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Kauder nach 31 Jahren im Bundestag: „Wir sind fest in Gottes Hand“

Der ehemalige Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, sieht auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag eine große Hilfe in seinem Glauben. In einem Interview der Zeit-Beilage Christ & Welt sagte Kauder, er sehe nicht die Gefahr, dass die CDU einen ähnlichen Weg gehen könnte wie derzeit die Republikaner in den USA.
Von Jörn Schumacher
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Der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder: „Vom C steck noch sehr viel in der CDU.“

Foto: pro/Norbert Schäfer

Der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder: „Vom C steck noch sehr viel in der CDU.“

Volker Kauder war von 2005 bis 2018 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Jahr 2018 verlor er das Amt überraschend und knapp an Ralph Brinkhaus. Im September 2019 gab Kauder bekannt, dass er auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag verzichten werde.

Auf die Frage der Reporter von Christ & Welt, wie viel C noch in der CDU stecke, antwortet Kauder: „Noch sehr viel. Wir machen Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.“ Das C sei der Kompass der Partei. Er fügte hinzu: „Der Mensch ist das Ebenbild Gottes mit einer einzigartigen Würde.“

Die Unterschiede würden beispielsweise deutlich in der Familienpolitik, so Kauder, beim Schutz des Lebens und bei der Bewahrung der Schöpfung. Auf den Einwand, dass sich die CDU in der Vergangenheit nicht gerade als Ökopartei hervorgetan habe, gesteht Kauder ein: „Wir haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, das nie nach vorn zu stellen. Dabei haben wir viel für die Umwelt getan, wir haben die Binnengewässer schon in den Sechzigerjahren durch Kläranlagen sauber gemacht.“ Den jungen Leuten der Fridays-for-Future-Bewegung in seinem Wahlkreis habe er gesagt: „Dann tretet doch in Parteien ein, die auch etwas anpacken.“

In der Flüchtlingspolitik gelte für ihn: „Jeder Flüchtling ist Ebenbild Gottes und jeder Flüchtling muss so behandelt werden, wenn er bei uns ist.“ Auch heute noch betone er vor seinen Parteifreunden, dass die Politik der CDU auf dem christlichen Menschenbild basiere. Andererseits erklärte Kauder: „Wir machen keine christliche Politik. Wir sind keine Kirche.“ Bei den Kandidaten für den Parteivorsitz – Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen – sehe er das C bei allen drei Kandidaten gleich gut aufgehoben, so Kauder.

Er sehe nicht die Gefahr, dass die CDU einen ähnlichen Weg gehe wie derzeit die Republikaner in den USA. Der Reporter wendet ein, dass alles mit einem Erstarken der Tea Party und der Evangelikalen in Amerika angefangen habe. Kauder antwortet: „Bei den Evangelikalen will ich mal darauf hinweisen, dass die in Deutschland nicht zu vergleichen sind mit denen in den Vereinigten Staaten oder auch in Südamerika. Dort wird aus Religion die nackte Ideologie.“

Wenn er im Herbst nach 31 Jahren den Bundestag verlässt, sehe er auch weiterhin eine große Hilfe im Glauben. „Wir sind nicht allein gelassen auf dieser Welt. Wir sind fest in Gottes Hand.“

Von: Jörn Schumacher

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