Das christliche Medienmagazin

C wie Confessio – Bekenntnis

SPD-Kanzler Olaf Scholz hat seine erste Regierungserklärung gehalten. Dann sprach Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus als Oppositionsführer. Was er zum C im Namen seiner Partei sagte, fand Jürgen Mette dünn.
Von Jürgen Mette
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Jürgen Mette

Foto: PRO/Jürgen Mette

Jürgen Mette freute sich über eine wertschätzende Aussprache im Bundestag

Gestern im Bundestag. Der neue Bundeskanzler Olaf Scholz gibt seine Regierungserklärung ab. Ein Kanzler der leisen Töne, unaufgeregt und sachlich und nüchtern, fast ein bisschen scheu. Hin und wieder blitzt ein wenig Vehemenz („Wir sind eine wehrhafte Demokratie!“) und dezente Leidenschaft in seiner Rede auf. Er hängt am Skript, zitiert aus dem Koalitionsvertrag. Seine Rede wird selten von spontanen Applaus unterbrochen, stattdessen bietet er nach markanten Aussagen dem Auditorium Pausen an, die dann auch gern klatschend aus dem Regierungslager gefüllt werden. Mit der geschlechtergerechten Sprache tut er sich noch schwer. Das „Kollegen-und-Kollegen“ und das „Bürgern und Bürgern“ verschluckt das wesentliche „innen“.

Als der Hanseat Scholz seiner Vorgängerin „Frau Doktor Merkel“ herzlich und respektvoll für ihren „uneitlen und ohne Allüren“ geleisteten Dienst dankte, da klappten manche bis dahin gelangweilt wirkende Abgeordnete ihre digitalen Kommunikationsknechte zu und beteiligten sich an den Ovationen. Für mich war das der Höhepunkt der Kanzlerrede. 

Und dann kam die Stunde der größten Oppositionspartei CDU/CSU. Ralph Brinkhaus – ein Meister der freien Rede –  eröffnet ohne einen Stichwortzettel auf dem Pult, mit ausladender Gestik und geschliffener Rhetorik seine Antwort auf die Regierungserklärung mit einem Dank und Lob an die neuen Chefs Scholz, Habeck und Lindner. Was für ein Auftritt im Vergleich zum neuen Kanzler. Emotional im Ton und in der Sache verbindlich. Er sagt der Regierungskoalition alle Hilfe und Unterstützung zu und benennt zugleich deutlich, was mit den C-Parteien nicht möglich ist. 

Wenn es um das christliche in der CDU/CSU geht, dann gehe es nicht darum, „evangelisch oder katholisch zu sein“. Und dann wird es richtig dünn in der fulminanten Rede des Fraktionsvorsitzenden. „Unsere Werte sind unsere Wurzeln, und unsere Wurzeln sind christlich. Und christlich bedeutet, dass wir nicht die letzte Instanz sind.“ Und unter dem höhnischen Gelächter des hohen Hauses statuiert er: „Das bewahrt uns vor moralischer Überheblichkeit!“

Ich empfehle Herrn Brinkhaus einen Besuch bei seinem Vorgänger Volker Kauder, der das C in der Partei überzeugend gelebt hat. Christlich heißt Christus gemäß denken und handeln. Und Christen leben nicht konfessionslos. Confessio heißt, ich bekenne mich zu einer Gemeinschaft der Heiligen, einer Kirche oder Freikirche, die das Beste für ihre Stadt suchen.

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

10 Antworten

  1. Ich kann nicht nachvollziehen, was “richtig dünn” an den Ausführungen des Unions-Fraktionsvorsitzenden sein soll. Im Gegenteil: Wir tun gut daran, uns auf unsere Wurzeln zu besinnen. Dass Christen nicht konfessionslos leben sollen, hat er auch nicht gesagt. Und – wir sollten vorsichtig sein mit Hinweisen wie “der das C überzeugend gelebt hat”.

    0
    0
  2. Ein bisschen schade finde ich diese Zusammenfassung. Ich war angetan.
    Ermutigung wäre meiner Meinung nach besser.

    0
    0
  3. Lieber Herr Mette, “alles hat seine Zeit” und deshalb empfehle ich Ihnen:
    legen Sie die Feder aus der Hand bevor die Wahrnehmung des aktuellen Geschehens sie endgültig im Stich lässt.
    Freundliche, wohlmeinende Grüße

    0
    0
    1. Lieber Jürgen Mette, ich schätze Sie so ein, dass Sie die heuchlerischen, „ freundlichen und wohlmeinenden Grüße“ von Hans—Jürgen Simon
      großmütig wegstecken, woll!?

      0
      0
      1. lieber Jo Müllerberg,
        das schätzten Sie richtig ein. Ich hatte eine Antwort vorbereitet, aber dann bin ich dem Rat eines guten Freundes gefolgt und habe diesen Beitrag ins Leere laufen lassen.

        0
        0
      2. Hallo JoMüllerberg,
        vielleicht fehlt ihnen etwas Gespür um Heuchelei und Ironie zu unterscheiden.
        Mit ungeheuchelten Grüßen.

        0
        0
        1. Ironie ist das sprachliche Mittel, Heuchelei die (mögliche) kommunikative Funktion… ich nehme an diesen feinen Unterschied meinten Sie…. oder???
          Mit besonderns freundlichem Gruße…..

          0
          0
  4. Christen bekennen sich weder zu einer Partei (schon gar nicht zu einer Partei, die scheinchristlich tut und für Abtreibung und “Familie für alle” ist). Christen bekennen sich auch nicht zu einer mehr oder weniger abgefallenen Kirche oder Freikirche. Christen bekennen sich einzig uns allein zu ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus.

    0
    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen