben, neu entdecken. Zu dem Empfang kamen den Angaben zufolge rund 150 Gäste aus Politik, Bildung, Wirtschaft und Kirche.

Der katholische Bischof Franz-Josef Bode sprach über die Ergebnisse einer Studie der Universität zu sexualisierter Gewalt im Bistum. „Hier hat es viele Irritationen gegeben, für die ich Verantwortung trage“, sagte er. Er stelle sich dieser Verantwortung. Für sein Bistum wolle er, dass sich über die Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt und für die Rechte von Betroffenen hinaus eine neue Haltung zu diesen Themen entwickele.

Historiker und Rechtswissenschaftler der Universität Osnabrück hatten dem Bistum und auch Bischof Bode für die Zeit bis über das Jahr 2000 hinaus schwerwiegende Pflichtverletzungen in Fällen sexualisierter Gewalt vorgeworfen. Dadurch habe das Bistum Minderjährige in Gefahr gebracht. Bode räumte daraufhin Fehler ein und kündigte grundlegende Änderungen an. Er leitet das Bistum seit 1995.

epd
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6 Antworten

  1. “einen großen Bedarf an neuer Spiritualität und eine Sehnsucht nach Sinnstiftendem”

    Interessante Gedanken zur vagabundierenden Spiritualität und dabei verpasste oder auch wahrzunehmende Chancen der christlichen Kommunikation hat sich Dr. Johannes Hartl hier gemacht:
    https://www.youtube.com/watch?v=TKoSxPXCycQ

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    1. @Krit.K.
      danke für den Hinweis auf die “tracking”-freie Alternative.
      das ist tatsächlich sehr hilfreich.

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  2. Es gibt sehr viele gute christliche Angebote in den sozialen Medien. Von Instagramm bis hin zu vielen inspirierenden Podcast wie z.b. “Movecast,“ “Schöner glauben“, “Hossa Talk,“ “Worthaus“, “ Zwischenfunk“, “Glaube,Liebe,Pizza“ …..uvm. Es gibt viele Gemeinden, die ihre Gottesdienste auf YouTube zeigen. Ehrlich, wer meint es mangle an guten christlichen Angeboten in den sozialen Medien, der irrt bzw.ist wahrscheinlich selber recht wenig in den sozialen Medien unterwegs.

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  3. @Johanna: Freut mich. Es gibt noch weitere, in der EU beheimatete, alternative Tracking”arme” Server.
    Ggf. mal selbst danach suchen.

    G.Sch. schreibt:
    “[…] Es gibt viele Gemeinden, die ihre Gottesdienste auf YouTube zeigen. Ehrlich, wer meint es mangle an guten christlichen Angeboten in den sozialen Medien, der irrt […]”

    Das ist auch mein Eindruck.
    Jedoch denken die einzelnen Gemeinden bzw. Pastoren – auch mangels Informations”gabe” ihrer Dienstvorgesetzen – kaum daran, das diese “Angebote” größtenteils auf digitalen Dienstleistungen beruhen, die, z.B. auf “Digital-/ Datenkaptitalismus” beruhen (s. auch: Div. Aussagen von Prof. J. Haberer).

    Und somit verstoßen diese “Dienstleistungen” vielfach auch gegen die DSGVO bzw. gegen die kirchlichen Datenschutzgesetze (bzw. auch gegen die ITSVO-EKD).
    Und natürlich auch gegen die christlichen Grundwerte (s., z.B.: “Grundordnung
    der Evangelischen Kirche in Deutschland “, ebd. Einleitung und Art. 1:
    https://www.kirchenrecht-ekd.de/document/3435 ).

    Sorry – falls das jemand zu polemisierend sein sollte: Meine Überzeugung.

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  4. Jeder Christ ist aufgerufen, nicht nur im Internet, sondern zum Beispiel auch durch die Weitergabe von Traktaten. Aber nicht von Christlichen Schriftenmissionen, die ein Wohlfühl-Evangelium verbreiten (Galater 1,8), um durch schöne Geschichten bequem Spenden zu kassieren!!!

     Jesus Christus spricht in Matthäus 10,32.33: “Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.  Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.”

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Kommentare sind geschlossen.

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